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feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

Weihnachtsbierproben

An und zwischen den Feiertagen zuhaus in der (mittel)fränkischen Heimat ist es das schönste, im Kreis von Familie und Freunden eine gscheite Brotzeit einzunehmen, dabei viel und laut und lustig zu ratschen und dummes Zeug zu quatschen. Und da kann man ja neben dem Klassiker aus Wettelsheim auch mal andere Biere an den Tisch laden. Wir hatten uns sogar ein paar ganz blaublütige Gäste geladen:

Fürst Carl von Ellingen Schloßgold (Export)

Das Deutschordensschloß Ellingen (1711) ist wirklich ein atemberaubendes Barockschloß mit viel Geschichte. Mir ist bisher allerdings noch nicht aufgefallen, daß gegenüber ein Brau- und Sudhaus ist, das noch immer vom Nachfahren des Schlossherren betrieben wird. Die Biermarke hat bei uns in der Gegend ebenfalls keine große Aufmerksamkeit, aber man sollte sich selbst überzeugen, ob das Bier nur adlig oder vielleicht doch sogar „aadlich“ (fränkisch für hübsch, gut) ist.

Mein Fazit: leider nicht. Im Gegensatz zu seinem Hersteller eher Proletariat! Schmeckt wie Durchschnittshelles, ein bischen leer, keinerlei Ahh-und-Ohh-Erlebnis, ich werde es sicher nicht nochmal kaufen.

Thurn und Taxis Winterfestbier

Die Historie der Brauerei liest sich ziemlich impossant: sehr früh schon eine Großbrauerei, die erste mit Pils, Roggenbier, Weizenbier vom Faß, … Aber seit 1996 sind sie im Besitz der Paulaner Gruppe. Nun, von einer Großbrauerei und einem Bier, das bei „PHP“ in München gebraut wird, erwarten wir von vornherein schon nicht viel, aber weils ein spezielles Saisonbier ist, wollte oliverxt77 es doch probiert haben.

Fazit: Sagen wirs mal so: es paßt zum Fürsten Carl, denn die beiden Adligen zählen bei uns nicht zu den Edlen.

Hofmühl Kellergold aus Eichstätt

Die 1100 Jahre alte Bischofsstadt Eichstätt liegt zwar in Oberbayern, gehört aber noch zum Altmühltal und damit für mich auch noch zu „Heimat“. Der Brauerei-Gründer (1492) kommt sogar aus der Nähe von Ansbach. „Naturtrübes Kellerbier“, Bügelverschluß, das altmodische Label, verlockend aufgemacht. Aber auch hier ist der Geschmack eher enttäuschend: gar nicht wie ein Kellerbier, eher wie ein Helles, ziemlich gewöhnlich, wenngleich schon ein bischen kräftiger, besser akzentuiert als seine weltlichen Brüder vor ihm.

Schlenkerla Märzen Rauchbier

So, jetzt brauchts aber was Ordentliches! Dieses Bier hatten wir ja schon mal in der fränkischen Bierbrobm, aber da war der Blick schon etwas getrübt, drum gibts hier noch mal ein Foto zum Lesen und Einprägen des Labels, denn dieses Bier soll man nicht im Getränkemarkt stehen lassen!

Spezial Rauchbier

Die Brauerei und ihre Faßbiere wurden bereits begeistert von ralf vorgestellt. Schön für alle, die nicht in Bamberg leben, ist, daß es dieses Bier auch in Flaschen gibt! Es  schmeckt auch genau so, wie man es in Erinnerung hat, die Faß-Atmosphäre wird eben durch die lustige Freundesrunde ersetzt.

So, jetzt könnte man ja meinen, nur die Oberfranken könnten Bier brauen – aber Mittelfranken kann seine Ehre retten:

Wir waren auf einem Spaziergang durch Pappenheim und hielten Ausschau nach einem Gasthof fürs Mittagsmahl. Direkt an der Altmühlbrücke wurden wir fündig, der gesuchte Fisch stand auf der Tafel angepriesen. Drinnen stellten wir freudig überrascht fest, daß wir im Lokal der Brauerei „Hirschbräu“ Wurm aus Pappenheim-Bieswang sitzen! Die Brauerei wurde schon 1135 gegründet, gebraut wird im Nachbardorf Bieswang, aber gleich gegenüber auf der anderen Altmühlseite ist die eigene Mälzerei. Wie uns erzählt wurde, verstarb der Seniorchef leider vor zwei Wochen, seinde beiden Söhne führen die Brauerei (und die Mälzerei) aber weiter.

Nun aber zum Bier: wunderbar sehen sie aus, das Helle hell, das Dunkle schön dunkel! Der Geruch ist deutlich, sehr ausgewogen, beim Hellen ein leichtes Überwiegen des Hopfens, beim Dunklen das Malz – wie es sich gehört! Und auch wie es sich für ein gutes Bier gehört, ist der Geschmack die Fortsetzung des Geruchs mit anderen Sinnen: ein frisches, leicht spritziges Helles und ein fruchtig-würziges Dunkles. Ganz fein, hier komm ich öfter her!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 27. Dezember 2008 und wurde abgelegt unter "benhur, Flaschenbier". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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