Archiv: Dezember 2009
Auf dem Haidhauser Weihnachtsmarkt gibt es neben den Glühwein- und Honigmet-Ständen einen ganz besonderen Stand: Das Christmator-Standl, einen Bierausschank. Ein Stammgast aus der Forschungsbrauerei hat mir diesen Tip gegeben. Zum einen, weil das Bier nicht so schlecht sein soll wie manch anderes Bier aus der Großbrauerei. Zum anderen aber weil am Ausschank manchmal die Iris tätig ist, ihres Zeichens legendäre Bedienung in der Perlacher Forschungsbrauerei. Genügend Gründe also, um nach Haidhausen aufzubrechen und einen Eintrag im Blog-ums-Bier darüber zu verfassen. Die Iris war bei meinem Gang über den Weihnachtsmarkt an diesem Abend leider nicht da, der Christmator dafür aber in ausreichender Menge und in zwei Ausführungen: Hell und Dunkel. Also machte ich mich an den Test.
Zwei Freunde hatte mich eingaladen, mit ihnen in der Haidhauser Unionsbräu den Nikolausbock zu probieren. Tja, da war ich doch im Frühjahr schon mal zur Bockbierprobe, damals zum “Unimator”. Mein Urteil über jenen gibt es hier nachzulesen. Ich musste also aufpassen, dass ich dieses nicht als Vor-Urteil mitnahm, was mir aber dank der lieben Einladung meiner Freunde ganz leicht fiel. Entsprechend groß war dann auch die Überraschung, als ich mit der Erinnerung an den Unimator vom Frühjahr jetzt den winterlichen Nikolausbock testete.
Unsere Lieblingsbrauerei in Nürnberg liegt ja bekanntlich in Gostenhof, so war es endlich einmal wieder angesagt, dorthin zu pilgern, um mit Freunden nicht nur ein leckeres Bier vom Faß vom Brauer zu geniessen, sondern sich auch noch mit fränkischer Speis’ verwöhnen zu lassen. Aber an diesem Abend gab es einige Überraschungen für uns:
| Dez ’09 |
| 6 |
| 17:00 |
Am Nikolaustag ist es wieder so weit: Bockbierzeit beim Boandlbräu. Im Winter kommt immer die dunkle Variante vom “Mannipulator” zum Ausschank.
Der Name des Bieres stammt eigentlich vom Namen des Braumeisters Manfred Fritsch ab: Den nennen nämlich alle nur kurz “Manni”. Könnte aber auch von der durchschlagenden Wirkung des Bieres abgeleitet sein. So schreibt Manni z.B. in der Terminankündigung auf der Homepage vom Boandlbräu:
Geöffnet ist das Bräustüberl schon ab 10 Uhr zum Frühschoppen. Hoffentlich lebe ich bis zum Anstich noch.
Der festliche Akt des Bockbieranstichs ist nämlich erst am späteren Nachmittag:
Der Mannipulator Dunkel kommt wie jedes Jahr am Nikolaustag um 17 Uhr zum Anstich. Gleichzeitig feiern wir den 6. Geburtstag des Bräustüberls. Achtung: Es ist ein Sonntag und selbstverständlich nur für die Mitglieder der “geschlossenen Gesellschaft” geöffnet.
Für alle, die den ganzen Tag beim Boandl verbringen und am Abend vielleicht nicht mehr ganz so fit sind, hat der Manni im Sanitärbereich – ich kann jetzt nur für die Herren sprechen – den passenden Ratschlag angebracht:
Aber man muss es ja nicht so weit kommen lassen!
Immer am Nikolaustag wird beim Berabecka Boandlbräu der Mannipulator angestochen. Der dunkle Mannipulator. Den hellen gibt’s im Frühjahr. So ein Bock aus einer kleinen Brauerei ist immer eine spannende Sache. Denn er wird in der Regel nur ein einziges mal im Jahr gebraut und ist damit quasi ein “Einzelstück”. Die Grundrichtung des Biergeschmacks ist natürlich schon immer gleich. Aber trotzdem gibt es von Jahr zu Jahr feine Unterschiede, sei es durch Schwankungen in der Beschaffenheit der Zutaten, oder durch die Tagesform des Brauers. In einer Großbrauerei wäre dies nicht tragbar. Daher haben diese ihre Methoden, solche Schwankungen auszugleichen. Beim Kleinbrauer aber machen genau diese den Reiz der Sache aus.
Heute ist in der nördlichen Bierwüste ein wahres Adventswunder geschehen, und es hat sich so zugetragen:
Nach dem Mittagessen mit Kollegen gehen wir immer ins selbe Lokal zum Kaffeetrinken, so ein typisches Yuppie-Cafe halt. Ich meine meinen Augen nicht zu trauen, als ich auf dem vorweihnachtlich überladenen Krimskrams-Kaufmich-Tisch einige Flaschen BIER stehen sehe, dann am Ettikett auch noch Mönchshof lese – was zwar bisher bei mir als schlechtestes fränkisches Bier rangiert, aber hier oben immer noch für eine Sensation gut ist. Also habe ich mir eine Flasche mitgenommen, zumal ein Saisonbier ja vielleicht auch besser ist als das normale Durchschnittsbier. Oioioi, das gab nicht nur spitze Bemerkungen bei Kollegen, auch die eine oder andere hochgezogene Augenbraue bei Vorgesetzten – es ist offensichtlich wirklich kein Grundnahrungsmittel, das Bier, hier oben! weiterlesen… »
Gestern wurde mir eine ganz besondere Ehre zu Teil. Ich durfte Stephanie Spendler treffen, Geschäftsführerin der Haidhauser Unions-Brauerei und Wiesnwirtin im Löwenbräu-Oktoberfestzelt. Auslöser dieses Treffens war mein Besuch letzte Woche zum Testen des Unionsbräu Nikolausbock. An jenem Abend erzählte unser Freund Peter uns die Hintergrundgeschichte des heutigen Wappens der Unions-Bräu. Auf diesem ist ein auf einem Bierfass reitendes Münchner Kindl vor den Strahlen der Sonne aufgemalt. Und wenn man dieses Kindl ganz genau anschaut, fällt auf, dass sein Gesicht sehr reale Züge aufweist. Der Grund: es ist von einem Jugendfoto der heutigen Unionsbräu-Wirtin abgemalt worden.
Zur Bockbierzeit gibt es von der nahe meiner Heimat liegenden Brauerei Anmmerndorfer wieder einen Bock. Lange hat es gedauert bis ich euch endlich dieses Spitzenbier vorstellen kann. Das Spezial werde ich in einem eigenen Beitrag angesprechen.
Im Glas sieht man die dunkle, schöne Bockfarbe. Leider hält der Schaum nicht lange. Ein Hinweis auf die Stärke?! 6,2% vol. Dazu paßt auch der scheinheilige, leichte Malzduft. Sehr leicht gleitet der Bock in meinen Rachen. Etwas süßlich und natürlich auch malzig!
Insgesamt ist es dem Spezial aus Ammerndorf sehr ähnlich. Ein absoluter TIPP!
Prost!
Das Kupferbier hat benhur bereits im Frühjahr ausführlich getestet bzw. vorgestellt. Im Gegensatz zu dem Spezial ist das Helle doch eher einfach gehalten. Keine Farbüberaschungen und auch kein Aromawunder. Beim Trinken gefällt mir dennoch die hopfige Note! Ein gutes Bier, das allerdings im Schatten vom Kupfer steht, für das ich auch eine längere Beschaffungsfahrt mache!
Dieses Wochenende habe ich auf einer Grillfeier etwas ganz neues gelernt: das Bier zu grillen!
Tja, bei -18 Grad gefriert es nun mal komplett durch, und wenn man nicht Schaumeis lutschen möchte, dann legt man es eben kurz auf den Grill – am besten noch mit einem ebenso tiefgefrorenen Hummer (paßt zum Veldensteiner) oder Riesenshrimps (passen zum Altenmünster), beides ist dann gleichzeitig verzehrfertig und herrlich zusammen zu geniessen!
Man achte allerdings darauf, die Flasche vorher zu öffnen. Was bei einem Bügelverschluss schon mal viel Kraft erfordern kann, da die Gummis auch gut festgefroren sind. Und antauen ist nur bedingt möglich, die Deckel beim Veldensteiner sind nämlich aus Kunsstoff und schmelzen! (Obwohl sie sich wirklich wie echte Keramik anfühlen, jedenfalls mit kalten Fingern…)