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Das Neue Lager von Ayinger

Wir Ayinger-Freunde verfolgen natürlich aufmerksam die Neuigkeiten unserer Lieblings-Zwickl-Brauerei. Und da erregt es besondere Aufmerksamkeit, wenn eine bisher für gut befundene Tradition geändert werden soll. Ab dem Tag des Bieres wollten die Ayinger nämlich ein neues Helles ausschenken. Nun ist das Helle zwar nicht unser Lieblingsbier aus Aying, selbst ausserhalb des halbjährlichen 3-Stunden-Zwickl-Himmels gibts es ja das Jahrhundertbier. Aber irgendwann mussten wir es natürlich trotzdem testen, das Neue. Dieses Wochenende war nun einfach mal die Gelegenheit.

Leider liegt die Erinnerung an das „alte“ Helle schon arg weit zurück, der direkte Vergleich ist also nicht wirklich möglich. Aber ganz einfach so, aufgemacht, eingeschenkt, betrachtet, berochen und genossen finden wir zweistimmig folgendes Urteil:

Schöne klassische Helles-Farbe, guter Schaum, schwacher Duft ohne besonderes Hopfenaroma. Im Geschmack auch keine Überraschung: keine Zutat sticht heraus, es ist zwar alles da, aber irgendwie total unspektakulär. Ein recht einfaches Bier, im wörtlichen Sinne.

Zumindest ist Braumeister Iwan wohl gelungen

den süßlichen, milden und deutlich schwächer gehopften Geschmack

zu erzielen.

Nun ja, vielliecht gibt es ja tatsächlich Leute, die ein Bier nur mal schnell zum Durstlöschen trinken wollen, und dabei nichts Schlechtes schmecken aber auch kein besonderes (Geschmacks-)Erlebnis haben möchten. Aber wir greifen dann doch lieber wieder zum Jahrhundertbier!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 21. November 2009 und wurde abgelegt unter "benhur, Flaschenbier, Helles, Privatbrauerei". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

7 Kommentare

  1. Humulus Lupulus sagt:

    Hinweis vorweg: Die Meldung ist eigentlich schon fast ein alter Hut. Ayinger hat das Lager ca. Anfang 2009 eingeführt, aber egal.

    Gestestet habe ich:
    Altes Helles vs. Lager Helles vs. Liebhards Kellerbier (was auf dem neuen Lager basiert).

    Um es kurz zu machen:
    Ich kann die Aussagen von Braumeister Iwan voll bestätigen. Farbe, Aussehen, Schaumentwicklung und Rezenz sind beim Lager sowie dem „alten“ Hellen gleichgeblieben, ebenso Stammwürze und Alkoholgehalt (4,9 Alk. / 11,9 Stammwürze). Es gibt aber auch einige Unterschiede: Im Mittelteil ist beim Lager die malzig-getreidige Komponente bedingt durch das vollere Mundgefühl etwas zurückgenommen. Der Abgang des Lagers ist genauso kurz, allerdings weniger hopfenbitter.
    Das Liebhards Kellerbier baut zwar auf dem Lager auf, schmeckt aber besser. Wie das Lager ist es sehr mild und die Geschmackskomponenten sind ähnlich. Da es unfiltirert ist, kommt allerdings zusätzlich eine hefig-säuerliche Note hinzu, die sich sehr gut in das Geschmacksprofil einfügt. Für mich klar das bessere Lager.

    Fazit:
    Lager und „altes“ Ayinger Hell sind süffig und erfrischend, können allerdings nicht mit Referenz-Hellen wie beispielsweise Augustiner mithalten. Das neue Lager repräsentiert für mich im Vergleich zum „alten“ Ayinger Hell einen klaren Rückschritt: Statt es zu Verbessern, hat man es massentauglicher gemacht, wie die verminderte Hopfenbittere und der neue Name („Lager“) zeigen. Das Liebhards Kellerbier aus dem gleichen Hause ist für mich klar die bessere Wahl.
    Insgesamt kann ich auch nicht den Marketing-Hype gutheißen, den Ayinger um die Einführung des Lager gemacht hat: Radiowerbung, Zeitungswerbung, Gewinnspielaktion, dies entspricht nicht gerade der ruhigen bayerischen Art. Ich habe den Eindruck, Ayinger verändert sich immer mehr zu einer Massenbrauerei: Viel Werbung, mittelmäßige Produkte. Für die Zukunft hoffe ich, dass wenigstens die Brauperlen wie Celebrator, Jahrhundertbier, Frühlingsbier etc. unangetastet bleiben.

  2. benhur sagt:

    Dankeschön für deinen ausgiebigen Testbericht!
    Ja, das Bier gibt es nun schon eine Weile, aber ein Test ergab sich nun mal erst jetzt.
    Warum nennst du das Augustiner eine Referenz-Helles? Weils unter den Durchschnittsmassenbieren das passabelste ist? In meiner Erinnerung war aber das alte Ayinger Helle um mehrere Klassen besser als das Augustiner, das ich schon lange nicht mehr getrunken habe (da besseres zur Auswahl steht).
    Auf das Liebhards Kellerbier werfe ich aber jetzt auch ein Auge, da hast du mich jetzt wirklich neugierig gemacht!
    Was deine Befürchtungen angeht, Ayinger wird Mainstream, meine ich: solange sie in der Tradition verwurzelt bleiben (wie die Feste zeigen) und mehrere richtig extraklasse Biere brauen, können sie meinetwegen auch zur Finanzierung dessen ein (aber nur eins 😉 Massenbier unter die Menge schleudern…

  3. Georg sagt:

    Hallo,

    ich habe das Ayinger Lager kürzlich auch probiert.

    Alles in Allem zwar keine Geschmacksoffenbarung doch ein unkompliziertes, erfrischendes Bier. Die Ayinger Internetseite beschreibt es eigentlich ganz gut: „In Aying haben wir die Zeichen der Zeit erkannt und die Rezeptur unseres Ayinger Hell *den neuen geschmacklichen Präferenzen vieler Biertrinker angepasst*.“ Ich hoffe aber trotzdem, man passt jetzt auch nicht noch den Rest der Palette an, wäre Schade drum(insbesondere das Celebrator).

    Den Marketing-Hype im Vorfeld der Einführung fand ich auch übertrieben. Ich sehe Ayinger nun nicht mehr so positiv, bodenständig und traditionsverwurzelt, muss ich ehrlich sagen. Als ich das Plakat des neuen Lager sah und dann die Radiowerbung und dann noch dieses Gewinnspiel fühlte ich mich irgendwie an die TV-Spots im Fernsehen erinnert. „Und jetzt ein Radeberger.“, sagte eine innere Stimme zu mir. 🙂
    Wie Karl-Dietrich Weise von der Rothaus Brauerei sagt: „Werbung ist ein schleichendes Gift. „Erst findet man den Werbefilm, den man über sein Produkt anfertigen lässt, wunderbar. Man fühlt sich geschmeichelt, und alles läuft toll. Doch wenn dann der Punkt kommt, an dem man denkt: , Jetzt ist es eigentlich auch mal gut‘, dann traut man sich nicht mehr aufzuhören. Schließlich weiß man nie, was passiert, wenn man wieder auf Werbung verzichtet. Wer einmal mit Werbung anfängt, für den gibt es kein Zurück mehr.“ (http://www.brandeins.de/archiv/magazin/das-marketing-ist-tot-es-lebe-das-marketing/artikel/die-anti-fernsehbiere.html)

    Hoffentlich findet Ayinger bald zum alten Maß zurück.

  4. Humulus Lupulus sagt:

    Hallo behur,

    die Antwort kommt spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Ich lese hier nicht so häufig mit und habe den Beitrag erst jetzt gesehen.

    Augustiner ist für mich ein Referenz-Helles weil es hier in München am einfachsten verfügbar ist: jeder noch so kleine Kiosk verkauft es.

    Den Gegensatz zwischen Augustiner und dem alten Ayinger Hellen würde ich folgendermaßen beschreiben: Das alte Ayinger Helle habe ich sehr malzbetont in Erinnerung, was zu Lasten der Komplexität ging. Im Vergleich dazu ist das Augustiner Helle delikater: Ein weniger ausgeprägter Malzkörper, begleitet von subtilen Aromen im Hintergrund: Honig, „Wiese“, Weizen, frischer Kellergeschmack, sind einige Assoziationen dir mir dazu einfallen.

    Alles in Allem ist es bei mir umgekehrt: Ich fand schon immer das Augustiner besser als das alte Ayinger, aber vielleicht hat mich das Augustiner auch einfach nur verdorben: Kann schon sein, dass es Besseres gibt.

    Bin für ein paar Vorschläge offen, der Sommer kommt ja bald. Und Sommerzeit ist Helles-Zeit. 🙂

  5. oliverxt77 sagt:

    Hallo,
    Ich sitze grad bei ein halben „Lager Hell“ aus Aying und bin absolut anderer Meinung als noch vor zweieinhalb Jahren. Damals hatte ich das Bier schon abgehakt. Aber jetzt – Tolle Farbe und schön Schaumstabil. Im Antrunk sehr prikelnd, frisch um dann mit einer Vollmundigkeit im Gaumen zu überraschen! Sehr gekonnt ausgewogene Hopfenherbe im Nachgeschmack. Soooo hatte ich das Helle aus Aying noch nie getrunken. Obs an den einfachen „Neuen“ Euroflaschen liegt?! Hoffentlich bleibt das noch lange so. Prost!

  6. Skeptiker sagt:

    Welchen Hintergrund haben die neuen Euroflaschen? Ayinger hat doch immer in NRW Flaschen abgefüllt, soweit ich mich erinnere. Außerdem ist mir ein Wechsel der Etiketten aufgefallen. Kann vielleicht ein eigefleischter Ayinger Trinker sagen, was die Brauerei zum Wechsel bewogen hat?

  7. ralf sagt:

    Hallo Skeptiker,

    die Umstellung auf die Euroflaschen ist im vergangenen Winter passiert. Kurz bevor sie raus kamen, war ich bei einer Führung durch die Brauerei dabei. Da wurde als Begründung der in München schon sprichwörtliche Kultstatus der beiden Vergleichs-Biere Tegernseer Hell und eben des Augustiner Hell mit heran gezogen, die ja beide „schon immmer“ in Euroflaschen verkauft werden. Da hofft man wohl, durch die Ähnlichkeit in der Flaschenform gegenüber der Konkurrenz ein wenig an Boden gut machen zu können.

    Bei den Etiketten kann der Blick zum Tegernsee und auf den Augustiner sicher nicht der Grund gewesen sein, jedenfalls nicht zur Nachahmung. Während die Aufkleber auf den beiden Kultbieren ja eher historisch traditionell gehalten sind, geht Ayinger für mein Auge genau in die entgegengesetzte moderne Richtung. Auf dem Zwickeltag hatten wir vor ein oder zwei Jahren schon gehört, dass dies eine Maßnahme vom jungen Bräu, Franz Inselkammer jun. gewesen ist, gleich, als er die Geschäftsführung übernommen hatte. Auf meiner erwähnten Brauereiführung habe ich dann gehört, dass unter anderem das zahlenmäßige Auftreten des Wortes „Aying“ auf den neuen Etiketten deutlich reduziert wurde. Auf den alten Flaschen soll es einen auf der Frontansicht ganze sieben Mal angelacht haben. Einmal auch auf dem Bild mit der Kirche, dem Bräustüberl und dem Brauereigasthof, ganz vorne im Bild auf dem von uns allen im Blog-Team so geschätzten Ortsschild „Aying“. Dem trauere ich auch ganz besonders nach. Ansonsten habe ich mich mittlerweile an das moderne Outfit schon gewöhnt und finde sogar, dass man die Sorten damit tatsächlich optisch besser unterscheiden und erkennen kann.

    Das Ayinger Ortsschild im Bild werde ich jedoch noch lange vermissen … 😉

    Pröstla
    ralf

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