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feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

Privatbrauerei Plank in Laaber

Nach dem Rundgang durch seine eigene Brauerei sagte mir der Braumeister Peter Lang „So, jetzt fahr’n ‚mer mal in a g’scheide Brauerei“. Das war natürlich nur ein Scherz, denn eine „g’scheide“ Breierei ist die Schlossbrauerei in Eichhofen ja auch. Er wollte mir damit viel mehr zeigen, dass es auch in der Oberpfalz noch mehrere erstklassige Privatbrauereien gibt, nicht nur in Franken. Ich stellte also mein Auto übernachtungsfertig ab, stieg zu Peter ins Auto, und wir fuhren nach Laaber zur Brauerei Plank.

Bereits auf der Hinfahrt erzählte mir Peter einiges über den Weissbierspezialisten Michael Plank. Vor allem die Erzählungen von den vielen Preisen, die Michael beim „World Beer Cup“ in den USA abgeräumt hat, machten mich sehr neugierig. Wir waren natürlich nicht angemeldet, hatten aber Glück und trafen den Braumeister Plank gleich auf dem Hof der Brauerei. Er war gerade dabei, seinen Arbeitstag zu beenden, und so waren wir genau richtig gekommen, um einen Kurzrundgang durch die Brauerei zu machen.

Sudhaus

Wir gingen den klassischen Rundweg, und dieser beginnt im Sudhaus. Dieses wurde 1976 errichtet und im Jahr 2002 durch die Firma Steinecker/Krones vollautomatisiert. Durch die Automatisierung kann Michael Plank die Brauerei heute fast im Einmannbetrieb führen. Die Anlage siedet praktisch alleine, und der Brauer kann z.B. sein Bier ausliefern, während in der Brauerei schon der nächste Sud sich selber kocht.

Anlagen-Fernsteuerung per iPhone

Und sollte doch mal irgenwas klemmen, ruft die Anlage ihren Meister auf dessen iPhone an. Und damit nicht genug: Per mobilem Internet loggt sich Michael dann sofort in seine Anlage ein und analysiert die Störung aus der Ferne. Oft kann diese dann auch gleich quittiert werden, etwa wenn mal ein Ventil nur ein bischen länger zum Schließen gebraucht hat als sonst.

Ein frischer Sud

An Tag unseres Besuchs hatte Michael Plank gerade ein Helles gesiedet. Das war nicht lange vorher fertig geworden, und ich konnte einen Blick in den Anstelltank auf den frischen Sud werfen. Das Helle macht aber nur ein Fünftel der Herstellung aus. Eigentlich ist die Brauerei Plank auf Weißbier spezialisiert. Das merkt man natürlich am Sortiment, das aus hauptsächlich Weißbieren besteht, helle und dunkle, normale Weizen und starke Weizenböcke. In der Brauerei selbst merkt man es z.B. im Sudhaus, wenn auf der Steueranlage das Stofftier-Maskottchen sitzt, ein kleiner Bock. Der kommt da immer drauf, wenn ein Weizenbock gebraut wird, sagt Michael.

Abfüllanlage

Doch auch in der Abfüllanlage ist man auf die Weizenbiere eingerichtet. Der Clou an Planks moderner Flaschenwaschmaschine ist, dass sie mit Waschdüsen direkt in die Flasche einfährt, sodass die in Weizenflaschen oft am Boden festgesetzten Hefereste optimalst entfernt werden. In der Abfüllhalle, in der bis zu 8000 Flaschen pro Stunde befüllt werden können, bekam ich dann auch den ersten Hinweis auf den Beer Word Cup zu sehen: Eine Leichtglas-Flasche, wie sie auf dem US-amerikanischen Markt üblich ist, und auf deren Etikett gedruckt war

Plank Bavarian Hefeweizen

Darunter dann klein die Übersetzung ins Englische: WHEAT BEER. Daneben stellte Michael noch zum Vergleich eine Flasche für den deutschen Markt, ein „Pilserl“.

Brauereigaststätte

Nach diesem schnellen, aber doch kompletten Rundgang gingen wir in die Brauereigaststätte der Familie Plank. Dort beeindruckt die Wand, an der die ganzen Auszeichnungen hängen, die Michael mit seinen meisterhaften Bieren errungen hat. Vor allem seine Medaillien vom World Beer Cup haben ihm auch geschäftlich sehr geholfen. Seine Biere werden nämlich von Importeur elite brands direkt in Laaber Germany abgeholt und dann in geschlossener Kühlkette per Containerfrachtschiff in die USA gebracht, wo sie in der gehobenen Gastronomie für 18$ pro Flasche 😯 verkauft werden.

Ich aber hatte gegenüber den US-Bürgern den Vorzug, das Planksche Bier nach der kürzest möglichen Transportdistanz – von der Brauerei über den Hof in die heimische Gaststätte – kosten zu können. Und da wählte ich, weil es gerade die Saison dafür war, den dunklen Weizenbock. Der wird nämlich immer am Abend vor dem Palmsonntag angestochen, mit einem Starkbierfest à la Nockerberg, bei dem die Rede von keinem anderen gehalten wird, als Braumeister Michael Plank persönlich.

Dunkler Weizenbock

Und der Bock war in der Tat ein Meisterstück höchster Qualität. Vollmundig malzig-karamellig, mit einem Aroma, das mich an eine dick mit Vollmilchschokolade überzogene Banane erinnerte. Es war kaum Hopfen spürbar, das Bier besticht durch seine abgerundete Süße. Dafür merkt man aber deutlich den Alkohol, der in der satten dunklen Weizencreme jedoch in genau dieser Stärke enthalten sein muss. Es war eines der perfektesten Weizen, die ich kenne. Wenn nicht die Preisrichter vom Word Beer Cup diesem Bier schon die Goldmedaille verliehen hätten, ich hätte dies umgehend nachgeholt: 😛 Gold! … mindestens!!!

Klasse Homepage

Ich war vor Ort schon schwer beeindruckt von der Privatbraurei Plank und ihrem Produkt. Jetzt beim Schreiben dieses Artikels habe ich auch auf der Homepage der Brauerei vorbeigeschaut. Und auch diese ist in Aufmachung und Inhalt ein beeindruckendes Zeugnis für die hohe Braukunst in Laaber. Auf der Hompage wird auch schön beschrieben, wie man die Brauerei und Gasthof bequem mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichen kann: Per Bahn von Regensburg. Ich werde diese Verbindung mit Sicherheit bald benutzen, wenn ich dann keinen Braumeister habe, der mich chauffiert (Danke nochmal, Peter 😉 ).

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Dienstag, 14. April 2009 und wurde abgelegt unter "Oberpfalz, Privatbrauerei, ralf, Weizenbier". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

2 Kommentare

  1. Fritz Artmann Rosenheim sagt:

    Ich habe als Geschenk eine kleine Regensburger -Schatz-Kiste erhalten.
    Ihr habt alle ein hervorragendes Bier.
    Es bestätigt wieder, dass ja unsere Mittel-und Kleinbrauereien erhalten bleiben wenn auch die Großen alles versuchen dass diese heimatverbundenen Brauereien aufgeben.
    Hoffentlich ist es bei Euch nicht auch so, dass wenn junge Leute irgendwo im Verein an die Spitze kommen und dann um jeden Cent feilschen und dann doch oft die Großen den Vorzug bekommen.
    Mit freundlichen Grüssen
    ein Bayer der hofft, dass Ihr Kleinen auch noch in 100 Jahren da seid.
    Fritz Artmann

  2. Armin sagt:

    ‚S beste Bier der Welt. Mecht i a moi behaupten.

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