Archiv: Dienstag, 23. September 2008
Nachdem 1989 der antikapitalistische Schutzwall gefallen war, hatte mein Vater die durch den Krieg zerissenen Bande zu seiner heimlichen Jugendliebe wiedergeknüpft. Sie war in Leipzig gelandet. Bei unserem Besuch bei der wiederentdeckten Quasiverwandtschaft gab uns der Sohn der väterlichen Jugendliebe – nein, nicht mein (Halb-)Bruder – natürlich auch eine Stadtführung durch das damals noch recht graue Leipzig. Dabei hörte ich zum ersten mal von einem Bier namens Gose, welches typisch für den Leipziger Stadtteil Gohlis gewesen sei und vor allem von Studenten gern getrunken wurde, so erzählte unser Stadtführer. Meine große Leidenschaft für Bier hatte ich damals noch nicht entdeckt, sie schlummerte aber wohl schon im Verborgenen. Denn seit jener Stadtführung ist der Begriff “Gose” in meinem Unterbewusstsein konserviert geblieben. Dort dümpelte die Gose allerdings noch bis ins Jahr 2007 vor sich hin. Bereits 2004 war ich durch meine Radltour ins Frankenland schon wesentlich biererfahrener geworden und 2005 hatte ich auch schon den Entschluss gefasst, meine Erfahrungen schriftlich weiterzugeben. Als Buch oder anders. Jetzt also, mit dem Blog, erst mal anders.