Kategorie: Schwaben
Heute durfte ich an einer echten “Fahrt ins Blaue” teilnehmen: Ein Busfahrer hatte etwas zu feiern, in diesem Fall seinen Geburtstag, und lud seine Freunde zu einer Ausflugsfahrt ein. Und damit die Sache einen besonderen Reiz bekommt, wurde das Ziel des Ausflugs nicht bekannt gegeben. Startpunkt war München-Ramersdorf. Die Fahrt ging von dort aus in Richtung Westen über die A96, die sog. “Lindauer”. Als der Bus in Landsberg nicht von der Autobahn ab fuhr, war klar, wo die Fahrt schon mal nicht hin ging. Nicht allzu weit auf der westlichen Seite des Lechs ging es dann aber bald links ab nach Süden. Kempten war das Ziel.
Eines der traditionellen Starkbierfeste im Raum Augsburg ist das Frühlingsfest im Augsburger Stadtteil Göggingen. Das Festzelt dort betreibt seit Jahren schon die Familie von Metzgermeister und Festwirt Alois Binswanger. Früher Alois Binswanger selbst, seit nun schon bald 10 Jahren seine Tochter Angelika und der Schwiegersohn Reiner Kempter. Starkbierfest, da sollte man meinen, dass ich heute wegen des Starkbieres auf das Fest gegangen bin. Aber das stimmt nicht. Denn in die Festhalle Binswanger & Kempter zieht mich vor allem der Ochs am Spieß, der in Göggingen immer am ersten Festsonntag gegrillt wird, und das war heute. Es versteht sich aber von selbst, dass ich natürlich auch vom Bockbier nicht die Finger lassen konnte.
Bei dem Bockbier auf dem Gögginger Frühlingsfest handelt es sich laut Speisekarte um den
Kloster Scheyern Doppelbock “Bajuvator”
Die Forschungsbrauerei macht sich heuer ja leider sehr rar. Brauche ich jetzt eine neue Lieblingsbrauerei? Vielleicht. Auf jeden Fall solange die Forschung zu ist. Es ist halt schon schön, am Sonntag zum Weißwurstfrühstück in einer Brauerei sitzen zu können, umgeben von Menschen, denen das genau so gut gefällt wie mir. Gefunden hätte ich ja so eine Brauerei, und zwar schon länger. Aber ich habe diese nur sehr unregelmäßig besucht, da ich ja schon einen Lieblingsort für meinen Weißwurstfrühschoppen hatte. weiterlesen… »
Bei meinem gewagten Testeinkauf nach dem Motto “Was gibts hier Neues und Unbekanntes?” im Getränkemarkt fand ich keinen Grund, ausgerechnet diese Flasche nicht mit zu nehmen. Dann allerdings stand sie lange herum, ich konnte mich nicht motivieren, irgendwie sah das doch recht nach Billigbier aus. Die Brauerei Ustersbacher liegt in Augsburgs Westlichen Wäldern, das Bier ist ein Export mit 5,5% alc. – also los, “trau dich”!
Eigentlich ist doch auch alles ganz in Ordnung für ein Export: hell-goldgelbe Farbe, spriztig einzuschenken, allerdings zerfällt der Schaum recht schnell. Ein leichter Hopfengeruch entströmt dem Glas. Im Gaumen ist es erstaunlich weich und cremig, wirklich voll im Geschmack, mit einer leichten, aber nicht zu starken Hopfenbittere.
Gar nicht schlecht! Ein gutes Sommerbier, würde ich sagen.
Nachdem ich erfahren hatte, dass das “Bier des Jahrzehnts” ein Bier aus meiner Heimat ist, dass es nämlich aus Augsburg kommt, bin ich bei meinem letzten Besuch dort umgehend in die nächste Tankstelle gestürmt und habe mir aus deren Getränkemarkt gleich ein paar Probeflaschen des “Commerzienrat Riegele Privat” mitgenommen. Das wollte ich doch sehen, ob das Riegele Bier diesen Ehrenpreis auch wirklich verdient hat. Vom Fass hatte ich ja schon einige dieser Commerzienräte niedergemacht. Ganz selten mal eine Flasche, und die dann meist eher gegen den Durst. Um ehrlich zu sein: Die Augsburger Biere hatte ich schon länger für das Blog-ums-Bier im Auge. Sogar Fotos hatte ich schon gemacht. Ich konnte mich aber wohl wegen des Gewohnheitsfaktors nie so recht zu einem Blogbeitrag aufraffen. Jetzt aber, nach der Vergabe des großen Preises des Jahrzehnts …
Das ist auch eine hervorragende Gelegenheit, endlich die Archivbilder herauszukramen und hier einzustellen.
Ein Oster-Festbier aus Augsburg bei mir in Zentralfranken! Da bin ich aber dieses mal echt überrascht worden. Zwei Flaschen waren schnell gesichert… weiterlesen… »
Neulich ist mir im Laden mal wieder ein Öko-Bier untergekommen, das ich noch nicht kannte: ein Helles Export der Hirschbräu in Sonthofen, deren Holzar Ralf bereits vorstellte. Das muss natürlich probiert werden, um meine Öko/Bio-Statistik (2:2) vielleicht zugunsten der Guten zu entscheiden.
Die Gemeinde Altenmünster ist im Landkreis Augsburg gelegen, in meiner schwäbischen Heimat. Bekannt ist dieser Ort weit über den Landkreis hinaus durch seine Brauerei mit dem gleich lautenden großen Namen. Das Altenmünster Brauerbier wird viel gelobt, nicht zuletzt wegen seiner ganz speziellen Reliefform-Bügelverschlussflasche. Wegen dieser Flasche hat es unter Biertrinkern fast schon Kultstatus. Aber kaum jemand weiß, dass die originale alte Altenmünster Brauerei schon längst nicht mehr existiert. Ich will hiermit darüber aufklären. Ein Artikel, den ich mit großem Herzschmerz verfasse.
Immer am Nikolaustag wird beim Berabecka Boandlbräu der Mannipulator angestochen. Der dunkle Mannipulator. Den hellen gibt’s im Frühjahr. So ein Bock aus einer kleinen Brauerei ist immer eine spannende Sache. Denn er wird in der Regel nur ein einziges mal im Jahr gebraut und ist damit quasi ein “Einzelstück”. Die Grundrichtung des Biergeschmacks ist natürlich schon immer gleich. Aber trotzdem gibt es von Jahr zu Jahr feine Unterschiede, sei es durch Schwankungen in der Beschaffenheit der Zutaten, oder durch die Tagesform des Brauers. In einer Großbrauerei wäre dies nicht tragbar. Daher haben diese ihre Methoden, solche Schwankungen auszugleichen. Beim Kleinbrauer aber machen genau diese den Reiz der Sache aus.
Gefrustet von der Bierlage im Norden greife ich im Regal dann gern zu “Ausländern”: Altenmünster klingt weit genug weg von Hamburg, sodaß es ein brauchbares Bier sein könnte. Die Marke wurde inzwischen vom Allgäuer Brauhaus übernommen. Das hier angebotene Bier ist das “Urig/Würzig” in der hübschen Bügelflasche. Alkohol 4.9% vol. bei 11% Stammwürze, also als Feierabendbier geeignet. Geschmacklich geht es in meine bevorzugte Richtung: irgendwo zwischen Hellem und Märzen. Das Genußniveau empfinde ich eher im Bereich “Grundrauschen”, also man kann es gern zur Brotzeit trinken, aber an anderen Orten gibt es sicher auch jede Menge vorzuziehendes.