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Schlossbrauerei Eichhofen – Der neue Flaschenfüller

Nach dem erfolgreichen Überleben des Palmatorfestes musste ich natürlich auf meiner Rückreise nach Hause bei dem Mann vorbei schauen, der mich erst auf dieses Fest gebracht hatte: Der Produktionsleiter und Braumeister der Schlossbrauerei Eichhofen, Peter Lang. Als ich in Adlersberg los fuhr, war mir gar nicht bewusst, wie nah doch Eichhofen liegt. Quasi gerade mal so auf der anderen Seite der Donau. Knapp 15 Kilometer sind das nur, fast zu Fuß zu machen.

Natürlich war ich nicht angemeldet, und musste erst mal die Brauereimitarbeiter fragen, wo der Braumeister gerade steckt. Sie schickten mich zunächst ins Labor, wo er in der Regel am ehesten anzutreffen ist. Aber da war er diesmal nicht. Ich fragte dann den Kollegen an der Flaschenfüllerei, die vor dem Labor ist. Dieser schickte mich in den Keller. Dort war aber auch noch kein Braumeister zu sehen, aber wieder ein abfüllender Mitarbeiter, jetzt am Fassfüller. Es war ganz offensichtlich Abfülltag in Eichhofen.

Aber wo steckte Peter? Der Fassfüller verriet mir, dass der Braumeister hinten im Lagerkeller wäre, um Proben zu entnehmen. Ich solle einfach kurz warten. Während ich so da stand und dem Fassabfüller bei der Arbeit zusah, gesellte sich noch ein Aufzugsreparateur zu mir, der ebenfalls auf den Braumeister wartete. Er hatte den Aufzug repariert, mit dem später irgendwann die Fässer nach oben ans Tageslicht befördert werden, und brauchte jetzt eine Unterschrift auf seinem Reparaturbericht. Nach ich weiß nicht mehr wie vielen behandelten Fässern kam dann schließlich Peter aus den Tiefen des Lagerkellers nach vorne. Als er mich sah rief er überrascht aus: „Ja, der Ralf! Was machst denn Du da?“ „Palmator!“ sagte ich nur. „Ah so. Alles klar.“ 😛

Wir gingen alle drei hoch in die Flaschenfüllerei vor dem Labor, und dort gab Peter dem Aufzugmechaniker seine Unterschrift mit ein paar böse schimpfenden Worten über den Aufzug nebst einem Augenzwinkern, sowie ein paar Fläschchen Eichhofener Bier. Als das erledigt war, setzten wir uns ins Labor, wo es wesentlich ruhiger war, als in der Abfüllhalle. Wir tauschten uns ein wenig aus über unsere Biererlebnisse seit unserem letzten Treffen am Ersten Advent in Buttenheim, checkten die nächsten Gelegenheiten für ein bieriges Wiedersehen ab, und ich erfuhr von Peter, was seit dem letzten Winter der große Stolz der Brauerei ist: Der neue Flaschenfüller der Firma Krones, bzw. deren italienischer Tochterfirma Kosme. Die wesentliche Neuerung, die mit dieser Maschine in Eichhofen Einzug gehalten hat, ist der hohe Qualitäts- und Reinheitsstandard, der dadurch ermöglicht wurde. In den abgefüllten Flaschen ist fast kein Restsauerstoff mehr, was das Bier deutlich länger und sicherer haltbar macht. Und die Kontrollvorrichtung, welche die Flaschen nach der Reinigung nach Restverunreinigungen und Fremdkörpern durchleuchtet, ist so perfekt, dass sie selbst Fremdkörper von der Größe eines Grieskornes noch sicher erkennt und Alarm schlägt. „linatronic“ wird diese Technik bei Krones/Kosme genannt. Peter hat mich natürlich sofort hinaus geschickt zum Abfüller, damit auch ich dieses Wunderwerk der Brautechnik begutachten kann. Und ich muss sagen, selbst eine Schweizer Uhr läuft nicht gleichmäßiger!

Aber nicht nur die Brauerei ist stolz auf die neue Maschine, auch der Hersteller verwendet die Installation in Eichhofen als Vorzeigeobjekt. Peter erzählt mit Freude, dass er jetzt auch im Internet ist, auf Krones-TV. Dort gibt es ein Interview von seinem Chef, dem Brauereiinhaber Michel-Andreas Schönharting und eben von ihm, Peter Lang, zu sehen. KronesTV hat dieses Video freundlicherweise auch auf YouTube zur Verfügung gestellt, sodass Peter jetzt direkt aus YouTube praktisch live im Blog sprechen kann 🙂 (neben seinem Chef natürlich, Herrn Schönharting).

Anschließend kann ich Peter noch auf einem Kontrollgang zum Malzlager begleiten. Und bevor ich mich wieder weiter auf meine Heimfahrt mache, bekomme ich noch einen Kaffee und, weil ich ja als Autofahrer schlecht ein Bier trinken kann, stellt mir Peter einen Kasten mit einer braumeisterlich gekonnten Auswahl an Eichhofener Bieren zum Mitnehmen zusammen. Dank des neuen Füllers muss ich mich mit dem Trinken jetzt auch nicht gar so sehr beeilen und kann mich noch ein wenig an dem tollen Junggesellenkühlschrank freuen, den mir Peter mit diesem Kasten beschert hat.

Und wenn dieser exklusive Vorrat aufgebraucht ist, habe ich schon wieder eine gute Ausrede, um nach Eichhofen zu fahren: Das Leergut muss ich ja wieder zurückbringen, damit die Flaschen sich wieder auf ihren Lieblingsweg durch den Kosme-Abfüller machen können.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 18. April 2011 und wurde abgelegt unter "Niederbayern, ralf, Schlossbrauerei". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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