Archiv: November 2008
Das Weisse Bräuhaus im Tal in München hat im vergangenen Frühjahr eine Phase des Umbruchs hinter sich gebracht: Eine lange Renovierung mit Umbau der Küche und dazu noch einen Wechsel des Wirts. Da kann ein Wirtshaus hinterher schon ein ganz anderes werden als das alte, in dem man sich so wohl gefühlt hatte.
Passend zum Sommerzeitende bin ich bei meinem wöchentlichen Bummel durch den Getränkemarkt meines vertrauens auf das erste Winterbier gestoßen. Hab natürlich gleich mal ein paar zum Test mitgenommen.
Die Pyraser Brauerei braut auch dieses Jahr wieder ein Weihnachtsfestbier.
Zugegeben es sieht etwas dünn aus. Auch der Geruch ist nicht viel da. Dann der erste Schluck- ah! Schmeckt sehr vollmundig/ frisch! 6,1%! Da kommen Sommererinnerungen auf. Also ich kann euch das 2008er Weihnachtsfestbier nur empfehlen. Aber nehmt gleich ein paar Flaschen mehr mit! Meine zwei waren ziemlich schnell leergetrunken…
Prost!
Es war mal wieder ein Wochenende in Treuchtlingen angesagt und seit Tagen freu ich mich auf mein Wettelsheimer… Aber als ich Samstag am frühen Abend in den Keller gehe, steht da nur ein leerer Kasten – Mist, vergessen neues zu holen! Da trifft es sich gut, dass ein paar Kumpels sich in der Kneipe treffen wollen, da gibts ja auch ein Bier. Aber, ohje, es soll nicht sein, die Treuchtlinger Kneipe hat kein Treuchtlinger Bier! Stattdessen prankt ein Schild der Brauerei Hauff an der Tür. Nun, die Gesellschaft der Freunde soll mich über die Enttäuschung meiner Vorfreude hinwegtrösten und ich versuche eben das Schwarzbier, das klingt doch auch interessant.
Mit dem Ende der Sommerzeit im Oktober beginnt in Franken die Zeit der Bockbiere und Bockbieranstiche. Bei so einem Anstich wollten wir natürlich auch mal dabei sein. Die Auswahl ist groß: Ab Ende Oktober wird fast jeden Tag irgendwo ein Bock angestochen. Um mehr als nur einen Bock versuchen zu können ist schon mindestens ein verlängertes Wochenende nötig. Für den Anfang suchten wir uns den Anstich bei der Brauerei Grasser in Huppendorf aus.
Bamberg nennt sich ganz offiziell die “Bierstadt“. Wer aber alle Brauereien der Stadt und die dort gebrauten Biere an einem Wochenende probieren möchte, muß sich ranhalten und darf sich kaum weiteres Sightseeing vornehmen (was schade ist). Wir haben uns zweieinhalb Tage Zeit genommen, was bei 9 Brauereien schon knapp ist.
Übernachtet haben wir im ganz urigen Bamberger Weissbierhaus, was zu der vor kurzem leider eingegangenen Maiselbräu gehört, so haben wir wenigstens noch ein bischen was von der ehemalig 10. Brauerei “fühlen” können.
Freitag
Sonntag
Man muss schon mehr als nur halb verrückt sein, um sein Frühstück in der Herberge sausen zu lassen, nur damit man die Brauereien No. acht und neun noch unterbringt.
Fäßla
So waren wir wirklich um neun Uhr morgens schon zum Frühschoppen im Fäßla und hatten jeder ein Bier vor sich stehen: Pils und Lager gibt es dort immer vom Fass. Das Fässla würde auch Bambergs stärksten Bock mit um die 8.5% vol. alc. anbieten. Das wäre sogar uns zu viel gewesen – um diese Zeit. Außerdem gibt es den Bock nur in den ersten Tagen nach dem Anstich im Oktober vom Fass. Das frisch-hefige Lager war aber das perfekte Frühstücksbier, auch das kräftig goldgelbe Pils paßt zur frühen Stunde.
Ich sags gleich vorneweg: endlich, endlich ein Biobier, das richtig gut schmeckt!
Diese Woche war ich am “Kalbskopftag” mal wieder in München im Weissen Bräuhaus im Tal. Freitags steht immer Kalbskopf auf der Kronfleisch-Wochenkarte. Das Weisse Bräuhaus ist stets gut besucht, und so bekam ich auch an diesem Freitag gerade noch einen einzelnen Platz an einem der voll besetzten Tische. Das Weisse Bräuhaus ist halt ein mal ein sehr beliebtes Wirtshaus. Es hat sogar einen Kultstatus, und dies aus zwei Gründen: Erstens der Aventinus Weizenbock vom Fass, mit 8,2% Vol. Alc. einer der stärksten seiner Art, zum anderen wegen der legendären Kronfleischküche – im Artikel über das Kuheuter habe ich bereits davon berichtet. Nun, die “Variationen vom Kalbskopf mit gemischtem Salat” machten dem guten Ruf des Wirtshauses alle Ehre, und der Aventinus tat seinen Teil dazu. Als ich meinen Teller gerade geleert hatte, wurde der Nachbartisch frei. Wie bei Parkplätzen in der Münchner Innenstadt sollte dieser Leerraum nicht lange bestehen, und nach weniger als drei Minuten nahm eine Gruppe von fünf kräfitigen Burschen mit fremd klingender Sprache, aber doch noch mitteleuropäisch anmutenden, wenngleich etwas rauh wirkenden Mienen dort Platz. Einer von ihnen war der deutschen Sprache halbwegs mächtig und übersetzte seinen Kollegen die Speisekarte. Offenbar Touristen. Aber woher? Das vermochte ich nicht zu erraten.