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Forschungsbrauerei: Verkostung des „Sankt Jakobus“ 2011

Nachdem ich heuer schon das „Pilsissimus“ vorab verkostet hatte, war es klar, dass ich das auch mit dem Bockbier der Forschungsbrauerei gerne machen würde, dem „Blonden Bock“ oder auch genannt „Sankt Jakobus“. Gestern war es so weit. Etwa sieben Wochen alt war der Bock da schon.

„Schon“ – das muss man aber relativ verstehen. Das Pilsissimus, das Helle Export der Forschungsbrauerei, aber nicht nur von der Forschung, sondern ganz allgemein jedes Export, hat damit in der Regel schon seine volle Reife erlangt. Anders das Bockbier.

Der „Rot-blonde“ Bock

Für die Verkostung hatte Manfred Silbernagl seine neuen Glaskrüge ausgewählt, in die Altmeister Sigmund Steinbeisser im Keller das junge Bockbier abzwickelte. Schon im Keller sieht man im Gegenlicht sehr schön die rötliche Farbe, noch schöner dann draußen im Biergarten. Im Steinkrug hatte das immer braun ausgesehen, weshalb die Besucher der Forschung oft fälschlich „das Dunkle“ zu diesem Bier sagen. Dabei sind wirklich nur rein helle Malze verbraut, Spezialmalze aus einer schwäbischen Mälzerei (im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben), deren genaue Beschaffenheit aber das Geheimnis der Forschungsbraumeister ist und natürlich auch bleibt. 😉

Im kalten Keller vor dem Tank, bei 2°C Trinktemperatur, ist wie schon beim Pilsissimus der Geschmackseindruck etwas mehlig, aber ich meine auch schon deutlich brotiger. Ich empfinde den Bock mit seiner natürlichen Kohlensäure auch spritziger. Manfred Silbernagl meint aber, das wird noch deutlich mehr, bis er in den Ausschank kommt. Gut, mein Eindruck kann auch daher kommen, dass ich den Bock normalerweise in der Steinmaß habe, und er darin über die Zeit, bis er „auf Grund“ ist, dank seiner Reichhaltigkeit etwas schwer und ölig wird.

So jung, unfiltriert und direkt schmeckt der Zwickelbock noch sehr nach Natur. So richtig noch nach Gerste. Ja eigentlich sogar genau so, wie man sich „Gerstensaft“ wortwörtlich verstanden vorstellen würde. Der Hopfen liegt noch kaum in der Nase. Man merkt ihn am ehesten durch seine Bittere im Abgang. Na, .. mit zunehmender Erwärmung der Probe kommt er dann doch langsam hervor, ebenso die karamellig-fruchtigen Töne des Malzes, am stärksten noch der natürliche Gerstenduft. Diese drei Duftnoten zusammen ergeben dann wunderschön den Geruch von – na was wohl? – Bier! 😛

Ich sagte ja schon, dass es noch junges Bier ist. Es ist noch nicht fertig. Merkt man das auch? Ja klar: Speziell beim Forschungsbock eben genau daran, dass die Zutaten noch einzeln wahrzunehmen sind. Und auch daran, das das Getränk insgesamt noch etwas rauh wirkt, oder wild. Das sind die sog. „Gärnebenprodukte“, die durch die lange Lagerung abgebaut werden. Ich sage jetzt aber nicht, dass das Bier noch nicht schmecken würde oder gar schlecht wäre. „Hochinteressant“ oder „-aufregend“ trifft es besser.

Drei Wochen hat der Bock noch Zeit, bis er am 10. September, dann rund zehn Wochen alt, in den Ausschank kommt. Ich habe erlebt, wie sich das Pilsissimus in nur einer Woche entwickelt hat. Da habe ich keine Bedenken, dass der Bock, dann nicht in einer, sondern in gleich drei Wochen, wieder seine bekannte Vollkommenheit erreicht haben wird.

Die inneren Werte stimmen

Zu schnell war die Probe vertilgt, und ich musste wieder an meinem Pilsissimus weiter nuckeln. Und da erst merkte ich, welchen unglaublichen Gehalt der „Blonde Bock“ schon wieder hat. Nicht alkoholmäßig, sondern an Inhalts- und Geschmacksstoffen. Das normale Helle will mir gleich gar nicht mehr schmecken. Das ist jetzt schwer zu beschreiben, und auch leicht misszuverstehen. Ich versuche es trotzdem: Dünn wirkt es auf ein mal, und es schmeckt hauptsächlich nach „Gärprodukt“, muffig, miefig. Aber wie gesagt: nur im direkten Vergleich! Den selben Effekt kenne ich auch, wenn Hochprozentiges zum Bier gereicht wird, was ich deswegen in der Regel vermeide. Tja, es ist halt doch auch viel Alkohol drin, im Forschungsbock, neben all den anderen Malz- und Hopfeninhaltsstoffen aus der reichhaltigen Stammwürze.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 22. August 2011 und wurde abgelegt unter "Bockbier, Brauereiausschank, Oberbayern, Privatbrauerei, ralf, untergärig". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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