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Bierverkostung im „Red Hot“ in Schwabing

Angeregt durch einen Beitrag in Felix‘ Blog wollte ich auch endlich mal ins erwähnte „Red Hot“ gehen und gucken, welches exotische Bier ich denn schon lange mal verkosten wollte. Die Bierkarte online ist ja sehr exklusiv, selbst wenn nicht alles vorrätig ist, müsste sich da ein Erlebnis finden lassen … 

An diesem Abend waren viele Biere von der Karte schon aus, aber es gab auch noch andere, auf jeden Fall viel mehr als ich probieren könnte. Zum Anfang empfahl mir die Bedienung das Marzus von Braufactum, ein leuchtend rotes Märzen mit einem wunderbaren cremigen Schaum. Dieser wird durchdrungen vom starken Duft nach Mirabellen und Quitten. Zart prickelnd ist der fruchtige Antrunk, dem ein malzfruchtiger Körper voller Karamell(bonbon)aroma folgt, das zwar süß ist, aber nicht „klebrig-süß“, vollmundig und stark, ohne schwer zu wirken. Auch im Abgang ist dieses Märzen ganz rund: fruchtig, malzig und mit einem Hauch Bitter-Würzigkeit. Ganz toll und sehr spannend zu trinken!

Auf jeden Fall wollte ich auch mal ein richtiges Sauerbier verkosten, ob das denn so zu mir passt. Dazu bot sich die Gueuze von Mort Subite an. Rostrot liegt die belgische Lambic-Spezialität im Glas, der Schaum zerfällt schneller als man hinsehen kann. Ein starker Duft nach Johannis- und Stachelbeeren stimmt die Nase ein, leicht bizzelig nach ebendiesen Früchten kommt der Antrunk, ich meine, ich würde ein Stachelbeer-Sorbet genießen! Wie eine luftige Blase füllt dieses Aroma noch den hinterletzten Gaumenwinkel, „supra-fluid“ müßte der Fachbegriff hierfür sein. Das ist absolut genial, ein Sommer ist ohne diesen Geschmack nun gar nicht mehr vorstellbar.

Als deutlicher Kontrast folgt jetzt ein Ola Dubh von Harviestoun. Das ist ein London Porter, welches in Highland Park Whiskey-Fässern gereift ist. Tiefschwarz („schwarzes Öl“ bedeutet der Name) mit wenig Schaum drauf sieht es aus wie kalter Kaffee. Aber der Duft! Man meint, einzelne Malzkörner zu riechen! Also nicht der Geruch von Malz an sich, sondern die Körner, wie wenn man sie durch die Finger rieseln liese. Dazu Noten von Karamalz, Schokolade, Russisch Brot, frisches Holz einer hellen Art. Im Gaumen kommen dazu noch Aromen wie Brownies, Kaffeelikör oder ein weicher Whiskey der mit einer Zartbitterschokolade genossen wird. Ich glaube, die Donauwelle und die Schwarzwälder Kirschtorte sowie die Schokoladenmousse mit den heissen Kirschen brauche ich danach auch nicht mehr, das ist besser!

Weil ich leider nicht noch mehr so tolle Geschmäcker an einem Abend schaffe, muss ich wohl bald mal wieder kommen. Aber das ist ja kein Problem, die Kneipe ist nett, nicht so Schickimicki wie ich dachte, das Essen (Burger) ist spitze und sie spielen gute Bluesmusik von der Schallplatte…

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Dienstag, 17. Dezember 2013 und wurde abgelegt unter "benhur, Faßgelagertes Bier, Märzen, Sauerbier". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

1 Kommentar

  1. Felix sagt:

    Freut mich das mein Beitrag zu einem Besuch anregte! Die Geuze ist absolut super, eines meiner Lieblingsbiere!! Ein sooo ein tolles Bier… München hat mittlerweile wirklich einiges zu bieten 🙂 Prost!

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