Werksviertel Bräu – München

Von mir völlig unbemerkt hat im Coronajahr 20221 mitten im trendigen Münchner Werksviertel eine neue Brauerei eröffnet: Die „Werksviertel Bräu“. Nachdem mich vor Kurzem ein Freund darauf aufmerksam gemacht hatte, habe ich mich schleunigst auf den Weg gemacht, Brauerei und Bier zu studieren.

Beim Blick auf die Homepage der Werksviertel Bräu (Link oben) finden sich die wichtigsten Informationen:

  • Es gibt eine „Probierstube“, also nicht wirklich eine Brauerei“gaststätte“, in der man immer Donnerstags von 17 bis 21 Uhr das Bier am Brauort kosten kann.
  • Ansonsten kommt das Bier in einigen der Lokale im Werksviertel zum Ausschank. Die Gastrostandorte sind alle auf der Homepage gelistet. Ich muss allerdings einschränkend anmerken, dass diese Aufführung offenbar nicht mehr ganz aktuell ist. So gab es wohl zu Anfang das Werksviertel Bräu auch in der direkt neben der Brauerei gelegenen Gaststätte „Zum Riederstein“. Ein Ober vor Ort sagte mir auf Anfrage allerdings „inzwischen nicht mehr“. Vorher nachfragen ist also angezeigt!
  • Bei der Bierqualität setzt man voll auf Bio. Die Gerste2 komme von einem Biohof aus der Nähe von Maisach, der Hopfen3 vom Biohof Eckert in Eckental/Herpersdorf im Hersbrucker Land nordöstlich von Nürnberg.

Wo verkosten?

Zur Probierstunde in der Brauerei sind vermutlich die beste Zeit und Ort dafür. Mit gepflegtem Essen wäre die italienische Mariss Bar vor dem Riesenrad im Werksviertel eine Empfehlung. Der Kellner dort „warnte“ mich jedoch gleich, dass hier vom „Werksviertel“ nur „Viertel“ ausgeschenkt würden, kleine Preußenhalbe also. Er riet mir, das Thai Restaurant Khanittha aufzusuchen, noch näher neben der Brauerei gelegen.

Meine Empfehlung

wenn es nur rein ums Bier geht, ist das WomCAFÉ im Wombats’s Hostel Werksviertel. Hier lässt es sich in lockerer Atmosphäre frisch vom Hahn genießen, ausgeschenkt in „Doppel-Viertel“, als normale „Halbe Bier“, und man hat durchs Fenster einen direkten Blick auf die Braustätte nebenan.

Wie schmeckt Werksviertel Bräu?

Die Kurzfassung: Gut bis sehr gut! 🍻😋

Es gibt offenbar nur eine Sorte. Ein helles naturtrübes Vollbier. Ich empfand es als zart knuspermalzig mit grasig hopfenwürzigem Aroma. Beim ersten Schluck fühlte ich mich erinnert an das Helle Bier der Nürnberger Hausbrauerei Altstadthof (schon oft in unserem Blog, zuletzt hier). Nun, auch dort wird mit Bio-Malz und Bio-Hopfen gearbeitet, wobei der Hopfen vom selben Bio-Hof bezogen wird. Erstaunlich, dass sich diese Verwandtschaft so schön schmecken lässt. Die Tatsache, dass das so ist, lässt mich meinen, dass hier im Werksviertel mit ähnlichem Können und ähnlicher Qualität gearbeitet wird wie in Nürnberg.

Natürlich gibt es neben dieser schönen Gemeinsamkeit auch deutliche Unterschiede. Das Werksviertel ist wesentlich zarter, nicht so sehr vollmundig. Da würde ich vermuten, dass man sich im Viertel mehr am Bierstil des Münchner Hellen orientiert hat. Es passt jedenfalls so gut zu München wie das andere zu Nürnberg. Zu seiner Zartheit passt dann auch vollkommen stimmig der ganz leicht schwefelnde Duft aus der verwendeten untergärigen Hefe4, den man sonst gar nicht so schön wahrnehmen würde. Vor allem kann man so an einem Abend auch mehr als nur ein Viertel vom „Werksviertel“ zu sich nehmen, mit ausdauernder Freude am Genuss.

Gesamteindruck

Die Brauerei und das Bier sind eine willkommene Ergänzung der Gastronomie im neuen Trendviertel am Münchner Ostbahnhof. Es gibt zwar nur eine Sorte Bier, diese dafür mit Sorgfalt gebraut. Ich würde behaupten, es ist ein naturtrübes Zwickelvollbier nach Art eines Münchner Hellen, echt handwerklich solide hergestellt und auf den Punkt getroffen.

Somit ist für mich das „Werksviertel Bräu“ bisher die Entdeckung des Jahres. Dies wird mit Sicherheit nicht die letzte Verkostung davon gewesen sein!

Fußnoten

  1. Datum der Eröffnung: 22.2.2022 ↩︎
  2. https://werksviertelbräu.de/gerste/ ↩︎
  3. https://werksviertelbräu.de/bio-zutaten/ ↩︎
  4. https://werksviertelbräu.de/unsere-bio-hefe/ ↩︎

Über ralf

Ich bin der Ralf und komme aus Augschburg. Die Biere aus meiner schwäbischen Heimat liegen mir natürlich sehr am Herzen. Grundsätzlich aber mag ich alle feinen Biere. Im Besonderen verköstige ich auch gerne Craftbiere, schätze allerdings eher die nach der Regel aus dem Jahre 1516 gebrauten. Dazu gehören auch die fränkischen Rauchbiere, von denen ich einer der größten Verehrer bin. Mein Motto ist daher: "Alla Dooch fein's Seidla!"

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