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Kölner Brauerei zur Malzmühle – Mühlen-Weizen

img_20130524_230630 Köln, Kölsch, gutes Kölsch – da gehe ich sehr gerne in die Brauerei zur Malzmühle (Heumarkt 6). Mühlenkölsch ist eines meiner liebsten, weil es so schön frisch und knusprig malzig ist. Ich war schon länger nicht mehr hier, heute aber war die Malzmühle meine erste Anlaufstelle. Während meiner längeren Abwesenheit hat sich da offenbar was getan: Es gibt ein neues Bier aus der Malzmühle. Auf den Tischen in der Brauereischänke standen Aufsteller, auf denen ein Weizenbier angepriesen wird. Mühlen-Weizen heißt es.

Ich war ja hauptsächlich wegen des Kölsch hier und habe mich erst mal daran ausgiebig gütlich getan. Irgendwann aber hat der Köbes auf seiner Runde durch die Schänke plötzlich mehrere Weizengläser an einen der Tische getragen. Offenbar Touristen, wie ich, die sich vom Aufsteller zu einer Bestellung haben animieren lassen. Das sieht nicht schlecht aus, dachte ich mir. Schöner dicker Schaum, so wie ich es aus der Ferne erkennen konnte, und vor allem eine kräftig goldbraune Farbe. Da habe ich meinen Köbes gleich mal eingebremst, als er mein leeres Kölschglas wieder gegen ein volles austauschen wollte, und ein Mühlen-Weizen einschieben lassen.

Fruchtig hefig würzig

img_20130524_223338 So würde ich es kurz beschreiben. Der erste Dufteindruck ist ein kräftig malzuntermalter Hefegeruch. In der zweiten Nase davon gesellt sich ein reif wirkender fruchtiger apfeliger Ton dazu, hinter dem würzige Noten von vor allem Nelken und ein wenig Zimt liegen.

Im Geschmack ist das Mühlen-Weizen dem Geruchseindruck folgend ausgesprochen vollmundig und auch hier fruchtig apfelig malzig. Auch der Körper des Bieres ist eher voll, wie von geröstetem Malzmehl, sehr angenehm mit sättigender Wirkung, also keinesfalls trockenes Mehl, sondern mehr wie ein Biskuitteig für Mutters Sonntagsobstkuchen.

Mit jedem Schluck, den ich von dem Mühlen-Weizen nehme, bestätigt sich das vollmundige apfelreife fruchtige und knuspermalzige Empfinden. Es ist wirklich beeindruckend, wie stimmig alle Aromen, auch die von Nelken und Zimt, zwischen Nase und Mund ausbalanciert sind.

Im Abgang schließlich dominiert wieder das malzmühlentypische Knuspermalz, und macht deutlich, dass auch das Mühlen-Weizen aus dem Hause mit einem der vorzüglichsten Kölner Kölsche kommt – aus der Brauerei zur Malzmühle.

Typisch Rheinländisch?

So eine gute Erfahrung mir rheinischem Weizen habe ich vor ein paar Jahren schon mal gemacht. Das war in der Kölner „Rivalenstadt“, wo ein „dunkles Kölsch“ gebraut wird. Auch dort hatte ich einen so vollen fruchtigen Geschmack erlebt. Im Körper war jenes Weizen nicht ganz so schön satt, dafür spritziger. Ob diese Aromen von der Rheinischen Hefe kommen? Ich frage mich, ob und wie die Weizenhefe mit der Kölsch- oder Alt-Hefe verwandt ist. Vielleicht liegt ja darin etwas von dem Geheimnis dieser Fruchtwürzigkeit.

Da könnte man sich dran jewenne

img_20130524_230614 Als ich mein Mühlen-Weizen leer habe, fragt mich der Köbes, ob ich noch eines wolle. Ich bedanke mich, und schwenke wieder um auf Mühlen-Kölsch. Der Köbes scheint erleichtert und murmelt etwas von „wat Richtijet“. Als ich meine Rechnung bezahle, drängt es mich, dem Köbes mitzuteilen, dass das Mühlen-Weizen durchaus ein sehr gutes Bier sei, worauf er antwortet „Ja, dat is schon lecker. Da könnte man sich dran jewenne.“ Ich denke, ich habe mich auch wirklich schon dran gewöhnt, und kann mir gut vorstellen, dass ich bei meinen zukünftigen Besuchen in der Kölner Malzmühle nun immer zwischen die vielen Kölsche ein Weizen einschieben werde.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 24. Mai 2013 und wurde abgelegt unter "Nordrhein-Westfalen, ralf, Weizenbier". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

1 Kommentar

  1. Martin sagt:

    Ich habe das Mühlen Weizen in einem getränkehandel um die Ecke entdeckt. Es ist einfach köstlich und für einen Weizenliebhaber wie mich gibt es nun endlich ein Weizenbier ausserhalb von Bayern, das absolut gut trinkbar ist!! Die „überregionalen“ Vertreter haben nämlich leider keinen Charakter…

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