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feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

Biertest im Brauereigasthof der Schlossbrauerei Eichhofen

eichhofen_bier_brauereigasthof_titel.jpg Bevor ich mit Peter Lang, dem Braumeister und technischen Betriebsleiter der Schlossbrauerei Eichhofen die Besichtigungsrunde durch die Brauerei gemacht habe, sind wir – der baulichen Anordnung der Gebäude entsprechend – erst mal in den Brauereigasthof gegangen. Natürlich nur zum Anschauen, quasi als Appetitanreger; wir sind ja danach noch mit dem Auto gefahren. Dabei habe ich dann gleich mal noch im Tageslicht ein paar Eindrücke festgehalten von dem Ort, an dem ich am Abend Peters Biere testen wollte, und wo ich auch mein Nachtquartier hatte.

Die Brauereigaststätte

eichhofen_bier_einfahrt.jpg eichhofen_bier_schuetzenzimmer.jpg eichhofen_bier_festsaal.jpg eichhofen_bier_gastraum.jpg eichhofen_bier_brauereigasthof_schanktheke.jpg

Die Bilder zeigen der Reihe nach von links nach rechts:

• die Einfahrt zum Hof mit Brauerei und Schloss; vorne links der Biergarten

• das Schützenzimmer, mit aufgebauter Schießanlage

• den Festsaal (im ersten Stock)

• eine Ecke der Gaststube (Hauptraum im Erdgeschoss)

• den wichtigsten Platz, die Schanktheke

Die Biere

Am Abend dann ließ ich mich erst im Biergarten zum Biertest nieder, um nach Einbruch der Dunkelheit innen im Brauereigasthof weiter zu machen.

Helles

eichhofen_bier_hell_01.jpg eichhofen_bier_hell_02.jpg Als erstes kam das Standardbier aller Brauereien (Weissbierbrauereien ausgenommen) an die Reihe. Obwohl das Helle ja nun eigentlich kein Pils ist, fiel mir daran als erstes der intensive und sehr angenehme Hopfenduft auf. Im Biergarten stand der Jahreszeit gemäß nämlich eine Hyazinthe auf dem Tisch, die selbst einen starken Duft ausstrahlt. Sie hatte jedoch keine Chance gegen die Konkurrenz von der Hopfenblume. Farblich komplettierte die echte Blume das klare hellgelbe Helle perfekt. Und auch der Biergenuss passte zu dieser Dekoration (oder umgekehrt): Prikelnd, frisch, mit leichter Malzsüße, jedoch nicht zu viel davon, genau richtig. Die Hauptnote bleibt hopfig herb. Sehr sehr fein, dieses Helle. 😀

Als ich mit Peter im alten Sudhaus war, versuchte er mir zu erklären, wie die Materialausführung der Brauanlage den Biergeschmack beeinflusst. Das Metall, ob Kupfer oder Eisen, gibt Ionen ab, die der Hefe später bei der Gärung gut bekommen, oder auch nicht. Man kann mit chemischen Analysemethoden wie der Chromatografie die inhaltlichen Zusammensetzung untersuchen. Das Ergebnis wird aber nichts über den Geschmack aussagen können, den der Biergenießer empfindet.

Und obwohl, oder gerade weil(?) in Eichhofen mit der brandaktuellen neuen SchoKo-Technik gebraut wird, empfand ich den Geschmack wie früher in den 80er Jahren, als die meisten Biere noch gut waren. Das Eichhofener Bier bewahrt diese Klasse auch heute noch.

Pils

eichhofen_bier_pils.jpg Auf das Pils mit dem Tettnanger Aromahopfen war ich schon sehr gespannt. Das war dann auch ein sehr elegantes Bier, nicht nur der edlen Pilstulpe wegen, in der es serviert wird. Im Vergleich zum Hellen empfand ich es malziger, würziger, und in der Tat auch deutlich hopfiger, wobei der Hopfen relativ zum Hellen stärker zugenommen hat, als das Malz. Kurz: ein edles Pils mit stolzer Hopfennote.

Spezial Dunkel

eichhofen_bier_spezial_dunkel.jpg Das Spezial Dunkel ist unfiltriert. Es hat einen extrem milden und weichen Gesamtcharakter. Dies war mir übrigens an den beiden vorangegangenen Bieren auch schon aufgefallen. Das Dunkle wird mit echtem dunklem Malz gebraut, nicht gefärbt. Dadurch hat es ein malz-karamell-fruchtiges Röstaroma. Dank seiner Milde läuft es weich die Kehle hinunter. Es erinnert dabei an sanften Kaffee mit Irish Cream und ein klein wenig Zucker. Auch leichte Kakaotöne meinte ich zu bemerken. Der größte Unterschied zu echtem Kaffee ist die Kohlensäure, die dem Kaffee fehlt, und die dem Bier die erfrischende Wirkung verleiht.

„Spezial“ heisst es übrigens, weil es eine Stammwürze von 13,8% hat. Und ab 13 darf ein Bier eben die Bezeichnung „Spezial“ tragen.

Eichator – dunkler Doppelbock

eichhofen_bier_eichator.jpg Zum Abschluss, als Betthupferl, gab es den Eichator. Das war ein echtes Dessert: satter, dichter, gehaltvoller Fruchtgeschmack. Ein wenig wie Dörrpflaumen aus dem Naturkostladen, oder wie glasierte Schweineschwarte. Da verwundert es einen nicht, dass auf dem Etikett 8 % vol. alc angegeben sind. Die Farbe des Bockbieres war dunkelrot bis kastanienbraun. In Verbindung mit dem konzentrierten Fruchtaroma deutet das auch auf die Verwendung von echtem Malz hin. Bei Doppelböcken von geringerer Qualität findet man stattdessen eher verbrannte Röstaromen. Nicht so beim Eichator. Hier war nix schlechtes drin. Ganz im Gegenteil.

Nicht probiert – leichtes Helles

Das ist auch noch ein Bier aus dem Sortiment der Schlossbrauerei Eichhofen. Nur nach dem Doppelbock wäre ein objektiver Test sehr schwer gewesen. Ich möchte es dennoch nicht unerwähnt lassen, denn Peter hat mir eine wichtige Information dazu gegeben: Das leichte Bier wird in Eichhofen auch als leichtes Bier gebraut. Wie sonst? möchte man jetzt fragen. Nun, es gibt wohl noch die Technik, zur Herstellung von leichtem Bier einfach ein Vollbier zu verdünnen. Das überlässt man in Eichhofen aber anderen. Hier ist alles echt – vom Braumeister bis zum leichten Bier.

Eichhofen bei Nacht

eichhofen_bier_sudhaus_nacht.jpg eichhofen_bier_brauereigasthof_nacht.jpg eichhofen_bier_brauereigasthof_zimmer.jpg Natürlich ist die Kernkompetenz der Schlossbrauerei Eichhofen die Herstellung von exzellentem Bier. Man versteht sich in Eichhofen jedoch auch aufs Beste darauf, dieses stilecht und ganzheitlich umfassend zu präsentieren. Das beginnt beim gläsernen Sudhaus, das auch in der Nacht edel beleuchtet erstrahlt, setzt sich fort über den romantischen Biergarten am Fluss und den Brauereigasthof mit gehobenen gutbürgerlichen Speisen, und kann traumhaft schön enden mit einer Übernachtung in einem der Gästezimmer, wo über dem Bett die Garantie für gutes Bier aufgehängt ist: Das deutsche Reinheitsgebot.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Dienstag, 14. April 2009 und wurde abgelegt unter "Oberpfalz, Privatbrauerei, ralf, Weizenbier". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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