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Geschichten aus der Forschungsbrauerei: Die Frankenprobe

Am vorletzten Augustwochenende kam mein Freund Micha mich in München besuchen, um mit mir zusammen ein mal das leckere Forschungsbier zu testen. Ich hatte ihm schon lange davon vorgeschwärmt und ihm unter anderem auch erzählt, dass dieses Forschungsbier, insbesondere das Helle, genannt Pilsissimus, in seinem Geschmack unser gemeinsames fränkisches Lieblingsbier, das „Ungespundete Kellerbier“ vom Buttenheimer Löwenbräu noch übertrifft – ja wirklich: sogar noch übertrifft! Naja, eigentlich habe ich es ihm immer umgekehrt erzählt: Hansi Modschiedlers „Ungespundetes“ ist eines der wenigen Biere, die sich mit dem Bier aus der FoB messen können, so erzählte ich ihm. Wie auch immer – Micha ist ein echt fränkischer Bierexperte und hat mich als ebensolchen, wenn auch nicht fränkischen, aber doch glaubwürdigen Bierkenner kennengelernt und mir vertraut.

Offenbar war meine Werbung für die FoB so gut gewesen, dass Michas Bruder Markus ihm zum Geburtstag das Geschenk „Eine Fahrt nach München in die Forschungsbrauerei“ gemacht hatte. Eigentlich war das schon zu Michas Geburtstag 2007. Doch München ist weit, besonders von Nürnberg. Heuer aber, 2008, sollte es endlich so weit sein. Und wenn man schon mal sein Auto für so einen weiten Weg benutzt, dann soll sich das auch lohnen. Also kamen nicht nur Micha und sein Bruder, sondern auch noch Michas Freundin Susanne und Wolfgang, ein Freund der drei, mit nach München zur FoB. Wenn Franken nach Bayern kommen um dort Bier zu testen, ist das für die verkosteten Biere immer eine große Herausforderung. Bekanntlich kommen die besten Biere aus Franken, und die Franken selbst sind somit mit höchst empfindlichen Biertestergaumen ausgestattet. Als z.B. Wolfgang seinen ersten Schluck vom „Pilsissimus“ der FoB zu sich genommen hatte, war sein von mir mit Spannung erwartetes Urteil:

Doch, des ko mer goud dringgng.

Was hier für den Normalleser vielleicht wie „so lala“ klingt, ist aus Frankenmunde kommend eine der höchstmöglichen erreichbaren Auszeichnungen! Vom Rang her etwa so wie eine Silbermedaille in Gold!!!

Die „Forschung“, wie die Forschungsbrauerei im Volksmund genannt wird, braut aber noch ein zweites Bier: Das helle Bockbier „Sankt Jakobus Blonder Bock“. Hier war es an Susanne, dies als erste aus der Frankenrunde zu kosten. Bei ihrem Urteil wurde ich aber ganz schön blass:

Oh God, verdamnd … Schei**e!…

sagte sie und setzte demonstrativ ihren Krug ab. Tja, das war’s dann wohl mit unserer Freundschaft, dachte ich. Der Bock, den ich für mich selbst als unvergleichlich genial schmeckendes Bier kenne, schmeckt meinen fränkischen Freunden nicht. Da habe ich sie die 200km von Nürnberg nach München gelockt, und jetzt das! … schöne Sch…! 😐

Aber nach mehrmals ganz tief Durchatmen schob Susanne doch noch hinterher:

… is des gouuud!

Sie schimpfte also nicht über, wie ich zunächst meinte, einen vielleicht schlechten Forschungsbock, sondern ganz im Gegenteil: Susanne bedauerte, dass das Bier so gut war, dass sie den Rest des Tages nur noch dieses Bier und nichts anderes trinken wollte. Bei Starkbier ein ganz gefährlicher Wunsch. Ihr war nämlich vollkommen klar, dass sie in ein Dilemma hineingerutschat war: sie hatte eines der besten Biere die sie kannte in ihren Händen, und wusste, dass es zu stark war, um die üblichen Mengen davon zu trinken, wenn sie unversehrt wieder nach Hause kommen wollte. Als ich das verstanden hatte, fiel mir aber doch ein großer Stein vom Herzen. Meine Freundschaft mit Micha war nicht gefährdet, und mein Biergeschmack hat sich mal wieder als zuverlässig erwiesen. Was mir schmeckt, schmeckt auch verwöhnten Frankenzungen. Da kann ich nach Susannes Urteil schon ein wenig stolz drauf sein, meine ich. 🙂 Und für die FoB bedeutet ihr Urteil nach Wolfgangs goldener Silbermedaille nun auch noch die Verleihung der echt goldenen Goldmedaille.

Alles in allem kann man sagen: Die Forschungsbrauerei hat (mal wieder) die Frankenprobe „summa cum laude“ BESTANDEN!

Herzlichen Glückwunsch
vom
Blog-ums-Bier Team
(i.V. Ralf)

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 14. September 2008 und wurde abgelegt unter "Allgemeines, ralf". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

3 Kommentare

  1. Willi sagt:

    Kann ich nur bestätigen!
    als geborener und überzeugter Franke und Biertrinker hatte ich zwar ebenso meine Bedenken, ein „Münchner“ Bier zu trinken, aber es schmeckt wirklich „fränkisch“ (oder wie der Franke sagt, wenn ihm sein bekannt lebhaftes Temperament durchgeht: „bassd scho“)

  2. lukuhlus sagt:

    Das klingt wirklich sehr interessant. Welche Forschungsbrauerei ist denn damit gemeint? Und wie kommt man dann als normal Sterblicher an dieses so göttlich beschriebene Bier?

    Prost,
    Markus

  3. ralf sagt:

    Hallo Markus,

    man kann da hinfahren und das Bier ganz profan einfach kaufen. Geht auch in Flaschen, das richtig Wahre aber ist das Bier frisch aus dem Keller in der Maß. Ich kaufe nie Flaschen.

    Heuer musst Dich aber sputen, denn die Saison geht nur bis kommenden Sonntag, 19.10.2008. Dann schließt die Brauerei über den Winter, wo sie schon das Starkbier für die Wiedereröffnung am 06. März 2009 brauen.

    Die Adresse der Brauerei ist:
    Unterhachinger Straße 78 in 81737 München-Perlach.
    Am besten zu erreichen mit der S6 bis Perlach und von dort ca. 10 min Fußweg.

    Eine Wegbeschreibung gibt es auch auf der Homepage der Forschungsbrauerei.

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