Kategorie: benhur
Gegen Ende des Jahres reflektierten wir über die doch zahlreichen, wirklich herausragenden Bier-Erlebnisse, die wir dieses Jahr zusammen geniessen konnten. Welches wohl das aller-aller-Beste wäre? Wir gingen das Jahr so durch, und obwohl uns heuer wirklich fantastische Biere begegneten, und wir bei jedem genannten Namen in der Runde allgemeines Nicken ernteten, war bei der Nennung eines ganz bestimmten Namens doch schon sofort klar – ja, das würden wir alle zu unserem “Beer of the year” erklären! weiterlesen… »
Ralf hat mich auf das Thema gebracht, wie paßt Whisk(e)y wohl zum Bier? Da kommt oliverxt77 an und stellt eine Flasche “Whiskey-Weisse” der Oberpfälzer Brauerei Hösl vor mein Gesicht! Hm, was ist das denn nun wieder?
Die Flasche hat ein wunderschönes Label mit dem altmodischen Schriftzug und dem Bild der Holzfässer im Keller. Der Untertitel lautet “gebraut mit Whiskey-Malz”, aha. Auch Whiskey-Malz ist meist Gerstenmalz, es ist allerdings oft recht rauchig bzw. torfig. Das verheißt auch die Beschreibung auf der Rückseite:
Die Speizal-Mischung aus Whiskey- und Weizenmalz verleiht diesem Weißbier eine angenehm torfig, rauchige Note …
Das klingt auf alle Fälle interessant! weiterlesen… »
Heuer ist es auf dem Winter-Dom in Hamburg – wie ja überall um diese Zeit – noch immer viel zu warm, um pappsüßen Glühwein zu trinken, also überlege ich, ob ich nicht doch nochmal so ein mäßig gutes Bier… Da fällt mein Auge auf einen herumliegenden Bierfilz:
Hamburgs neue Brauerei!
Na sowas, “Ratsherrn“, das muß probiert werden! weiterlesen… »
Bei der Suche nach einer Bunker-Führung im Raum Hamburg (es gibt noch 700 Bunker dort!) bin ich auf das Angebot des Vereins unter-hamburg gestossen, zu einer Führung durch die Eiskeller einer ehemaligen Brauerei. Es fällt mir erst mal schwer mit meiner fränkischen Vorstellung von Bierkellern, mir das hier oben im platten Land vorzustellen, aber vor Ort wurde ich schnell aufgeklärt und habe die Führung sehr genossen, die eben nicht nur für Bergedorfer interessant ist. weiterlesen… »
Wo ich heute eine längere Mittagszeit im Weissen Bräuhaus Im Tal verbringe, ergibt sich endlich auch die Gelegenheit, neben dem Dauerbrenner “Meine Hopfenweisse” und dem momentanen Überbier “Mein Nelson Sauvin” endlich auch einmal das von uns bisher etwas stiefmütterlich ignorierte “Meine Grüne” zu versuchen. “Ein Hauch von Frühling und Grapefruit, ideal zu edlem Grünzeug” versprach die Karte zum TAP4… weiterlesen… »
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Dieses Wochenende liegt mir mein 10jähriger Neffe in den Ohren mit Sätzen wie “Kennst du Duff Beer?”, “Weißt du schon, dass es Duff Beer wirklich gibt?”, “Bei uns im Edeka gibt’s das Duff Beer!”. Der Junge ist Bier-interessiert und stolz wie Oskar, wenn er einen “wööönzigen” Schluck bei uns Großen mit probieren darf und nach seiner Meinung gefragt wird. Also lasse ich mich aufklären: Duff Beer ist in der amerikanischen Kult-Zeichentrickserie “Die Simpsons” das Bier, das der Anti-Held Homer in seiner Stammkneipe trinkt, wenn ihn die Welt mal wieder überfordert hat. Und nun braut die Klosterbrauerei Eschwege in Hessen doch tatsächlich ein Bier (im Lohnbrauverfahren, nicht als Marke), das mit diesem Namen und Label bei uns in Lebensmittelläden vertrieben wird. weiterlesen… »
Im Oktober bin ich regelmässig in der Pfalz unterwegs, nahe der französichen Grenze, in den Wäldern rund um Dahn und Pirmasens. Da fielen mir schon des öfteren die Kreidetafeln vor den Kneipen auf, die “Keschde-Bier” anpriesen. Vorgeschädigt durch unachtsamen “Genuß” von Bellheimer (hat denn jedes Bundesland sein “Öttinger”?) habe ich es peinlich vermieden, hier ein Bier zu probieren. Aber mittlerweile ist die Neugier gewachsen, also überwinde ich mich, betrete kurz die Raucher(!)-Kneipe und setze mich mit dem ergatterten Bier aufs Bänkchen davor (es hat noch nicht ganz gefrierende Temperaturen)… weiterlesen… »
Weil es uns letzten Herbst in der Oberpfalz so gut gefallen hat, macht das ganze Blogteam auch dieses Jahr wieder einen Ausflug dorthin. Diesmal steht neben dem Zoigl selbst auch eine Wanderung durchs Waldnaabtal auf dem Programm:
Vorabend
Wir werden vom Bahnhof abgeholt und ins Hotel gebracht und erfahren unterwegs schon, wer von den Zoiglbrauern dieses Wochenende denn auschenkt. So beschliessen wir, den Auftakt in der Wolframstubn zu machen: Diese ist – im Vergleich zur sonst eher privaten Athmosphäre der Zoiglstuben – recht professionell aufgemacht. Es ist schon ziemlich voll, aber Wirt Georg Forster kommt gleich herbeigeilt und räumt uns einen Tisch für 6 (!) Leute frei. Das ist Klasse und wir spüren: man ist willkommen hier! So kommen wir auch gleich ins Gespräch mit unsern Tischnachbarn, junge Einheimische. Im Lokal sind alle Altersklassen stark vertreten (bis auf Kinder natürlich
).
Nun aber zum Bier: Gold-bernstein in der Farbe ist es zwar leicht trüb, aber nicht flockig, schön durchsichtig, mit einem ganz leicht bräunlichen Schaum, der schnell zerfällt. Sein Geruch ist sehr zart, leicht kräuterig und ein bischen wie Tannennadeln. Am Geschmack bemerken wir erstaunlich wenig Hopfen, und den erst im Abgang. Überhaupt schmeckt man hauptsächlich die Gerste – und zwar nicht etwa malzig-rösch, sondern grasig-würzig, mit einer erstaunlichen Vielfalt in den Feinheiten. Wir erfahren, dass 2 Malze Verwendung finden: “Urmalz” und “Pilsner Malz” (beides Gerstenmalze) von IREKS aus Kulmbach. Unser Fazit zu diesem Bier: es ist sehr feinsinnig und trotzdem extrem süffig. Sehr professionell! Bei “nur” 4,9% alc. ist es zudem sehr bekömmlich.
Dazu wird uns “ein halber Meter Brotzeit” serviert, bei dem uns vor allem die Speckwurst und der milde, käsige (wenn auch kümmel-freie) Obatzde beeindruckt, dazu das Brot aus eigener Bäckerei.
Die Führung
Am nächsten Tag nehmen wir – nicht ganz ausgeschlafen – an der geführten Zoiglwanderung im Waldnaabtal teil. Unser Wander- und Brauhausführer ist Georg Mann. Wir – und die restlichen Wanderer – treffen ihn am alten Brauhaus in Windischeschenbach, wo wir bei einer Führung durchs Kommunbrauhaus auf den Tag eingestimmt werden. Wir hatten zwar letztes Jahr hier schon eine sehr spezielle persönliche Führung, haben aber auch jetzt wieder dazugelernt. Georg Mann erzählt zur Entstehung des hiesigen Kommunbrauwesens: In Windischeschenbach gab es ursprünglich 3 Grundbesitzer mit je einem eigenen Brauhaus: seit ca. 1200 das des Zisterzienserklosters Waldsassen, das vernichtet wurde (das Brauhaus, nicht das Kloster!); dann das der aus Böhmen abgewanderten Lobkowitzer; sowie das der Freiherren von Herding im Schloss, welches 1848 abbrannte. Dannach wurde das alte Malzhaus zum Brauhaus umgebaut. Zunächst hatten 80 Bürger das Recht, darin zu brauen, nach der Revision 1950 nur noch 30 (das Recht hängt ja am Grundstück). 10 davon sind noch aktiv, davon wiederum sind 8 Privatleute, dazu kommen noch der Oberpfälzer Hof und der Schwanerer, die beiden gewerblichen.
Nach dieser kurzen Einführung gehen wir gemeinsam den kurzen Weg hinauf zur Burg in Neuhaus und zum Frühschoppen beim Käck’n: Wir freuen uns schon drauf, denn dort hatten wir letztes Jahr die Gastfreundschaft, das Zoigl und die Brotzeit schon sehr genossen. Auch dieses Jahr ist das Bier goldgelb hell, ein wenig trüb, aber ohne Flocken oder Schwebepartikel. Ein deutlicher Hopfengeruch liegt überm Glas, mit riechbarer Bittere und gleichzeitig blumig-fruchtig. Wir schmecken viel Frische, Spritzigkeit, Prickeln, dann Frucht wie Zitrone, danach erst kommt die Bittere dazu – sehr vielfältig. Ein tolles Frühstücks-Bier! Da auf der Imbiss-Karte die selbstgemachten Küchle locken, bestelle ich unter allgemeinem Gelächter das süße Gebäck und bin überrascht, wie toll das zum Bier paßt! Ja, entweder soll ein Bier begleitend passen oder aber gleich einen richtigen Kontrast zum Essen schaffen…
Nach einer kurzweiligen Wanderung durch das sehr, sehr abwechslungsreiche Waldnaabtal mit vielen Informationen zum Fluss, zu den Bibern, zu Mühlen, zum Gestein uvm. kehren wir zur Mittagspause in der Blockhütte Ödwalpersreuth ein. Dort gibt es Friedenfelser Zoigl Schwarzer Ritter. Wenngleich wir alle wissen, dass das kein echter Kommunbrau-Zoigl ist, klingt das Bügelflaschenbier doch einigermassen interessant – doch wir werden masslos enttäuscht: ein weiches, zartes, etwas spritzig-etwas malziges, aber irgendwie nichtssagendes (Altbayrisch) Dunkles, das überhaupt nicht in unseren Tag passen will.
Von hier geht es nur noch einen kurzen Anstieg hoch zum Busparkplatz, wo wir abgeholt und zurück nach Windischeschenbach gebracht werden. Wir beschliessen unsern Tag in der lustigen Wandergruppe bei einem Dämmerschoppen beim Roudn: Die Zoiglstube am Marktplatz ist klein, familiär und urig, mit viel Rot an den Wänden, daher wohl der Name. Das Bier ist ebenfalls gold-rot, ein wenig matt, mit einem etwas schal liegendem Schaum. Auch der Geruch ist etwas mufflig. Im Geschmack aber ist es herb und bitter, und zwar ganz ohne dieses zitronige fruchtige – ein krasser Kontrast, der seine Reize hat!
Zoigl-Abend
Nach einer kurzen Auffrischungs-Pause entschlossen wir uns, den restlichen Abend beim Käck’n zu verbringen, denn hier konnten wir uns am Vormittag noch nicht gebührend in den hervorragenden Zoigl vertiefen, und die tollen Brotzeiten mussten wir ja auch noch erwischen! In der Wirtschaft war es so voll, dass wir unser erstes Bier im Stehen einnahmen, aber bald wurden ein paar Plätze frei, man rutschte zusammen und wir schwelgten… Als es später ein wenig ruhiger wurde, zeigte uns der Bräu noch voller Stolz seinen diesjährigen Sud: herrlich, wie die Hefe am Arbeiten ist!
Ausklang
Da wir im Oberpfälzer Hof übernachteten, bot es sich an, das Frühstück am nächsten Morgen noch in einen Frühschoppen übergehen zu lassen, um auch diesen Zoigl noch zu testen. Das Bier hier ist wieder eins der bernstein-goldenen Farbe, sehr leuchtend, zwar nicht klar, aber auch nicht richtig trüb, und mit einem frischen, grossen, herrlichen Schaum: optisch ein Genuß! Es riecht wie ein Zwickl: Hefe, Gerste, Hopfen, alles im Einzelnen – toll! Das setzt sich zu unserer Freue auch im Geschmack so fort: spritzig-britzlig, fruchtig-herb, dann leichte Obertöne von Gerste und im Abgang dann die Hopfen-Bittere. Ein Klasse-Bier!
Der Weg in der Übersicht
Und hier alle Bilder des Wochenendes
Das “Nelson Sauvin” ist das jüngste Bier aus der Weissbierbrauerei Schneider in Kelheim. Die Schneider-Biere sind seit einiger Zeit alle mit dem englischen Wort “Tap” für Zapfhahn bezeichnet und durchnummeriert. In dieser Reihe hat das “Nelson Sauvin” die Bezeichnung “Tap X” erhalten. Ein geheimnisvoller Name, und eine kryptische Nummer für ein, wie wir meinen, ganz besonderes Weissbier, das in diesem Jahr für viel Furore bei den Bierliebhabern, insbesondere bei den Bierbloggern, und ganz besonders beim Blog-ums-Bier gesorgt hat.
Mein Onkel in Alzey, wie ich ein ausgesprochener Fan des Wettelsheimer Kellers und seines Strauss Märzens, begrüsst mich bei meinem Besuch sogleich mit den Worten “Lass die Motorradsachen an, wir müssen gleich noch mal los, ich will dir was zeigen…”. Es ist kurz vor sieben abends, wir hetzen uns zum nahen Getränkemarkt. Dort in einem Nebenraum wird nämlich “Volkerbräu” gelagert und vertrieben… weiterlesen… »