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Der Boandlbräu – Futtermittelhersteller und Brauerei

Im vergangenen Dezember hatte ich an einem Sonntag Morgen einen Freund von dessen Familie entführt und zum Frühschoppen in den Aichacher Stadtteil Oberbernbach geschleppt: zu Manni Fritsch, dem „Berabecka Boandlbräu“. Vor einem Jahr hatte ich schon mal über dieses Kleinod im Wittelsbacher Land berichtet (siehe mein Artikel vom März 2008).

boandlbraeu_feuerwuerste_mit_mannipulator_dunkel.jpg Wir hatten schon einen Winterbock getrunken, den dunklen „Mannipulator“, leckere Feuerwürste mit noch leckererem Kraut gegessen und verzehrten schon unseren Nachtisch, einen weiteren „Mannipulator“. Da kam der Chef selber in die Stube und tat, was er sehr gern tut – er mischte sich unters Volk, soll heißen er setzte sich zu uns. Mein Blog-PC, ein eeePC, hatte sein Interesse geweckt. Ich stellte ihm das Blog vor und zeigte ihm natürlich auch meinen Artikel über seine Brauerei, wobei ihm das Bild von seinem Anhänger mit dem Biertreber ins Auge sprang:

boandl-braeu_treber.jpg

„Hab ich schon die Geschichte dazu erzählt“, fragte er. Wir schüttelten die Köpfe. Da legte der Manni los: Er habe einen Nachbarn, und der hat Kühe. Und diesem Nachbarn hat Manni immer den Treber geliefert – für die Kühe. Bis der Nachbar eines Tages verzweifelt beim Manni anrief und sagte, er müsse für seinen Treber etwas unternehmen, sonst dürfe er nicht mehr liefern. Der Grund: So eine Kuh, die hat zwei Ohren, und drin baucht sie zwei Stempel. In jedem Ohr einen. Ohne diese Stempel, eigentlich sind es Tätowierungen, existiert die Kuh nämlich nicht. Sie scheisst zwar, aber es gibt sie einfach nicht, so Manni in seiner unnachahmlichen Art. Um diese Stempel für seine Kuh zu bekommen, muss der Bauer bei einem Amt nachweisen, woher er das Futter für die Kuh bekommt. Und jetzt kommts: Das Tierfutter darf nur noch von einem amtlich genehmigten Futtermittelhersteller kommen. „Du musst unbedingt was machen“, bat der Nachbar den Manni.

Und Manni machte was: Den Wanninger. Er rief zunächst beim zuständigen Amt des Landratsamtes Aichach an, und bekam die Auskunf, dass er ein Futtermittelhersteller sein müsse, wenn er seinen Treber als Kuhfutter hergibt. „Aber ich bin doch eine Brauerei“, entgegnete er. Damit konnte der Amtsmann nun nichts anfangen. Ja, woher denn diese Vorschrift sei, fragte Manni. Die komme aus Brüssel. Und so ging das hin und her bis Manni den Amtsmann durch unnachgiebiges Weiterfragen nach der Herkunft der Verordnung dermaßen an die Wand genagelt hatte, dass dieser schließlich zugab, dass die Leute, die sich in Brüssel sowas ausdenken, wirklich keine Ahnung haben, er aber auch nichts tun könne, er setze das nur um. Dem Manni war auch vollkommen klar, das die Brüsseler Vorschriftenmacher nicht wissen, was sie da tun. Wie könnte sonst plötzlich nicht mehr erlaubt sein, was bis vor kurzem noch Jahrhunderte lang das normalste von der Welt war: Biertreber an Tiere verfüttern.

Am Ende fand sich doch noch eine Lösung: Manni bekam vom „Tierfutteramt“ eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für seinen Treber und darf ihn jetzt wieder als Futter für die Kühe seines Nachbarn liefern.

Lustig an der Sache ist: Wenn, so wie heute in vielen Hausbrauereien üblich, aus Treber gebackenes Brot verkauft wird, ist das auch ohne Bescheinigung vollkommen unbedenklich. 😯 Tja, der Mensch ist halt kein Tier!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 9. Februar 2009 und wurde abgelegt unter "Allgemeines, Brauereiausschank, Oberbayern, Privatbrauerei, ralf". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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