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feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

Trappistenbrauereien und Abtei-Biere in Belgien

Unsere erste Belgien-Tour mit dem Versuch, möglichst viele belgische Trappistenbiere zu verkosten, machte uns Lust, auch die Klöster zu besuchen, in denen die Biere gebraut werden, und dabei natürlich auch möglichst frisch gezapftes vom Faß vor Ort zu verkosten. Dabei nehmen wir natürlich auch gerne Klosterbier-Brauereien mit, die keine Trappisten sind. Sogenannte „Bière d’Abbaye“ sind Biere, die in Klöstern gebraut werden oder zumindest in Lizenz nach klösterlichen Rezepten. Letzteres kann allerdings ganz schön weit gefaßt werden …

Man kann sich mit begrenzter Zeit natürlich nicht durch ganz Belgien trinken, so haben wir uns dieses Jahr die südöstlichen Regionen Luxemburg und Namur vorgenommen.

Dort gibt es folgende Trappisten-Kloster-Brauereien:

Chimay

Das Zisterzienser-Kloster heißt Notre-Dame de Scourmont und wurde 1850 in Chimay gegründet. Neben der Brauerei gibt es auch ein Käserei, aber beide kann man nicht besichtigen. Vor dem Abzweig an der Hauptstrasse gibt es ein Hotel mit Tourist-Info, den „Espace Chimay„, dort lohnt durchaus die kleine Ausstellung und natürlich kann man dort im Restaurant auch verkosten. Nur hier gibt es im Ausschank auch das schwächer eingebraute „Bier der Mönche“, das Doree; ein Blonde, aber mit nur 4,8% alc.

Schön trüb-gelb, fast ein bischen milchig, sieht es richtig gut aus in der typischen Schale. Der sehr fruchtige Duft erinnert an Stachelbeeren, Preiselbeeren und Moosbeeren. So fruchtig ist es auch im Antrunk, mit einer sich schön aufbauenden Würze, ungefähr so, wie das Gehölz einer Wacholderheide duftet, toll! Und es schmeckt deutlich stärker als es ist, das hat man auch selten!

Wir sind dann doch noch zum Kloster gefahren und haben zumindest vom Lieferanteneingang her einen Blick hinter die Mauern der Brauerei werfen können (siehe Bild).

Rochefort

Am Rande des Städtchens Rochefort liegt die Abbaye Notre-Dame de Saint-Remy. Hier gibt es zwar auch Wegweiser, aber die großen Touristenströme scheinen (noch) nicht hierher zu finden. Wir fahren einfach in die Einfahrt rein und parken am Wegesrand und laufen etwas herum. Schnell entdecken wir die leuchtend gelben Bierkästen in einer modernen Abfüllhalle zwischen dem alten Gemäuer und Fachwerk. Und dann auch das Brauereigebäude, das wohl recht neu renoviert ist, sich aber sehr hübsch einfügt. Durch die großen Glasfenster kann man einer Person beim Bedienen diverse Geräte zusehen, dann kommt ein Bauer und holt Treber ab.

Langsam wird uns aber klar, dass das französiche Schild am Tor wohl so etwas wie „Kein Zutritt“ bedeutet und wir ziehen uns leise zurück. Flaschen kaufen oder gar ein frisch Gezapftes trinken kann man hier nicht, aber das ist schon ok so. Wir haben ja bereits einige Sorten probiert.

Orval

Auch in Orval kann man zwar das Kloster, nicht aber die Brauerei besichtigen. Hier werden die Touristenströme gut abgefangen und versorgt, sodass es im Kloster drin doch schön ruhig ist; ich kann mir gut vorstellen, dass die Mönche im nichtöffentlichen Bereich sogar noch die nötige Kontemplation schaffen. Es lohnt sich, hier ein wenig durch die Gemäuer und Parks zu schlendern. Die Hitze ist dann unsere Ausrede, hier am hellichten Tag gemeinsam ein kleines Bier zu verkosten. In Orval wird ja nur eine Sorte Bier gebraut. 

Orange-trüb wird es in der so typischen Schale serviert, mit schönem cremigem Schaum. Der Duft hat etwas von diesem eigenartigen Brauereiduft, das Hefige, das irgendwas mit den Estern zu tun hat, mir liegt das nicht so. Geschmacklich aber, da ist es trocken, fruchtig, würzig, und deutlich ist neben dem Malz auch die Hefe und sogar der Hopfen spürbar, dabei aber alles schön rund und ausgewogen. Das macht es zugleich gut trinkbar und doch anspruchsvoll.

 

Als „Bière d’Abbaye“ ist uns unter die Finger gekommen:

Ciney

Das war mal eine kleine handwerkliche Brauerei, aber inzwischen gehört es zum Heineken-Konzern und wird auch nicht mehr in Ciney gebraut. Wir haben trotzdem beide Sorten probiert. Beide sind obergärig und mit 7% alc. für belgische Verhältnisse im Mittelfeld. Das Blonde ist ein wenig trocken und recht würzig; das Brune hingegen sehr malzig und auch ein wenig süßlich, aber auch würzig. Beide durchaus gut, jedoch nicht spitze, wofür sie mir dann wiederum doch zu stark sind…

Leffe

Das Bier wird längst nicht mehr in Dinant gebraut (sondern in Leuven), aber wir sind zur Abtei dorthin gefahren. Da ist heute das Maison Leffe und ein Luxus-Hotel drin und natürlich wird viel Bohei ums Bier gemacht, wir haben uns die Besichtigung aber erspart, es ist zu touristisch.

Die beiden Sorten Blonde und Brune kennen wir ja schon. Jetzt haben wir auch das Ruby probiert. Ein Bier mit Waldbeeren. Brrr. Und so schmeckt’s auch (nicht), wie Sirup, selbst mit 5% alc. Lieber nicht …

Fazit:

Nur die Echten lohnen wirklich. Trappisten-Biere sind Genuß-Biere, erst recht in der Region ihrer Entstehung, die einen Reisenden auch schön auf diesen Genuß einstimmt.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 23. Juli 2014 und wurde abgelegt unter "Belgien, benhur, Klosterbrauerei". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

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