Kategorie: Schlossbrauerei
Nach dem erfolgreichen Überleben des Palmatorfestes musste ich natürlich auf meiner Rückreise nach Hause bei dem Mann vorbei schauen, der mich erst auf dieses Fest gebracht hatte: Der Produktionsleiter und Braumeister der Schlossbrauerei Eichhofen, Peter Lang. Als ich in Adlersberg los fuhr, war mir gar nicht bewusst, wie nah doch Eichhofen liegt. Quasi gerade mal so auf der anderen Seite der Donau. Knapp 15 Kilometer sind das nur, fast zu Fuß zu machen.
Natürlich war ich nicht angemeldet, und musste erst mal die Brauereimitarbeiter fragen, wo der Braumeister gerade steckt. Sie schickten mich zunächst ins Labor, wo er in der Regel am ehesten anzutreffen ist. Aber da war er diesmal nicht. Ich fragte dann den Kollegen an der Flaschenfüllerei, die vor dem Labor ist. Dieser schickte mich in den Keller. Dort war aber auch noch kein Braumeister zu sehen, aber wieder ein abfüllender Mitarbeiter, jetzt am Fassfüller. Es war ganz offensichtlich Abfülltag in Eichhofen.
Am Abend des Josefstags 2011 ging es dann (wie befürchtet
) im Bräustübl beim Bockbierfest richtig zur Sache. Das ganze Blogteam samt Anhang war anwesend, sowie zwei Bierpilger und Freunde des Blogs aus München. Wir durften sogar am Braumeistertisch sitzen und bekamen so noch einiges an Zusatzinformation zum Josefibock: Seine angenehm geringe Süße rührt daher, dass das Bier endvergoren ist, wie Stefan Mützel uns erklärte. Das erklärt wohl auch, warum der Bock trotz seiner “nur” knapp 17,5% Stammwürze (also gerade noch kein Doppel-Bock) erstaunliche 7,5% vol. alc. erreicht. Stefan nannte das dann ein
schlankes endvergorenes Bier.
Bisher hatte ich den Frühlingsanfang immer in meiner Münchner Lieblingsbrauerei begangen. Mit einer Anstichzeremonie am Freitag Vormittag, und dann mit einem rauschenden Fest am Abend sowie an den beiden Folgeabenden. Wichtig war, dass die Brauerei wieder ihre neue Saison eröffnet hatte, und dass es endlich wieder vernünftiges Bier zu trinken gab, Bockbier in diesem Fall. Der Eröffnungstermin war dann, sofern dies schon in der Fastenzeit war, das erste Märzwochenende, manchmal das letzte im Februar. Den Josefstag hatte ich in dieser Zeit nie so richtig zelebriert, bestenfalls am Rande wahrgenommen. Heuer aber ist alles anders. Meine Lieblingsbrauerei hat nicht mehr aufgemacht, und so bin ich frei für neues. Und da gab es in Ellingen bei Weißenburg in Bayern – korrekt aber in Franken! – etwas zu erleben, das sogar für Ellingen neu war: Einen Josefibock-Anstich (nicht neu) am Josefsbrunnen (ganz neu!
).
Vor zwei Jahren hatte benhur bei einer Flaschenbierprobe ja einmal das Bier der Schlossbrauerei Ellingen verrissen. Inzwischen hatte Ralf über seine Brauer-Kontakte auch den Braumeister aus Ellingen kennengelernt, Stefan Mützel, der das nicht auf sich sitzen lassen wollte, und uns zu einer Spezialführung in sein Schloß einlud, um uns von der Qualität seiner Biere zu überzeugen.
Um es gleich vorwegzunehmen: er konnte uns nicht überreden – aber überzeugen! Aber es ging an diesem Abend nicht bloss darum, wie man hier Bier braut – nämlich genauso wie anderswo, die Details der 4 Zutaten können wir nicht-Brauer ja sowieso nicht bewerten – sondern es ging vor allen Dingen auch darum, den Charakter der einzelnen Biere zu erfahren und erschmecken und dabei so manche Anekdote “mitzunehmen”.
Bei der Hitze die zur Zeit im Land herscht sehnt man sich doch am ehesten nach einem hellen Bier zum Feierabend. Das habe ich mir jedenfalls bei einer grösseren Runde mit dem Motorrad durch die Oberpfalz gedacht… weiterlesen… »