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feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

Fränkische Karpfen

pfefferkarpfen_foerster_moehrendorf.jpg Mit dem April geht in Franken auch die Karpfensaison zu Ende. Ich nutze diese Gelegenheit, um die fränkische Form dieses Fisches hier vorzustellen. Dieser Fisch passt nämlich wunderbar zu den fränkischen Bieren.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Zubereitungsarten: Karpfen gebacken und Karpfen blau. Beim gebackenen Karpfen unterscheidet der Franke sogar noch zwei weitere Unterarten: evangelischer und katholischer Karpfen. Katholischer Karpfen ist in Semmelbrösel paniert, der evangelische in Mehl. Der Ursprung dieser Einteilung ist mir unbekannt. Kommentare dazu sind daher hier im Blog höchst willkommen.

fischkueche_foerster_moehrendorf_rechts.jpg Natürlich hat jeder Karpfen liebende Franke seine „beste“ Fischküche, die er gerne weiter empfiehlt. Ich selbst habe z.B. in einem der Nürnberger „Landbierparadiese“ so eine „beste“ Karpfenwirtschaft genannt bekommen. Ich bin dann dieser Empfehlung gefolgt und dabei in der Tat auf eine exzellente Fischküche gestoßen, die nun auch meine eigene beste Fischküche ist, namlich die

Fischküche Jürgen Förster in 91096 Möhrendorf, Hauptstraße 9

Wer den Karpfen dort genießen will, muss sich nun allerdings bis zum September gedulden, denn Karpfen gibt es nur in den Monaten mit „r“. Und in der Zeit dazwischen ist eine auf Karpfen spezialisierte Fischküche tatsächlich geschlossen, so auch der Förster in Möhrendorf, selbst wenn man sonst dort auch die anderen nicht-fischigen fränkischen Spezialitäten wie etwa ein Schäufele oder Bratwürste serviert bekommt.

Eine andere empfehlenswerte Gaststätte, jetzt nicht auf Karpfen spezialisiert, ist der Löwenbräukeller in Buttenheim. Diesen Keller nenne ich wegen einer Besonderheit bei seinen Karpfen, die dem Betrachter der Bilder vielleicht schon aufgefallen ist: Die Karpfen werden nämlich üblicherweise nach Gewicht bepreist, und in jedem Karpfen steckt ein kleines Fähnchen, auf dem der Preis steht. Diese Fähnchen sind in fast allen Gaststätten in den altbayerischen Farben Weiß-Blau gehalten. Ausnahme: Der Löwenbräukeller. Dort gab es im Jahr 2007 eine Aktion, die Fähnchen auf die Farben Frankens Rot-Weiß umzustellen. Sogar der Bayerische Rundfunk berichtete. Wie man auf meinem Bild sehen kann, ist dies mit Erfolg umgesetzt worden. Weil man das Fähnchen aber nicht mit ißt, tut dies zum Geschmack keine Sache. Erwähnenswert fand ich dieses Detail aber schon. karpfen_gebacken_loewenbraeukeller_buttenheim.jpg

Als passendes Bier zum Karpfen möchte ich jetzt keine Empfehlung aussprechen. Das ist bei der Brauereienvielzahl in Franken auch gar nicht möglich. Wer darauf achtet, dass ein örtliches Bier ausgeschenkt wird, macht da eigentlich nichts falsch. In der Fischküche Förster bekommt man z.B. das Alt-Pahreser Dunkel ausgeschenkt. Auf dem Löwenbräukeller ist man natürlich mit dem ungespundeten Lagerbier vom Buttenheimer Löwenbräu bestens bedient. Der Kellerwirt und der Brauer heissen beide Modschiedler. Kein Zufall: es sind Brüder.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 1. Mai 2008 und wurde abgelegt unter "Franken, Gaststätten, ralf". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

4 Kommentare

  1. Markenmode sagt:

    Da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen!

  2. Alleinunterhalter sagt:

    Mhhhmmm ich bekomm schon wieder hunger 🙂

  3. Fiscanto sagt:

    Ich habe vor einigen Tagen eine Fernsehsendung gesehen, in der fränkische Karpfen mit sächsischen verglichen wurden. In Sachsen werden die Karpfen nur blau zubereitet und sind in der Regel größer.
    Die Zubereitung wurde in je 1 Gaststätte gezeigt. Die fränkische Gaststätte war in Bamberg. Die Chefin der Bamberger Gaststätte hat den Unterschied zwischen katholischen und evangelischen Karpfen erklärt. Diesen feinen Unterschied kennen wohl nur die wenigsten Franken.In ERH bin ich noch nie auf einen katholischen Karpfen gestossen. Leider habe ich mir den Namen der Gaststätte nicht gemerkt. Bei meinem nächsten Besuch in Bamberg werde ich nach dem katholischen Karpfen fahnden und im Erfolgsfalle auch gleich einen verspeisen.

  4. benhur sagt:

    In Franken benutzt man die beiden Konfessionen öfter, um regionale Unterschiede (hier tobte der Konfessionskampf im 30jährigen Krieg ja recht lange!) bei Speisen zu kennzeichnen:
    katholische Küchle sind Knie-Küchle (also die übers „vom katholisch Beten breite“ Knie gezogenen „Auszognen“) und evangelische Küchle sind hohle Kissen (nix drin).
    Die katholischen Karpfen waren halt in katholischen Dörfern und Familien als Festessen etwas edler gemacht, die evangelischen vermutlich in den ärmeren evangelischen Familien eben purisistischer (man gönnte sich keinen Genuss als guter Protestant).
    Im Übrigen haben die fränkischen Karpfen eine besonders runde Form, damit sie einen Teller möglichst gut ausfüllen ohne drüberhinaus zu ragen, es war den Mönchen nämlich nicht erlaubt, übern Tellerrand hinaus Ragendes zu essen, da das als Völlerei galt, aber sie wollten doch trotzdem möglichst viel drauf haben.

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