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Zwischen den Forschungen

Heute konnte ich meine Ungeduld über die hoffentlich baldige Wiedereröffnung der Forschungsbrauerei nicht mehr aushalten und bin nach Perlach gefahren, um sozusagen mal ein wenig nach dem Rechten zu sehen. Ein bisschen komisch war das Gefühl aber schon, als ich in der Abendsonne auf den Biergarten des Forschungsbräustüberls zu ging, und dieser leer und verlassen hinter dem verschlossenen Tor lag. Eigentlich richtig zum Heulen wäre dieser Anblick gewesen, wenn da nicht ein Hoffnung gebendes Schild am Zaun hinge:

Es stimmt also, was ich schon angekündigt hatte. Die Forschung macht wieder auf! Im August. Und bis August sind es eigentlich nur noch knappe sechs Wochen. Mal abwarten, wie das gehen wird, denke ich mir, und schaue mich noch ein wenig um vor der einsamen Forschungsbrauerei.

Da öffnet sich plötzlich die Seitentür der Brauerei und heraus kommt Heinrich Jakob, der bisherige Eigentümer der Forschung. Er hat mich auch gleich gesehen und kam auf mich zu. Er wirkt recht offen und entspannt als wir uns begrüßten, sodass ich ein gutes Gefühl hatte, ihn auf die Umstände des Verkaufs der Forschung und des Wiedereröffnungstermins ansprechen zu können.

Ich wäre ein paar Minuten zu spät gekommen, meinte er zunächst. Herr Silbernagl, der neue Besitzer der Forschung wäre gerade weg gefahren. Der würde mir alles sagen können. Gerade, weil ich ja so viel über die Forschung schreibe. Heinrich Jakob hat natürlich auch meine Blog-Artikel alle gelesen. Und dabei offenbar ganz genau auch meine Aufzählung der Gerüchte um den Verkauf. (Das war in meinem ersten Artikel zur Wiedereröffnung.) Freilich war da viel falsches erzählt worden, meinte er. Am falschesten war das Gerücht, dass Luitpold Prinz von Bayern die Forschung aufgekauft hätte. Mit dem Prinzen war nie ein Kontakt gewesen, sagte Herr Jakob. Richtig war aber, dass doch einige große Brauereien angefragt hätten. Ein Verkauf an diese war aber nie in Frage gekommen, weil diese alle tatsächlich den Plan gehabt hätten, die Brauerei still zu legen und ihr eigenes Bier auszuschenken. Da weiß Heinrich Jakob aber zu gut, warum die Gäste von überall her nach Perlach gekommen sind: Wegen der besonderen Biere, die dort bisher gebraut wurden, und auch wegen einiger Besonderheiten aus der Küche. Er nennt mir genau das, was auch ich und alle meine Freunde immer so an der Forschung geschätzt hatten: Das Hendl und den Obazdn.

Und genau das war die schwierige Aufgabe: Die Forschung an jemand anderen zu übergeben, der aber so weiter machen wird, dass sich für die Gäste nichts ändert. Das hat lange gedauert, sagt er entschuldigend, aber mit Herrn Silbernagl glaubt man da nun wohl den richtigen gefunden zu haben. Bei der Nennung des neuen Eigentümers lässt mich Herr Jakob auch gleich noch mal merken, dass er meine Blog-Artikel kennt: Er weist mich nämlich darauf hin, dass Herr Silbernagl in der Tat ein Brauer ist, und zwar ein „gelernter Brauer“. Dabei betont Heinrich Jakob ganz besonders das „gelernter“! Und er sagt mir auch noch mal, dass ich am besten bald den neuen Brauer treffen solle, um von ihm dann offiziell die Details um die Wiedereröffnung und seine weiteren Pläne mit der Forschung zu erfragen. Das könne ich dann auch gut öffentlich schreiben.

In seiner Eigenschaft als der Ex-Inhaber sagt er mir dann – nicht fürs Blog bestimmt – noch einiges über den aktuellen Stand in der Brauerei und über den – sowieso in Kürze bekannten – Termin der Wiedereröffnung. Und nochmal kommt der Hinweis, direkt mit Herrn Silbernagl zu sprechen, der ja ab jetzt für alles zuständig ist. Das werde ich mit Sicherheit bald tun, antworte ich.

Ich frage Heinrich Jakob noch, ob man ihn denn bei der Wiedereröffnung dann auch noch mal sehen wird. Ja, er werde da schon das eine oder andere mal vorbei schauen. Gerade am Anfang ist man zwangsläufig eh noch mit dem neuen Brauer in Kontakt, weil unter anderem ja Sigmund Steinbeisser, Heinrich Jakobs Schwager, diesem noch beim Brauen des Forschungsbieres helfen wird, damit dieses so schmecken wird, wie die Gäste es kennen und wollen.

Er strahlt auch am Ende unseres Gesprächs noch die Zuversicht aus, die ich schon anfangs wahrgenommen hatte. Und alles was er mir erzählte, bekräftigt mein Gefühl, dass Manfred Silbernagl wirklich der richtige Nachfolger als Eigentümer und (gelernter! ;-)) Brauer der Forschungsbrauerei ist. Jetzt muss nur noch das Bier gelingen, und das Gartentor sich wieder öffnen zu einem dann wieder mit Tischen und Stühlen gefüllten und mit vielen frohen Gästen voll besetzten Biergarten und Bräustüberl.

„In Kürze“ ist es tatsächlich wieder so weit. Ich kann es immer noch kaum fassen. Aber es ist wirklich wahr: Die Forschung macht wieder auf, und mein Krug wird bald wieder voll zum Einsatz kommen … „voll“ … mit echtem Forschungsbier! Oh wie ich mich darüber freue:

Serengeti ist nicht gestorben!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 29. Juni 2011 und wurde abgelegt unter "Gaststätten, Oberbayern, Privatbrauerei, ralf". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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