Archiv: Januar 2009
Bei einer Fahrt über die Landstraßen begegnen einem am Wegrand häufig Werbetafeln von Gasthäusern und Biergärten und laden zur Einkehr ein. Die meisten dieser Tafeln sind mit dem globalisierten Namen einer der immer weniger und dafür immer größer werdenden Industriebierbrauereien versehen und werden somit von mir ignoriert. Genau deshalb sprang mir wohl die von Hand gemalte Tafel des Biergartens “beim Wangerbaur” so direkt ins Auge, als ich im Sommer 2008 auf einer Wochenendradtour von München ins Allgäu und zurück daran vorbei fuhr. Darauf stand überhaupt keine Biermarke geschrieben. Lediglich das Wort “BIERGARTEN” und der Name der Wirtschaft: “beim Wangerbaur”. Und durchgestrichen, aber trotzdem noch lesbar war das Wort “BAUERNHOFCAFÉ”. Ob es dort überhaupt Bier gab? Wenn die Wirtschaft schon kein Café mehr war, so sollte sie ja immerhin noch ein Biergarten sein, so stand es jedenfalls auf der Tafel. Also hieß es anhalten, einkehren und nachforschen.
Dieses mal stelle ich euch aber ein Bier aus der Oberpfalz vor. Aus Amberg.
Es ist das Kellerbier der Brauerei Bruckmüller.
Der erste Gedanke beim Einschenken ist: Was für ein Schaum!
Auffallend ist die schöne Farbe und dass es, obwohl unfiltriert, sehr klar ist.
Hopfiger Geschmack und ein bischen fruchtig. Genau so muß ein perfektes Bier sein! Das liegt wohl an der großen Erfahrung die man beim Bierbrauen in Amberg hat! Das Pils aus der gleichen Brauerei hat mit der Essigflasche allerdings keine Chance bei mir ins Labor zu kommen.
Prost!
Heute will ich mal ein paar mehr oder weniger stilgerechte Behälter vorstellen, aus denen der kultivierte Mensch das obergärige Weizen- oder Weißbier (so heißt das Weizen in Oberbayern, und nur dort!) zu sich nimmt.
Fast allen Weizengläsern ist gemeinsam, dass sie -verglichen mit den eher schlichten Bier- oder “Helles-”Gläsern- sehr schlank und hoch sind, mit mehr oder weniger ausgeprägter Tulpe (die Erweiterung oben, damit man die Nase ans Bier kriegt). Dies dient dazu, dass die CO2-Perlen (das Gas entsteht bei der Gärung) langsam nach oben steigen können und das Bier lange spritzig bleibt. Die extremste Tulpenform (unten sehr schmal und oben eine weite Öffnung) hat sicher das moderne Erdinger-Glas; die klassichen Gläser für leichte Weizen (z.B. Gutmann leicht) sind gerader und wirken schlanker.
| Jan ’09 |
| 23 |
| 20:15 |
Am Freitag den 23.1.09 kommt diese sicher sehr sehenswerte und informative Sendung im WDR 3!!! Alle vom Blogteam sind gebeten, das auf Video oder so festzuhalten!
Link zur Sendung: WDR Programmtip
bevors zu spät ist: hier mal der Test eines sog. “Winterbiers”.
Das Weltenburger Kloster Wintertraum ist ein Saisonbier, ähnlich wie die Märzen oder Festbiere, die nur zu speziellen Anlässen gebraut werden. Es stammt von der berühmten Klosterbrauerei Weltenburg (gegründet 1050), wird nur zur Weihnachtszeit verkauft und hat -laut Etikett- 5,4% vol. Alkohol.
Gestern ging ich in München zu einer Verabredung zum Weissen Bräuhaus im Tal. Ich war etwas früher da als ausgemacht. Also wartete ich draußen vor der Gaststätte und studierte vorab die Tageskarte im Schaukasten. Als ich so in der Mitte der Karte angelangt war, sprang mein Herz über vor Freude: Da stand stand nämlich ein Gericht drauf angeschrieben, von dem alte Stammgäste ab und an mit leuchtenden Augen berichten. Und auch ich hatte vor einigen Jahren im Weissen Bräuhaus schon mal das Vergnügen gehabt, sie kosten zu dürfen:
Stierhoden gebraten in Sauersoße, dazu Grillgemüse und Butterkartoffeln 12,90€
Stierhoden heissen in Feinschmeckerkreisen auch “Bries à la Paris”.
Eigentlich hat mich das kitschgoldene Aussehen des Günther Lagerbier Labels abgeschreckt, doch als ich “Bernsteinfarbig” gelesen habe, konnte ich nicht widerstehen. Meine Neugier hat mal wieder gesiegt!
Beim Einschenken fällt auf, das Bier ja sowieso die Farbe von Bernstein hat. Es gibt ja auch hellere und dunklere Steine. Ist aber ein schöner Vergleich!
Gleich nach dem optischen Wahrnehmen meldet sich auch schon der Geruchsinn: Sehr ausgewogen. Gar nicht so einfach wie ich mir Lagerbier vorstelle.
Beim Trinken schmeckt man auch wie ausgewogen es schmeckt. Gekonnt!
Ein sehr angenehmes Bier. Ich werde es gerne nocheinmal trinken!
Prost!
Endlich ergab sich die Gelegenheit (nach einem lustigen Rodeltag am Wallberg), mein immer wieder gern getrunkenes Tegernseer Bier direkt an der Quelle – und aus dem Faß – im Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee zu probieren. Das Haus ist im Ort Tegernsee ganz leicht zu finden, es ist vermutlich der größte Gebäudekomplex direkt am See, davor ein riesiger Parkplatz: ohje, Touris! schießt es mir durch den Kopf. Ein eigener Souvenir-Laden, das kann ja heiter werden. Wir begaben uns direkt ins Herzogliche Bräustüberl im ehemaligen Sudhaus. Es hat mehrere riesige Gaststuben, schön altbayrisch dunkel-hölzern eingerichtet, war zu später Nachmittagszeit nicht voll, aber gut besucht. Trotz allem machte es eigentlich einen gemütlichen Eindruck. Die Bedienungen sind fix und nett, es gibt Bier vom Faß und “normale” Speisen zu normalen Preisen, Herz was willst du mehr?! Vom Faß gab es heute nur das Helle und das Spezial, die ich beide gut als Flaschenbiere kenne und sehr schätze, die anderen Sorten (ich komm noch drauf zu sprechen) gabs nur von der Flasche. Logisch, daß dies also ein Faß-gegen-Flasche-Test werden musste!