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Oktoberfest – ohne mich!

Nächstes Wochenende geht ja wieder das berühmteste aller Bierfeste los, das Münchner Oktoberfest. In meiner ersten Zeit in München war ich da natürlich auch, aber mir ist sowohl das Event zu gross als auch das Bier zu schlecht. Wenn überhaupt, sollte man dort zur Mittagszeit an einem Werktag hingehen, wenn nämlich die Münchner Betriebe gehen und dafür die Touris noch schlafen…

Heuer will ich rechtzeitig aus der Stadt flüchten. Aber ganz spurlos soll es auch wieder nicht an mir vorbei gehen: ich habe mir aus dem Getränkemarkt ein einzelnes Fläschchen Oktoberfestbier mitgenommen. Wenn, dann von der besseren der Münchner Grossbrauereien, dem Augustiner. Zur Brotzeit sollte das getestet werden.

Was soll ich sagen, wie erwartet nix besonderes! Oliver hat ein Tegernseer Helles bekommen, und ich war froh, dass er sich bei der Hälfte zum Tausch überreden lies!

Schon beim Einschenken erinnerte mich der Schaum sehr an Bierzeltbier (ist Festbier-Schaum immer so „fest“?), der Geruch ist frisch-hopfig, aber leicht. Das Bier schmeckt dann irgendwie dünn, luftig, und weit und breit nicht nach 6%igem Starkbier. Selbst als normales Helles wär mir das zu leer.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 13. September 2008 und wurde abgelegt unter "benhur, Festbier, Großbrauerei". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

7 Kommentare

  1. ralf sagt:

    Ich kann das leider nur untermauern. Ich musste gestern doch auf dieses unsägliche Fest gehen. Soziale Verpflichtungen, d.h. ich hab’s für meine Freunde getan, die so lieb waren, bei ihrer Reservierung auch an mich zu denken. Die konnte ich natürlich nicht vor den Kopf stoßen.

    Das Hacker-Pschorr Bier war es, das ich trinken musste. Es entspricht voll Deiner Beschreibung des Augustiner-Flaschenbieres, und das obwohl es auf der Wies’n aus der Fassimitation kommt, also immerhin aus dem großen Kühltank, relativ direkt aus dem Keller der Paulaner Brauerei. Das ist ja neben dem Bier selbst die andere Hinterslichtführung der Wies’nbesucher: Hacker-Pschorr Bier wird auch bei Paulaner gemacht, die Hackerbrauerei gibt es schon lange nicht mehr. Und wie gesagt: Das Bier an sich ist eine Frechheit. Ausser der Farbe, die wohl durch billiges Färbemalz erzeugt wird, hat das Bier nix zu bieten. Langweilig dünn schmeckt es, leicht sauer und wenig, dafür aber sehr unangenehm, bitter. Keine fünf Cent wäre das Bierwasser wert. 8,25€ werden aber abgezockt!

    Bei dieser lausigen Bierqualität verwundert es einen wirklich manchmal, dass die Leute sich das bieten lassen. Schmecken die das denn nicht, mit welchem Billigbier sie hier abgefüllt werden? Die Werbung, und vor allem der Wies’nkult tun scheinbar ihre Wirkung. Und der Durst, der in den überfüllten Wies’ndiscozelten zwangsläufig aufkommt, treibt es schon hinein. Das konnte ich an mir selbst auch beobachten: Während und kurz nach dem Verzehr des zwangsverkauften Wies’nhendls empfand ich das Bier als fast gut trinkbar. Logisch: Das Hendl ist stark gesalzen, und da verlangt der Körper nach Flüssigkeit. Und flüssig ist das Wies’ngesöff ja wenigstens. Mehr aber auch nicht. Eine braun-gelbliche, bitter schmeckende, saure Flüssigkeit bekommt man hier. Das klingt nach abgestandenem muffigem Essig. Der würde aber besser schmecken. Von dem Hacker-Pschorr Bier hatte ich nach gut sechs Stunden die zweite Becksteinmaß noch halb voll vor mir stehen. Und das will schon was heißen – leider nix gutes.

    „O’zapf is!“

    Ralf

  2. Carsten Schnell sagt:

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Man sollte sogar anfangen bei „gesellschaftlich zwingenden Gelegenheiten“ doch auf andere Getränke als Wiesn Bier umzusteigen.

  3. Oliver sagt:

    Der Beitrag erklärt weshalb ich bei meiner Urlaubsreise über kleine Dörfer im Osten Deutschlands häufig Plakate mit Einladungen zu regionalen „Münchner Oktoberfesten“ gesehen habe. Da kann man leicht auf anderes Bier ausweichen. Zu fairen Preisen und auch die Brotzeit kommt bestimmt nicht zu kurz. Ich als Franke kann diesem ungemütlichen Treiben eh nicht verstehen!
    Oliver

  4. lukUHLus sagt:

    Ich bin einer der wenigen Bayern, der stolz darauf ist, auch in seinem 37sten Lebensjahr noch kein einziges Mal auf der Wies’n gewesen zu sein und der noch dazu den festen Plan hat, wies’n-frei zu sterben, koste es was es wolle…

    Überrascht hat mich jetzt aber, dass selbst das Augustiner, als einzige trinkbare Münchener Brauerei, so schlecht abschneidet? Also dass die gegen ein Tegernseer generell vierlieren, ist klar – aber dermassen deutlich?

    Gut zu wissen!

  5. benhur sagt:

    lukUHlLus:
    Das Augustiner Helle finde ich viel gelungener. Im Vergleich zu den ausgeprägten Geschmäckern der Kleinserienbiere kanns natürlich auch keinen vom Hocker reissen.
    Aber vielleicht war meine Enttäuschung auch nur so groß, weil ich halt bei einem Festbier etwas besonderes erwarte, und auf jeden Fall nichts leichtes.
    PS: Was ich hinterher so alles über die wiedermal völlig überfüllte Wiesn gehört habe, bestärkt mich das in meinem Entschluss, da auch nie wieder hin zu müssen! Wie oliver schon schrieb: es gibt so viele nette, gemütliche, schöne kleine Feste überall…

  6. benhur sagt:

    Ich habe gerade die Erklärung dafür gefunden, warum das Bier beim Oktoberfest so schlecht ist:
    „Was auf der Wiesn durch die Kehlen rinnt, muss in den Stadtgrenzen von München gebraut worden sein.“ steht im Bierdossier vom BR!Und die beiden Brauereien hier, die gutes Bier brauen, sind einfach zu klein für ein Zelt – Gottseidank, eigentlich!

  7. ralf sagt:

    Ich würde sogar noch weiter gehen: Die meisten, in der Regel jüngeren Wiesnbesucher (unter 40) wollen eh bloß Gaudi und vor allem eins: Einen Fetzenrausch. Da wär’s eh Verschwendung, gutes Bier auszuschenken.

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