BLOG-UMS-BIER

feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

Der letzte bayerische Fastenbieranstich: Palmator

Die klassische Starkbierzeit in Bayern, die sog. „Fünfte Jahreszeit“ findet jährlich zwischen Aschermittwoch und dem Beginn der Karwoche am Palmsonntag statt. In dieser Periode veranstalten viele Brauereien ein Fest zum Bockbieranstich für ihr eigenes Bier. Wir bereichteten hier im BLOG-UMS-BIER über eine kleine Auswahl:

  • Der Berabecka Boandlbräu z.B. war gleich am Aschermittwoch dran mit dem Anstich des „Mannipulator“.
  • In der Landeshauptstadt München begann die Starkbierzeit am Freiag der darauffolgenden Woche mit dem Anstich in der Forschungsbrauerei,
  • gefolgt vom „Unimator“-Anstich in der Unionsbräu München-Haidhausen.
  • Als nächster in der Münchner Reihe (ohne Blog-ums-Bier Beitrag) käme normalerwiese die Paulaner Brauerei dran mit dem berühmten Salvatoranstich auf dem Nockherberg. Dieser wurde heuer aus Rücksichtnahme auf den Amoklauf von Winnenden um drei Wochen zum Ende der Fastenzeit verschoben.
  • Und viele viele mehr, über die wir gar nicht komplett berichten könnten.

In der vergangenen Woche war ich nun mal wieder zu Brauereibesichtigungen und Feldtests unterwegs. Zielgebiet: Oberfranken und die Oberpfalz sowei ein kleiner Abstecher nach Niederbayern. Dort gaben mir die Bierbrauer und Bierliebhaber alle einen „ultimativen“ Tipp:

Am Palmsonntag musst Du unbedingt zum Palmator fahren!

Leider ließ das meine Urlaubsplanung nicht zu. Der Palmator scheint in der Region um Regensburg aber wirklich das größte Großereignis vor dem Osterfest zu sein. Nicht nur der Braumeister und Betriebsleiter der Schloßbrauerei Eichhofen gab mir diese Empfehlung. Auch im Biergarten des Kneitinger-Kellers in Regensburg wurde ich umgehend darauf hingewiesen. Bemerkenswert fand ich, dass die Bierliebhaber in Regensburg alle den Palmsonntagstermin und den Namen „Palmator“ parat hatten, keiner aber konnte mir sagen, welche Brauerei denn dieses offensichtliche Kultbier herstellt. Also habe ich Dr. Google befragt: Den Palmator-Anstich veranstaltet die Brauerei Prösslbräu-Adlersberg in Pettendorf-Adlersberg unweit von Regensburg. Zum Fest verkehren ganz praktisch Pendelbusse von Regensburg aus. Dort sollten sich dann auch gut Übernachtungsquartiere finden lassen.

Ich bin mir jedoch nicht ganz sicher, ob ich wirklich mal dabei sein will. Der Eichhofener Braumeister erzählte mir nämlich, dass vor einigen Jahren ein Festbesucher schon auf der Hinfahrt laut getönt hätte, er werde sich auf dem Fest erschießen. Und dieses tat er dann auch, im Festzelt, mitten unter den anderen Festbesuchern. Ich habe dazu keinen Bericht mehr gefunden. Nur in einem Kommentar eines Blogs über Regensburg hat jemand geschrieben, dass dieser Vorfall sich wohl am Palmsonntag ’95 zugetragen hatte.

Doch wie gesagt, ansonsten habe ich nur gutes über den Palmator gehört. Und wenn schon ein Braumeister einer anderen Brauerei diese Empfehlung ausspricht… Ich denke, der Palmator ist es dann schon wert, dass ich mir zum nächsten Palmsonntag eine Notiz in den Kalender mache. Oder ich fahre unterm Jahr mal hin: Der Prösslbräu Palmator wird auf dem Adlersberg ganzjährig ausgeschenkt. Außer montags, da ist Ruhetag.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 5. April 2009 und wurde abgelegt unter "Bockbier, Oberpfalz, Privatbrauerei, ralf". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

1 Kommentar

  1. Zeitzeuge sagt:

    war dabei ( dahinter ) . zum (meinem) Glück war´s ne Gasknarre.. seitdem gibts halt so Security da, die auch ( nicht nur wegen dem „Todesschützen“ ) berechtigterweise dort für Sicherheit sorgen, da es leider immer wieder zu mehr oder weniger großen Schlägereien unter den rotzebes..enen Besuchern kommt.( spricht allerdings für die Qualität des Palmators, muss man mal anmerken..) Ansonsten ein Fest, dass weltweit seinesgleichen sucht. Wären die Securitys, was das „auf der Mauer in der Sonne sitzen“ betrifft toleranter, wär er auch wieder der Alte.. naja nicht ganz. eine wirkliche Zeitzeugin erzählte mir, dass in der Nachkriegszeit, die Massen auch schon immer rausgepilgert sind zum Adlersberg. die Reichen konnten sich damals das Essen leisten, die Armen bekamen nach dem Gottesdienst eine Maß Palmator und das war dann quasi das Mittagsessen..

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