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Palmator 2010

Ja! Endlich habe ich es zum Palmator geschafft! 🙂 Dass dieses Fest in Adlersberg vor den Toren Regensburgs was ganz besonderes ist, habe ich schon gewusst. Schließlich hatte ich den Tipp ja letztes Jahr schon von einem Bierexperten aus der Region bekommen: Von Peter Lang, dem Braumeister in der Schlossbrauerei Eichhofen. Und er hat mir nicht zu viel versprochen. Das Wetter war in diesem Jahr eigentlich nicht allzu gut. Regnerisch lautete die Vorhersage. Aber Palmsonntag ist nur einmal im Jahr, und da hat der Regen weder mich noch die laut Zeitungsbericht rund 6000 anderen Leute vom Besuch auf dem in der Region so berühmten Starkbierfest abgehalten.

Zum Wetter kam heuer noch erschwerend dazu, dass in der Nacht zum Palmsonntag die Uhren auf Sommerzeit umgestellt wurden. So war es dann schon halb Zwölf, als ich zur Bushaltestelle der RVV-Line 12 am Regensburger Hauptbahnhof ging. Und dort warteten bereits so viele überwiegend jugendliche Palmatorfans, die Hälfte von ihnen in Dirndl bzw. Lederhose, dass der Bus gleich an seiner Starthaltestelle bereits zum Brechen voll war. An der nächsten Haltestelle zwängten sich noch eine Handvoll Festbesucher in den Bus. Die Fahrgäste an den übrigen Stopps bis zur Endstation in Kneiting musste der Fahrer dann stehen lassen. In früheren Jahren soll es Sonderbusse nach Adlersberg gegeben haben. Diesen Service hat die Stadt Regensburg aber angeblich wegen der für Betrunkene Fahrgäste auf dem Heimweg typischen Verunreinigungen seit einiger Zeit eingestellt. Schade. Aber ich hatte ja noch mal Glück mit meinen Stehplatz, den ich ergattert habe.

Von Kneiting aus ging dann eine ansehnliche Prozession die knapp 3km hinauf nach Adlersberg. Von weitem konnte man schon die Mauer des ehemaligen Klosters und die Kirche sehen. Und auch die weiße Spitze des Bierzeltes konnte man schon hinter der Mauer ausmachen. In der Menge mit den vielen anderen Palmatorfans war der Anmarsch sehr kurzweilig. Und die gute Laune, die sich verbreitete, ließ erst gar keine schlechten Gedanken über die doch relativ niedrigen Temperaturen und die immer wieder herab fallenden Regentropfen aufkommen.

Oben angekommen staunte ich dann erst mal nicht schlecht, wie gut das Fest bereits besucht war. Überall standen Menschen mit gefüllten Maßkrügen herum. Lange Schlangen an den Toiletten. Und als dann doch gleich ein richtiger kalt-nasser Frühjahrsschauer losbrach, passten schon längst nicht mehr alle ins Zelt. Na das kann ja heiter werden, wollte ich schon denken. Aber ich hatte mich jetzt ein ganzes Jahr lang auf den Palmator gefreut. Da konnte ich nicht einfach wieder gehen. Ich kaufte mir also erst mal eine Maß. Es gab übrigens nur einen Ausschank. Mit Selbstbedienung. Anders wäre dieses kultige Starkbierfest wahrscheinlich überhaupt nicht auch nur halbwegs geordnet durchführbar. Und zu der Maß besorgte ich mir noch eine halbe gegrillte Haxe. Mittlerweile war der Regenschauer über Adlersberg hinweg gezogen. Ich wischte mir mit der Papierserviette auf einer Bierbank im Freien eine Stelle frei, damit ich einigermaßen trocken sitzen und essen konnte. Und das taten auch immer mehr der Festbesucher. Bald schon waren alle Bänke besetzt und ich fand mich in einer lustigen Runde junger Regensburger wieder, mit denen dann fleißig geprostet wurde und geprostet wurde und geprostet wurde und … und … 😉

Das Fest

Das Fest in Adlersberg hat etwas ganz eigenes Urtümliches. Der Festplatz, die alte Klosteranlage, macht einen großen Teil der besonderen Athmosphäre aus. Dann die Lage auf dem Berg vor Regensburg, von dem man auf die Domstadt in der Ferne sehen kann. Und die Jahreszeit. Es ist eigentlich noch zu kühl. Aber wenn die Sonne sich blicken lässt, dann doch wieder warm. Und das süffige Starkbier fügt mit fortschreitendem Genuss alles zu einer wohlig empfundenen Einheit zusammen. Manch einem fügt das Starkbier auch zu viel zusammen. Der Palmator ist berüchtigt für die Schlägereien, die es dort gelegentlich geben soll. Sogar ein Selbstmord ist dort schon passiert (ich hatte berichtet). Und auch heuer gab es wieder einen Zwischenfall. Es war noch nicht mal zwei Uhr, als bereits der Rettungshubschrauber um das Festgelände herum flog. Es soll jemand im Vollrausch kopfüber von der Mauer gefallen sein, verbreitete sich die Nachricht schnell auf dem Fest. Ein 18-Jähriger, so steht es heute in der Mittelbayrischen Zeitung. Schwere Kopfverletzungen aber keine Lebensgefahr. Das war aber schon der größte Unfall. Ansonsten nur ein paar Streitereien, welche die Polizei zu schlichten hatte.

Das Bier

Den Palmator würde ich wie folgt beschreiben: Malzig, brotig, bierig, süffig, vollmundig. Einfach perfekt. Eigentlich ein echtes Feinschmeckerbier, das man in kleinen Mengen schlürfen und genießen könnte. Aber bei der Stimmung auf dem Palmatorfest muss man ihn einfach mit den Maßkrügen schlemmen. Ich habe mir auch gar nicht wie sonst viele Notizen gemacht. Manchmal ist es auch gut, sich einfach in ein Fest hineinfallen zu lassen. Das Palmatorfest ist genau so eines!

Erst heute habe ich dann auf die Homepage vom Adlersberger Prösslbräu geschaut, um mit Erschrecken die Stärke des Palmator zu erfahren: Sagenhafte 7,9% vol. alc. waren da drin! Das erklärt so manches 😉

Fazit

Ich muss eigentlich nur zwei Mitstreiter vom Palmator zitieren.

Wen hosd haid kennaglernd? – Lauda blede Regnsbuaga!

Und

Sowoas gibds koa zwoads moi. Zum Gligg jeds Joa!

Ich denke, ich weiß wo ich am Palmsonntag 2011 sein will!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 28. März 2010 und wurde abgelegt unter "Oberpfalz, ralf, Starkbier". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

1 Kommentar

  1. Peter wahrendorff sagt:

    Hallo Ralf,

    gut zu lesen und es vertieft den Eindruck, den du ja schon in der FoB erzählt hast.
    Auch bei Andechs hat man ja von einer Seite einen schönen Blick aufs Kloster beim Anmarsch.
    Die Bilderschau war auch sehr interessant und gibt einen guten Eindruck vom Fest wieder.

    Gruß Peter

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