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feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

Balkan-Biere

Es geht wieder mal auf große Motorradtour – Albanien ist diesmal unser Zielgebiet. Natürlich versuchen wir wieder, am Ende eines Fahrtages die jeweils lokalen Biersorten zu testen…

hacklberg

Passauer Hacklberg

Am ersten Tag kommen wir spät los und schaffen es nur bis Passau. Dort finden wir eine kroatische Kneipe in der Innenstadt, wo wir uns kulinarisch einstimmen wollen. Das Bier allerdings stammt „von hier“, ein Urhell von Hacklberg. Der Name ist Programm: ein hellgelbes frisches Bier mit schönem Schaum, typisch zart-fruchtiger Duft und perlender, erfrischender Geschmack. Ein ganz, ganz typisches bayrisches Helles, das man gerne als Feierabendbier und zum Essen trinken mag.

Karlovačko svijetlo

In Österreich haben wir schon mal über die Grenze geschmeckt und das kroatische Helle getrunken – naja, ein echtes Industriebier halt, hätte auch Heineken sein können. (Ähem, IST Heineken ;-(

jelen

Jelen Pivo Export

Weiter ging’s nach Kroatien. Dort haben wir weit verbreitet das serbische Hirsch-Bier gefunden. Es ist ein klares, helles Export mit einem stabilen feinporigen Schaum. Ein zitroniger, aber wenig bieriger Geruch paßt zu dem leicht herben, frischem Geschmack, der offensichtlich noch nicht in der aktuellen Hopfenmode angekommen ist. Ich empfinde es als ein einfaches, eindimensionales Industriebier, das aber wenigstens ein wenig Körper hat und so, kalt natürlich, immerhin als Erfrischung dienen kann. 5% alc. stehen dem auch nicht im Weg.

Sarajevska

Nach der kroatischen Küste der Länge nach ging die Tour nach Bosnien-Herzegowina hinein. Auf dem kleinen familiären Campingplatz wurden wir mit dem einheimischen Kühlen in kleinen Stumpen-Flaschen begrüßt. Es ist ein Lager mit nur 4,9% alc. aus 11,2% Stammwürze, erinnert mich geschmacklich und auch optisch aber eher an ein Märzen mit seinem frucht-malzigen Geschmack. Ein richtig „bieriges“ und trotzdem sehr erfrischendes Getränk, das ich für das bisher beste Balkan-Bier empfinde.

nicsicko nikgold

Nikšićko pivo und Nik Gold

Weiter nach Süden führte unsere Reise nach Montenegro hinein. Hier haben wir die beiden Sorten der Trebjesoa-Brauerei probiert: Das Lager mit 5% alc. leuchtet in kräfigem Hellgold, leicht prickelnd, mit einem etwas „Sahnesteif“-artigen Schaum drauf, der kaum Geruch durch läßt. Es wirkt frisch mit einem leicht getreidigem Malzgeschmack – ich vermute Reis. Aber es ist süffig und bietet Körper. Das Export mit etwas mehr (5,2%) Stärke ist klar golden, der Schaum zerfällt schnell und gibt den typischen Industrieplörre-Geruch frei, buäh. Ebenso schaal und leer ist der Geschmack, als wär gar nix drin. Ausschließlich eiskalt als Limo-Ersatz trinkbar wenn gar nichts anderes zu bekommen ist.

tiranakuqalashe

Tirana Kuqalashe

Über einen unwegsamen Bergpaß fahren wir nach Albanien hinein, es sollte noch ein wenig dauern, bis wir endlich das erste heimische Bier testen können. Das nach der Hauptstadt benannte Pils ist ein leicht herber, nicht sehr bitterer Vertreter seiner Art und mit nur 4% alc. ein brauchbarer Durstlöscher bei der Mörderhitze, einen Feinschmecker-Genuß darf man aber nicht erwarten.

Kaon

Eine weitere albanische Marke haben wir noch gefunden. Das Lager schmeckt ebenfalls irgendwie pilsig, allerdings deutlich leerer, es muß unbedingt stark gekühlt werden und ist dann immerhin wegen dem Abkühlungseffekt nutzbar.

skopsko

Skopsko Pivo Скопско Пиво

Ein Abstecher um den Ohrid-See führt uns auch nach Mazedonien. Dort bekamen wir ein sehr sehr kaltes Bier serviert, das in kräftigem Gold mit einem typischen Pils-Schaum kaum Geruch entwickelte. Das im glas servierte Bier hatte einen eher weichen Geschmack, aus der Flasche wirkte es sehr viel treibender. Beide Varianten aber waren beeindruckend leer – wieder nur ein Kaltgetränk um den Staub der Straße wegzuspülen. (Von wegen „Geschmack Mazedoniens“, das Land ist doch soviel schöner!)

Fazit:

Die ehemals heimischen Brauereien gehören inzwischen auch alle zu den großen Konzernen. Auch wenn es durchaus deutliche regionale Unterschiede gibt, so folgen doch alle irgendeinem Mainstream-Geschmack, der klar auf leichte Erfrischung ohne eigenständigen Charakter zielt. Zum Glück haben aber alle bereisten Länder soviel mehr zu bieten, so daß diese Reise uns doch noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 30. Juni 2012 und wurde abgelegt unter "andere Länder, benhur". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

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