Kategorie: Fassbier
… aber nicht aus Nürnberg. Als ich nämlich am letzten Wochenende zum Schanzenbräufest in Nürnberg war ging ich ja vorher noch zur Gasthausbrauerei Altstadthof. Und während ich am Vormittag beim Warten auf die Öffnung des Altstadthofs vor der Burg herumschlenderte, entdeckte ich doch glatt nur ein paar Schritte weiter vom Altstadthof noch einen Maibock: Am Platz Beim Tiergärtnertor direkt neben der Gaststätte “Schlenkerla – Zur Schranke” ist eine Gaststätte mit Ausschank vom Augustiner Bräu München. Und ich traute meinen Augen kaum. Davor stand eine Hinweistafel, dass es dort den Augustiner Maibock vom Fass gibt. Der ist ja selbst in München nur ganz schwer zu bekommen
! Wäre ich nicht unterwegs gewesen, um den Maibock der Brauerei Altstadthof zu testen, dann wäre ich wohl eine Weile bei diesem Augustiner hängen geblieben.
Neulich bekam ich eine SMS von einem Freund mit der Meldung, er hätte ein “fass krugbraeu” im Kühlschrank. Insider wissen natürlich, dass es mehrere Brauereien mit diesem Namen gibt. Daher löse ich gleich auf: Es handelt sich in diesem Fall um die Brauerei Krug in Breitenlesau in der Fränkischen Schweiz, die vor allem durch ihr typisch fränkisches dunkles Landbier bekannt ist. Diese Brauerei Krug hatte ich auf einer Radtour im Jahr 2004 schon mal besichtigt. Da kam mir das Fass meines Freundes sehr gelegen, um mit dem Testbericht auch ein paar Archivbilder aufzuarbeiten. weiterlesen… »
Auf meiner Entdeckungsreise im fränkischen Bierreich letzte Woche habe ich auch in Vierzehnheiligen wieder etwas neues dazugelernt. Zum ersten dass es dort auch ein Klosterstüberl gibt, in dem man sein Bier und eine Brotzeit einnehmen kann. Und zum zweiten, dass die Brauerei dort auch Spezialbiere ausschenkt, wie z.B. das naturtrübe Lagerbier.
Sogar noch ein drittes habe ich gelernt: Dass man an Werktagen bequem mit dem Auto den Berg hinauf bis zur Brauerei fahren kann. Der Berg ist nur an Samstagen von 12 bis 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 19 Uhr für Autos gesperrt. Alkoholsperre ist freilich rund um die Uhr – für den Fahrer!
Da komme ich jetzt schon mehr als zwölf Jahre lang regelmäßig zum Schlenkerla und dachte echt, ich kenne schon alles. Denkste.Das Bamberger Bierreich ist immer wieder gut für Überraschungen. Denn heuer zur Fastenzeit fiel mir zunächst am Eingang zum Schlenkerla und dann auch gleich in der Schankstube ein Hinweisschild auf, wie ich es eigentlich nur vom Schlenkerla Urbock aus der Starkbierzeit im Spätherbst kannte. Oha, dachte ich, der Bock ist heuer im März noch gar nicht ausgetrunken. Aber nein, bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass hier auf ein hefetrübes Fastenbier aufmerksam gemacht wurde. Ich betrat also den Schankraum noch ungeduldiger und erwartungsvoller als all die Jahre zuvor.
Nachdem benhur und ich im vergangenen Jahr bei unserem Versuch, den Unimator zu testen, einen Tag zu spät waren und in die Röhre kucken mussten, standen wir heuer gleich am ersten Tag nach dem Anstich zum Frühschoppen im Unionsbräukeller in Haidhausen auf der Matte. Immer sonntags von Zehn bis Zwölf gibt es in dieser Hausbrauerei am Max-Weber-Platz Weißwürste zu 70 Cent das Stück. Allein das wäre schon einen Abstecher dort hin wert. An diesem Sonntag war wie erhofft tatsächlich auch der Unimator, das Frühjahrstarkbier der Unionsbräu im Ausschank – vom Holzfass!
Die lange Zeit des Wartens ist vorbei: Die Forschungsbrauerei hat endlich wieder auf. Ein halbes Jahr lang, so empfinden es die darbenden Gäste, war sie zu. In Wahrheit sind es aber nur rund viereinhalb Monate. Und dann – ganz komisch, so sagt es die Stammbedienung Renate, kommen alle wieder und sitzen beisammen, als ob nichts gewesen wäre. So war es schon beim Großvater Gottfried Jakob, dem Gründer der FoB, und so ist es auch heute noch beim Sohn Heinrich und dem Enkel Stefan, dem heutigen Inhaber der FoB. Und zu diesem Zyklus gehört jedes Jahr im Frühjahr die Wiedereröffnungsfeier mit dem Anstich des Frühjahrsstarkbiers “Sankt Jakobus”, dem “Blonden Bock”.
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Endlich ergab sich die Gelegenheit (nach einem lustigen Rodeltag am Wallberg), mein immer wieder gern getrunkenes Tegernseer Bier direkt an der Quelle – und aus dem Faß – im Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee zu probieren. Das Haus ist im Ort Tegernsee ganz leicht zu finden, es ist vermutlich der größte Gebäudekomplex direkt am See, davor ein riesiger Parkplatz: ohje, Touris! schießt es mir durch den Kopf. Ein eigener Souvenir-Laden, das kann ja heiter werden. Wir begaben uns direkt ins Herzogliche Bräustüberl im ehemaligen Sudhaus. Es hat mehrere riesige Gaststuben, schön altbayrisch dunkel-hölzern eingerichtet, war zu später Nachmittagszeit nicht voll, aber gut besucht. Trotz allem machte es eigentlich einen gemütlichen Eindruck. Die Bedienungen sind fix und nett, es gibt Bier vom Faß und “normale” Speisen zu normalen Preisen, Herz was willst du mehr?! Vom Faß gab es heute nur das Helle und das Spezial, die ich beide gut als Flaschenbiere kenne und sehr schätze, die anderen Sorten (ich komm noch drauf zu sprechen) gabs nur von der Flasche. Logisch, daß dies also ein Faß-gegen-Flasche-Test werden musste!
Wer noch nie in Düsseldorf gewesen ist, der denkt bei Altbier wahrscheinlich erst an Diebels. Das ist einfach das Altbier mit der umfangreichsten Werbung im Fernsehen und an den großen Plakatwänden und Litfaßsäulen Deutschlands. Biertrinkern, die schon mal irgendwie mit dem Rheinland in Berührung waren, dürften dann vielleicht auch Frankenheim, Schlösser oder Hannen begegnet sein. Alles große Namen, leider aber keine großen Biere (mehr). Alle sind bereits in der Hand der großen Bierkonzerne: Diebels beim Braumonster InBev, Frankenheim gehört zu Warsteiner, Schlösser zur Radeberger Gruppe und Hannen zum dänischen Carlsberg Konzern. Je größer der Bierhersteller, desto schlechter sein Bier. Das gilt leider auch für den Geschmack dieser vier Biere. Da wird es höchste Zeit, hier das Einmalvier der Düsseldorfer Hausbrauereien vorzustellen. Sie haben alle ihren Ausschank an der “Längsten Theke der Welt”, der Düsseldorfer Alstadt, und drei davon brauen auch dort.
Um die obergärige Bierspezialität der alten Römerstadt Colonia kennenzulernen, kann man einfach mit der Bahn zum Hbf Köln fahren, fünf Minuten um den vor dem Hbf hochragenden Kölner Dom herumschlendern, sich dann zum nächstbesten Kölsch-Ausschank begeben um sich dort irgendein Kölsch in die Hand drücken zu lassen. Wer so vorgeht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit das verbreitete Vorurteil bestätigt finden, Kölsch sei ein dünnflüssiges, langweiliges Bier. Doch es geht auch anders: Ich war in der glücklichen Lage, von zwei ureingeborenen Rheinländern an einem Samstagnachmittag eine Exklusiveinführung in die Kölner Kölschkultur zu bekommen. Und dabei galt es einige Überraschnungen zu erleben.
Bier ist nicht gleich Bier und Brauerei ist nicht gleich Brauerei. Wie bei den verschiedenen Biersorten gibt es auch bei den Braureien große Unterschiede. Der Augenscheinlichste ist wohl die Größe einer Brauerei. Während in den letzten 20 Jahren die größten Brauereien durch Übernahmeschlachten immer weniger werden, lässt sich in der jüngsten Zeit am unteren Ende der Größenskala ein gegenläufiger Trend beobachten: Fast in jeder größeren Stadt gibt es inzwischen eine junge Hausbraurei, meist mit den Sudkesseln im Gastraum, die ihr Bier für den Eigenbedarf und für Abholer selbst herstellt. Mit bereits über 16 Jahren einer der ältesten Vertreter dieser Gattung Hausbrauerei ist die 1. Hausbraurei Alt-Giessen in der hessischen Universitätsstadt Gießen.