Kategorie: untergärig
Nachdem ich heuer schon das “Pilsissimus” vorab verkostet hatte, war es klar, dass ich das auch mit dem Bockbier der Forschungsbrauerei gerne machen würde, dem “Blonden Bock” oder auch genannt “Sankt Jakobus”. Gestern war es so weit. Etwa sieben Wochen alt war der Bock da schon.
“Schon” – das muss man aber relativ verstehen. Das Pilsissimus, das Helle Export der Forschungsbrauerei, aber nicht nur von der Forschung, sondern ganz allgemein jedes Export, hat damit in der Regel schon seine volle Reife erlangt. Anders das Bockbier.
Die Saison 2011 hat für die neue Inhaberfamilie Silbernagl bestens begonnen. Genau mit der Wiedereröffnung der Forschungsbrauerei hat auch – endlich – der Sommer in Perlach Einzug gehalten. Fast jeden Abend ist der Biergarten bis auf den letzten Tisch besetzt. Und auf den Tischen stehen reihenweise die Krüge mit dem hervorragenden Bier. Tag für Tag. Bei diesem Durst der Gäste ist es kein Wunder, dass heute schon das erste mal nachgebraut werden musste. Weil ich für meinen Bericht über die Verkostung des jungen Bockbieres ohnehin meine Kamera dabei hatte, habe ich ein paar exklusive Aufnahmen machen können von meinen Einblicken in die Kessel, in Sudpfanne, Maisch- und Läuterbottich.
Während meines Aufenthalts hier in den Staaten hat mir benhur von zuhause per Kommentar einen Forschungsauftrag mitgegeben: Ich solle das Anchor Steam Beer aus San Francisco testen, falls es dieses Bier noch gibt. Und tatsächlich hatte ich keine große Mühe, mir ein paar Probefläschchen zu beschaffen, denn das Bier ist offenbar noch sehr verbreitet. Jedenfalls war es in jedem Liquor Store, den ich besuchte, in ausreichender Menge vorhanden. Seltener in Einzelflaschen als gleich im Viererpack oder noch größer. Wir haben bei der nächsten Gelegenheit also gleich so ein Gebinde mitgenommen, das dann aber ob der sagenhaften Biervielfalt in den Staaten erst ein paar Tage im Kühlschrank auf mein tasting warten musste.
Ich trinke Bier ja am liebsten in guter Gesellschaft, am besten an der Quelle, d.h. in der Brauerei oder, wenn vorhanden, in deren Bräustüberl oder auf dem Bierkeller. Daher habe ich so gut wie nie ein Bier zuhause. Ausnahmen bilden – erfreulicherweise – gelegentliche Leserspenden. Weil sich da inzwischen diverse Biere angestaut haben, ist es jetzt für mich langsam wieder an der Zeit für einen kleine Serie mit Flaschenbierverkostungen. Den Auftakt macht heute das “Papstbier” von der Brauerei Weideneder im niederbayrischen Tann.
Dieses Kellerbier aus Unterfranken habe ich erst vor kurzer Zeit beim Getränkehändler entdeckt: Laurentius unfiltriertes Kellerbier der Wernecker Bierbrauerei
Werneck liegt zwischen Würzburg und Schweinfurt mitten in Unterfranken, und damit schon nicht mehr in meinem eigentlichen Einzugsgebiet.
Zweimal im Jahr gibt es in der Ayinger Brauerei ein Weisswurst-Frühstück mit Zwickel. Da wir rechtzeitig von diesem Termin erfuhren, konnten wir uns diesen Samstag freihalten. Gegen Zehn Uhr trafen wir in der Brauerei ein, wo auch schon eine Menge Leute warteten. Nach ein wenig Hin und Her stellte sich heraus, daß die jedoch für die normale samstägliche Brauereiführung warteten, der “Öffentliche Zwickelbiertag” oben im Schalander, einer genial mitten in die Brauerei integrierten Gaststube, war schon eröffnet. Na, die Führung ist immer, dachten wir uns, heute wollen wir lieber gleich zur Sache gehen, also hinauf. Zwischen den Sudkesseln stehen dort massive Holztische und -bänke, in einem Eck spielte sich gerade eine 3-Mann-Kapelle warm, an der Bar wurde Kaffee und Limo ausgeschenkt. Kaffee? Limo? Ja wo waren wir denn…??? Aha, man belehrte uns, dass wir wohl unsere Weißwürscht und das Zubehör hier oben bekommen, aber das Bier, das holt man sich unten beim Brauer. Direkt aus dem Tank! Wow, tatsächlich war vor den Tank mit der Köstlichkeit ein Wägelchen mit Gläsern geschoben, in die der Braumeister und sein Geselle fleissig abfüllten. Soooo direkt haben wir noch kein Bier bekommen! weiterlesen… »
Gestern erzählte uns Muttern von einer Sendung im Bayr. Fernsehen, die ihr so gut gefiel, mit einem Beitrag zu Nürnberger Hinterhofbetrieben. Besonders die Rotbierbrauerei Schanzenbräu beeindruckte sie. Da wir das andere Nürnberger Rotbier (Altstadthof-Brauerei) ja schon kennen, beschlossen wir, gleich das Schanzenbräu zu testen. Also PC angeworfen und geschaut, wo’s des gibt… -> z.B. in der Schäufele-Wärtschaft!
Im “Bier-Report”, einer Verlagsbeilage der Augsburger Allgemeinen, Nr. 123 vom 30. Mai 2008 fand ich ein recht interessantes Interview mit dem Biersommelier Werner Böck aus Meitingen. Gleich zu Beginn befragt ihn dort der Interviewer wie lange es dauert, herauszufinden, ob ein Bier etwas taugt oder nicht. Nachdem wir hier meistens die “tauglichen” Biere vorstellen, fand ich das eine sehr spannende Frage.
Nach dem Beitrag zum Hofbräu Maibock könnte man fast Angst vor diesen Bockbieren bekommen. Da muss ich doch gleich gegensteuern und meine guten(!) Erfahrungen berichten, die ich im Bayerischen Wald mit diesem Biertyp gemacht habe. Denn ein Maibock ist schon immer was besonderes, und bis auf den von der Münchner Hofbräu war es jeder Maibock der hier bisher vorgestellt wurde wert, probiert zu werden.
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Der Mai geht zu Ende, die Böcke gehen aus. Da habe ich gestern noch schnell den Maibock der Münchner Hofbräu probiert. Der farbliche Eindruck des Bieres war recht verheißungsvoll. Und auch die Schaumkrone sah ganz gut aus.