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feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

Meine Stars auf dem Braukunst Live! Festival 2013

20130310_braukunst_live_titel „Braukunst Live!“ – als ich im letzten Jahr, 2012 also, die Flyer und Plakate mit dem Retro Schwarz-Weiß Typen mit der farbigen Biertulpe gesehen hatte, dachte ich mir zuerst „Na was wird denn das jetzt sein? Irgend so ein Bier-Szene-Schnickschnack wohl. Naja.“ Dieses Blitz-Vorurteil war zum Glück nur von kurzer Lebensdauer. Als Bierblogger habe ich schnell mitbekommen, dass die Braukunst Live! eine ernsthafte Veranstaltung war, nur in ihrer Art und Aufmachung etwas ganz Neues. Mit „Szene“ lag ich jedoch nicht verkehrt. Im Jahr zuvor, 2011, habe ich in Kalifornien einen Einblick in die amerikanische Bierszene der dortigen Micro Breweries gewinnen können, über die Qualität und Vielfalt der Biere dort gestaunt, insbesondere die Sorte „IPA“ bewundert und die Amerikaner schon fast um ihre tollen Biere zu beneiden gelernt. Solche Biere – so gute auch! – kannte ich von Deutschland kaum. Ausnahme: Die Brauerei Georg Schneider und Sohn, die mit ihrer Hopfenweißen schon länger ein „modernes“ Bier im Programm hat, und die seit zwei Jahren mit der Reihe „TAPX“ für Furore sorgt. Auf dem Bierfestival habe ich dann gelernt, dass in Deutschland mittlerweile über die Brauerei Schneider hinaus schon eine ganze Reihe von vorwiegend kleineren und jüngeren Brauereien mit neuartigen Bierkreationen, auch nach amerikanischem Vorbild, glänzen, und dass sich um sie herum auch schon eine richtige Fan-Szene entwickelt hat. Ganz besonders hat sich da auf der Braukunst Live! die Brauerei Camba Bavaria aus Truchtlaching am Chiemsee hervorgetan.

Doch auch Traditionsbrauereien waren vertreten, im Jahr 2012 allen voran die Perlacher Forschungsbrauerei, die gleich das Catering für das Event gemacht hat. Weiter die Münchner Hofbräu, die schon erwähnte Brauerei Schneider aus Kelheim, die Brauerei Riegele aus Augsburg und die Ayinger Brauerei. Insgesamt waren es über 40 Brauereien aus 6 Ländern, also nicht nur aus Deutschland. In diesem Jahr war die Zahl der Brauereien schon doppelt so hoch: Hier die Liste aller Aussteller (klick). Entsprechend war ich auch nicht nur einen Tag auf dem Festival, sondern gleich das ganze Wochenende. Ich weiß nicht, wie ich das im letzten Jahr hin bekommen habe, dass ich da sogar gleich mehrere der Workshops mit Verkostung aus dem Rahmenprogramm der Veranstaltung mitmachen konnte. Diese Workshops waren kleine ca. dreiviertelstündige Vorträge, deren Referent(Inn)en Brauexperten wie Braumeister, Biersommeliers, Bier-Portal-Betreiber größerer deutscher Bierblogs aus der Szene waren. Auf der Referentenliste war da z.B. Georg Schneiders Star-Braumeister Hans-Peter Drexler, den ich hier zum ersten mal in natura sehen konnte. Eine weitere ReferentIn war die Biersommeliere Birgit Rieber, deren Namen ich bis dahin noch nie gehört hatte, die ich inzwischen aber schon mehrmals wieder gesehen habe, zuletzt im vergangenen November auf der Nürnberger Brau Beviale. Frau Riebers Vortrag hatte den Titel „Welche Gier schmeckt Dir?“. Sehr einprägsam. Es ging um die verschiedenen Hefen und deren Bedeutung für die unterschiedlichen Biersorten, die sie ihre Zuhörer auch verkosten lies. Auch in diesem Jahr war Birgit Rieber wieder dabei, am Stand von Propeller habe ich sie getroffen.

Heuer dagegen habe ich in drei Tagen gerade mal einen Workshop mitgemacht. Es waren einfach zu viele Bierfreunde und Biermacher zu treffen und zu viele tolle Biere zu verkosten, als dass ich da eine Stunde lang vom Geschehen in der Haupthalle fern bleiben wollte. Und egal wo ich hin ging, überall ergab sich ein interessantes Gespräch und auch oft die Gelegenheit, eine Wissens- oder Informationslücke zu schließen: Was die Brauerei im Eiswerk macht, wer dort braut, wie der Doppelbock von Hofbräu früher hieß (Delicator ;-)), warum der Ur-Bock von HB kein „-ator“ ist, warum es direkt vor dem Eingang zum Riegele Wirtshaus in Augsburg so schön nach Gärkeller riecht, wie der Braumeister von Riegele heißt (Frank Müller), wie man in der Klosterbrauerei Baumburg am besten einkehrt, warum Roggenbier so selten gemacht wird, wie in Österreich mit Zuckerzugabe jenseits des Reinheitsgebots (trotzdem) gut gebraut wird, wie Thorsten Schoppe zu seinem witzigen Film zum Bier kam, was das Frischbier vom mobilBRÄU Stefan Jakob denn nun ist, … Und so ging das eigentlich ohne Pause durch, drei tolle Tage lang. Und dabei immer wieder die feinsten Biere dazu probiert – viele von den neueren Szenebieren natürlich, sehr oft hopfengestopft, aber auch nach klassisch deutscher Art hergestellte Biere.

Meine Star-Biere

Was habe ich denn jetzt alles probiert? Ich bin da bewusst nicht systematisch vorgegangen, sondern habe mich mehr oder weniger vom Zufall leiten lassen. Ich wollte einfach nur Genießen. Bei einigen Festivalbesuchern habe ich aber auch gesehen, dass sie die offizielle Bierliste ausgedruckt  hatten und sich genau ausgesucht haben, was sie so verkosten wollen. Alle Biere zu trinken wäre, auch bei der üblichen Verkostungsmenge von nur 0.1l pro Bier, nicht ohne Alkoholvergiftung zu schaffen gewesen. Eine gewisse Auswahl musste also schon sein, so oder so.

Besonders in Erinnerung sind mir nun diese Biere geblieben (die Beschreibung mit Unterstützung aus der oben verlinkten Bierliste):

  • Roggenbier vom Aichacher Hinterhofbräu. Der Hinterhofbrauer Norbert Zandtner hatte das ausschließlich für die Messe gebraut, mit einem extrem hohen Roggenanteil von 75%. Die Verarbeitung sei sehr sehr aufwändig gewesen sein, weil Roggen so stark verklebt, verriet mir der Brauer.
  • Von Schoppe Bräu aus Berlin ebenfalls ein Roggenbier namens „Roggen Roll“ und ein Imperial IPA mit Namen „Holy Shit“. Braumeister Thorsten Schoppe beschrieb den Besuchern an seinem Stand das erstere als „malzbetont“, das letztere als „alkoholbetont“ – 10%!!!. Ein „hopfenbetontes“ hatte er auch.
  • Von der Klosterbrauerei Baumburg ein hopfengestopftes Bier. Das war gar nicht auf der Liste. Ich habe am Stand von Thorsten Schoppe im Gespräch mit einem Heimbrauer zufällig davon erfahren. Das Aufregende daran war, dass der Braumeister Andreas Goblirsch den neuen Aromahopfen „Mandarina Bavaria“ heiß verarbeitet hat, und mit Hallertauer Bitterhopfen, gestopft hat. Also gerade umgekehrt als üblich. Er hat das so gemacht, weil der Mandarina, den die meisten anderen Brauer als Aromahopfen für die Kalthopfung verwenden, recht hohe Alphawerte hat, also auch für die Bitterhopfung gut geeignet ist. „Die anderen machen das alle verkehrt“, meinte er. Als das Bier dann aber reifte, habe ihn die Aromaentwicklung des Mandarina so sehr aufgeregt, dass er mit dem Hallertauer Klassiker nachgestopft hat. Am Ende kam ein perfektes Bier heraus 😀
  • Roggenbier vom mobilBRÄU Stefan Jakob. Das war für mich schon 2012 eines der beeindruckendsten Biere. Vor allem, weil Stefan es traditionell braut, und es mir wahrscheinlich gerade deshalb nach mehreren vorangegangenen hopfengestopften Bieren den Geschmackssinn wieder erden konnte auf die Urgeschmäcker von Malz, Hefe und Hopfen. Laut Bierliste ist es aus aus Gerste, Weizen, Roggen und Dinkel. Alle wichtigen Getreide in einem Bier verbraut. Genial!

Und dann war da noch ein ganz spezielles Bier zu verkosten. Es war sogar meine allererste Kostprobe an diesem Wochenende:

  • Die Edition 2013 von Georg Schneiders Serie „TAPX“: „Meine Sommerweiße“. Als einer der Hauptsponsoren, der sog. „Premium Partner“ der Braukunst Live!, hat Georg Schneider die Gelegenheit genützt, auf der Open Stage des Festivals dieses Bier ein einer feierlichen Enthüllung vorzustellen. Die Geschichte, die er dazu erzählte, klang allerdings teilweise etwas holprig: Hans-Peter Drexler, Schneiders Star-Braumeister, soll auf einer Fahrt durch die Hallertau auf dem (Dach)boden eines Hopfenbauern einen Hopfen entdeckt haben, der besonders gut roch, und von dem er meinte, damit müsse man ein mal etwas Neues probieren. Der Hopfen hat noch keinen Namen, nur eine Nummer. Das Aroma mehr würzig als fruchtig. Kräuterartig. „Erinnert an einen Spaziergang über Bergwiesen“. Im Duft Noten von grünen Sachen wie Minze, grüner Apfel, und auch Grapefruit. Das kann ich bestätigen! Ich konnte die Herren Drexler und Schneider später noch persönlich befragen und bekam vom Braumeister die Information, dass in diesem Weißbier wieder mit einer belgischen Hefe gearbeitet wurde, allerdings mit einer anderen als im inzwischen schon legendären „Mein Nelson Sauvin“. Die Herkunft des Hopfens hielten die beiden ebenfalls sehr gut geheim. Herr Schneider sagte lediglich nicht Nein auf meine Frage, ob es sich unter Umständen um eine Neuzüchtung aus dem Hopfenzentrum Hüll handele ;-). Jedenfalls ist das TAPX 2013 „Meine Sommerweiße“ wieder ein außergewöhnliches Bier, und die Enthüllung war eine hübsche Schau.

Meine Bier-Stars

Ich habe mich heuer also mehr als Genießer gefühlt denn als Blogger. Und so habe ich auch tatsächlich kaum Fotos von den Ausstellungständen und den einzelnen Bieren gemacht. Stattdessen habe ich lieber die großen Persönlichkeiten abgelichtet, die „Stars“. Davon aber auch nicht jeden einzelnen. Es waren einfach zu viele da. Darum nachfolgend die mir persönlich wichtigsten.

(Hinweis zum besseren Betrachten der Bilder: kleines Bild anklicken zum Vergrößern – ins große Bild klicken zum Schließen)

Frank-Michael Böer

20130310_braukunst_live_frank-michael_boeer_spricht Der muss natürlich dabei sein. Ohne diesen Mann gäbe es die Braukunst Live! ja nicht. Hier bei seiner Eröffnungsrede am ersten Messetag. Er ging dabei auch darauf ein, dass unter den Bieren der Aussteller auch welche sind, die nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut werden, und meinte, dass sei nichts Schlechtes. Mir persönlich ist das Reinheitsgebot schon wichtig und ich halte es für höchst schützenswert. Ich habe dann auf der Messe aber schon auch so ein „nicht reines“ Bier probiert. Durchaus ein Genuss. Eine Kennzeichnungspflicht wäre vielleicht ein Weg. Doch zurück zur Braukunst Live!. 2012 schon eine Sensation für mich. Seit 2013 ein absolutes Muss. Für den rein konsumierenden Bierfan würde ich sagen: wichtiger als die Beviale. Daher also Frank-Michael Böer mein erster Star.

 

Dr. Michael Möller

20130310_braukunst_live_dr_michael_moeller_hb Als Direktor des Staatlichen Hofbräuhauses München per se schon ein Star. Ich sehe ihn regelmäßig jedes Jahr im Fernsehen, wenn er den Maibockanstich der Münchner Hofbräu eröffnet, bei dem Django Asül die „alternative Nockherbergrede“ hält. Also, der Direktor einer der großen Münchner Brauereien ist in jedem Fall ein Star.

 

Georg VI. Schneider und sein Braumeister Hans-Peter Drexler

20130310_braukunst_live_drexler_schneider_verkostung_tap_x 20130310_braukunst_live_hans_peter_drexler_spricht Die Macher eines meiner Star-Biere. Beide absolute Bier-Stars. (Mit auf den Bildern: Robert Pazurek vom Bierbewertungsporal Bier-index.de)

 

Thorsten Schoppe

20130310_braukunst_live_thorsten_schoppe Kurzbeschreibung: Berliner Szene-Brauer, Brauer von Ausnahmebieren mit Ausnahmenamen.

Über Thorstens Anwesenheit auf dem Festival war ich ganz besonders erfreut. Ich hatte ihn im letzten Sommer in seiner Brauerei in Berlin schon mal besucht. Seine Biere sind alle wirklich sehr gelungen: Ob traditionelle Sorten oder neuere Craftbeer-Szene-Biere wie Mate-Bier, das ich bei ihm in Berlin getrunken hatte – alle schmecken sehr natürlich, echt, oft ungewöhnlich und immer gut. Wer seinen Bieren Namen gibt wie „Roggen Roll“ und „Holy Shit“, wäre allein deswegen schon ein Star. Thorsten braut aber auch noch exzellent, und das bei großer Sortenvielfalt.

 

Dr. Wolfgang Stempfl

20130310_braukunst_live_dr_wolfgang_stempfl_spricht Dr. Stempfl ist der Geschäftsführer der Doemens Akademie, der Brauerschule in Gräfelfing bei München. Doemens ist bei Bierkonsumenten weniger bekannt als die Universiät in Weihenstephan, hat aber gerade für die vielen Familientradtionsbrauereien eine hohe Bedeutung, weil hier die jungen Famielennachfolger ihre Ausbildung zum Mälzer und Brauer machen können, ohne gleich Diplom-Braumeister werden zu müssen. Weiter hat sich Doemens in den letzten Jahren mit dem Lehrgang zum Biersommelier einen Namen gemacht. Dr. Stempfl taucht daher in fast jeder Doku-Sendung über Bier im Fernsehen auf. Das alles macht ihn zum Star.

 

Prof. Dr. Ludwig Narziß

Dies war für mich eine Begegnung der ganz anderen, ganz besonderen Art. Erst glaubte ich, ich träume, als ich diesen 87jährigen Herren umschwärmt von vielen Brauern (weniger von normalen Festivalbesuchern) durch die Ausstellung schweifen sah. Aber er war es wirklich: Prof. Dr. Ludwig Narziß. Von 1964 bis 1992 saß er auf dem Lehrstuhl für Technologie der Brauerei I in Weihenstephan. Zuvor, 1958 bis 1964, war er erster Braumeister der Löwenbräu AG München. Er strahlte eine ganz besondere Aura aus, wie er so von den Fachleuten umringt wurde. Ich hatte schon so manches von ihm gehört gehabt und wusste um seine Bedeutung für das Brauwesen. Auch in einem seiner Bücher, dem „Abriss der Bierbrauerei“, recherchiere ich gelegentlich, wenn ich mal ein Bierthema besonders tief ergründen will. Er schreibt darin Dinge wie etwa im Kapitel 2 „Die Technologie der Würzebereitung“ am Ende des Unterabschnitts 2.1.3.3 „Die Wirkung der Wasser-Ionen“:

Die Säureverminderung äußert sich auch bei der Gärung: langsamere Vergärung, Verschmierung der Hefezellen, Verringerung des Vergärungsgrades und mangelnde Ausscheidung von Eiweiß, Gerbstoffen und Hopfenharzen führen zu einer wenig befriedigenden Zusammensetzung des Bieres.

Das ist bisher meine Lieblingsstelle in seinem Standardwerk. Und auf einmal stand er nun leibhaftig vor mir. Ich konnte ihn nicht einfach so aus der Ferne fotografieren. Dafür ist dieser Mann von viel zu großer Bedeutung und Ehre. Ich habe ihn also angesprochen und um Erlaubnis für ein Foto gebeten. Er fragte, woher ich wäre, und blickte auf  das Presse-Schild an meiner Brust. „Presse. In Ordnung.“ meinte er und hielt kurz inne. An der Unschärfe des Fotos erkennt man, wie aufgeregt ich war. Macht nichts. Ich habe eine der größten Bier-Größen überhaupt fotografieren dürfen.

20130310_braukunst_live_prof_ludwig_narziss

Prof. Dr. Ludwig Narziß – nicht einfach nur ein Bier-Star, sondern, so wird er von Braumeistern genannt, der einzig wahre und echte Bierpapst!

mobilBRÄU Stefan Jakob

Star Stefan kenne ich von allen meinen Stars hier am längsten. Er hat acht Jahre lang mein Lieblingsbier gebraut. Im Jahr 2010 hat er mit dem Brauen im größeren Stil aufgehört und sich nun heftig verkleinert. Verkleinert von einer 20hl auf eine 30l Brauerei. Als mobilBRÄU fährt er mitsamt seiner Brauerei hin zu seinen Interessenten, also zu Privatleuten, Firmen, auf Veranstaltungen und braut mit ihnen und führt die Leute in die Geheimnisse der Braukunst ein.

Wie gesagt, er hat lange mein Lieblingsbier gebraut, und braut jetzt – siehe oben – eines meiner Star-Biere, welches schon wieder das Zeug dazu hätte, mein Lieblingsbier zu sein.

Stefan war auf der Braukunst sogar im Fernsehen zu sehen: Beitrag in der Abendschau des Bayerischen Rundfunks (klick), etwa ab Position 05:40. Wie man sieht, braut er live auf der Messe. Er ist damit eigentlich der einzige der Aussteller, der den Begriff „Braukunst Live!“ richtig verstanden zu haben scheint. 😀

20130310_braukunst_live_mobilbraeu_stefan_und_petra_jakob

Stefan ist hier an der Seite seiner Frau Petra zu sehen. Als letztes Jahr sein Name in der Ausstellerliste auftauchte, war dies mit Ausschlag gebend dafür, dass ich mich zum Besuch des Festivals entschloss. Ein Entschluss, den ich nicht bereut habe, denn ich werde 2014 mit Sicherheit wieder zur Braukunst Live! gehen, um meine Bier-Stars zu treffen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 10. März 2013 und wurde abgelegt unter "Allgemeines, ralf". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

6 Kommentare

  1. Klaus sagt:

    Servus Ralf,
    ich bin der Heimbrauer mit dem Tipp für’s Baumburger Bier. Ich habe den Blog verfolgt und gedacht, du schreibst nie mehr was über die Braukunst, deshalb freue ich mich über deinen Bericht. Ich habe es leider noch nicht geschafft alle Verkostungsnotizen der Braukunst auf den Laptop zu übertragen bin aber dabei.
    Ich habe mittlerweile mein erstes untergäriges Bier gebraut einen hellen Bock (mehr oder weniger zufällig, da ich das Phänomen der unerklärlichen Stammwürzevermehrung hatte), der meiner Frau als erster Verkosterin)hervorragend schmeckt und trotz der Abschreckung durch Norbert Zandtner (er sagte: lass es einfach bleiben) habe ich auch ein
    Roggenbier nach dem Ursprungsrezept von Schierling mit Kwass gebraut (was für eine Sauerei!). Es ist noch nicht verkostungsreif, aber
    bei der Abfüllung hat es sehr gut gerochen.
    Ich habe mir auch von einem Münchner Freund ein Sortiment aus der Forschungsbrauerei zukommen lassen, das ich noch verkosten muss und bin dabei
    mir einen Spezialitäten-Bierkeller für Lager- und Bockbiere anzulegen.
    Ich möchte dich gerne einladen, wenn du mal in der Gegend bist, schau einfach vorbei, email oder Anruf vorher genügt, dann können wir das eine oder andere selbstgebraute Bier verkosten und natürlich ordentlich fachsimpeln.

    Habedieehre

    Klaus

  2. benhur sagt:

    Klaus, wie braust du denn? Ich meine, mit welcher Gerätschaft?
    Ich finde ja so eine Braueule sehr faszinierend, aber das lohnt sich sicher nur, wenn man öfters braut.
    Aus unserem Kochtopf-Versuch weiss ich, wieviel Arbeit so ein paar Liter ansonsten machen. In meiner kleinen Küche und bei einem Terminkalender, der nur sehr selten die Nachbetreuung des Sudes erlaubt, gibt es aber wohl keine andere Möglichkeit…

  3. Klaus sagt:

    Servus Benhur,
    wir haben mit dem Einkochautomaten angefangen und schnell gemerkt, dass man den größten Teil der Zeit mit Filtrieren verbringt und versucht irgendwas Trinkbares raus zu bringen. Nach 4 Suden bin ich umgestiegen auf den Braumeister von Speidel. Das System finde ich genial, man hat nämlich nur einen Kessel, das ist platzsparend, und das Läutern ist überhaupt kein Aufwand mehr. Seitdem liegt der Schwerpunkt nicht mehr auf dem Prozess sondern auf den Rezepten und so soll es doch sein! Der Prozess läuft von allein, so kann man sich auf die Rezepte und auf’s Experimentieren konzentrieren. Trotzdem ist es natürlich noch ein Aufwand, allein am Brautag brauche ich 8 Stunden, dann kommt noch das Flaschen abkochen und die Abfüllung dazu. Das Ergebnis sind dann maximal 20 Liter fertiges Bier.
    Derzeit überlege ich mir Gerätschaften für mehr Bier zuzulegen. Das Problem ist, dass ich handwerklich nicht der Crack bin, um selber was zu bauen und der Braumeister für 50 Liter mit über 2.000 € sehr teuer ist. Mal schauen wie ich weitermache. Auf jeden Fall ist es trotz des Aufwandes ein Riesenspaß und jeder gelungene Sud ein Glücksgefühl ohne Ende. Also wer Biere bewertet, muss unbedingt mal selber gebraut haben. So, das war das Wort zum Sonntag,
    habedieehre
    Klaus

  4. fwolf sagt:

    Hm .. Kwas. Da hab ich selbst schon ein paar Versuche gemacht. Faktisch ist ja der Name „kwas“ nicht unbedingt nur auf (Roggen)Brotbier zutreffend, sondern wird in den Ursprungsländern für alles, was durch ähnliche Zubereitung entstanden ist, verwendet.

    Hatte auch mal ein paar tolle Rezepte dazu, die sind aber mit dem Ende meiner langjährigen Beziehung anno 2009 bei meiner damaligen Freundin verblieben (immerhin war das Buch, das selbige enthielt, ihr Weihnachtsgeschenk – von mir.

    Aber ehrlich gesagt macht das meiste, was mit Alkoholgewinnung zu tun hat, immer einen Heidenaufwand, und größtenteils auch eine irre Sauerei 😉

    .. so etwa, wenn ich im leicht angeheiterten Zustand auf Idee komme, doch noch einen „Rauchfang“ anzusetzen (s.a. http://f2w.de/rumfang ).

    Als nächstes steht übrigens ein Kirschlikör auf dem Plan, nachdem mir vergangenen Samstag schon wieder der gekaufte Likör („auf Basis von Süßkirschen und Whiskey“) ein allzuschnelle Begegnung mit der Tastatur („Hitting the keyboard while falling asleep is called a ‚head crash‘) beschert hat.

    cu, w0lf.

    cu, w0lf.

  5. oliverxt77 sagt:

    Hallo Ralf, Gestern Abend hatte ich endlich die Gelegenheit dieses sehr außergewöhnliche Weissbier zu verkosten, und ich bin vollauf begeistert! Was ist das nur für ein Hopfen? Und diese Fülle von Kräuter! Wirklich ein Kunstwerk.
    Danke für Deinen Bericht.
    Oliverxt77

  6. benhur sagt:

    Ich konnte mit-geniessen und war ebenso begeistert! Im ersten Moment ein Wahnsinnskräuterduft, ab dann aber eine noch nie da gewesene intensive Fruchtigkeit, die zwar wohl säuerlich ist, aber nichts bisher Dagewesenem ähnelt: Mandarine ist das für mich, und zwar mit all den Kindheitserinnerungen an ein Frucht, die man so ja kaum mehr gekommen kann.

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