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Moritz Fiege Pils – Bochum

Als zweites Bier aus meiner winterlichen Flaschenbierprobenserie gab es heute ein von weit her angereistes Bier: Moritz Fiege Pils aus Bochum. Es kommt in einer braunen Bügelverschlussflasche mit in dunklem Grün gehaltenem, relativ schlichtem und gar nicht marktschreierisch gestaltetem Etikett daher. Auf der Rückseite ist in auffällig roter Schrift ein Servierhinweis aufgedruckt:

Ideale Trinktemperatur 6° – 8°C

Bis ich nach der Entnahme aus dem Kühlschrank meine Fotoausrüstung fertig hatte und das Biertagebuch vorbereitet war, dürfte dies einigermaßen gepasst haben. Das Trinkerlebnis, das mir während der Probe beschert wurde, schien dies jedenfalls zu bestätigen.

Nase

Nach Öffnen des Bügels mit dem obligatorischen „Plopp“ riecht es erst mal fast überhaupt nicht. Ich muss meine Nase schon fest auf die Flaschenöffnung pressen, um Malz und Hopfen wahrnehmen zu können. Als meine Riechzellen zu arbeiten beginnen ist beides vorhanden: mild bis mittelkräftig das Malz, etwas mehr – mittelstark etwa – der Hopfen, dabei sehr schön zu einer edlen Kräutermischung komponiert.

Auge

Die Farbe des Fiege Pils ist ein helles Goldgelb. Der Schaum darauf besteht aus Blasen unterschiedlichster Größe, in der Hauptsache feine Bläschen, und ist äußerst fotogen lange haltbar.

Mund

„Ui!“ kann ich da nur sagen. „Da ist vielleicht was los!“ Zu Beginn ein leichtes frisches Prickeln. Geschmacklich habe ich zuerst ein schwach süßliches Empfinden, zu dem sich ein gleichzeitiges säuerliches Erlebnis gesellt. Da! Auf einmal setzt der Hopfen an und färbt das ganze mit einem leicht zitronengrasartigen Ton. Ich will schon zum Schlucken ansetzen, da entfacht der Hopfen ein Crescendo von Geschmacksakkorden, wie ich es aus einer Flasche noch nie zuvor erlebt hatte. Stärker und stärker wird der Bitterhopfen mit jedem Rollen des Pilsschluckes über die Zunge, welche sich unter dem überschwänglichen Prickeln der Flüssigkeit vor jauchzender Freude fast überschlägt. Bereits nach diesem ersten Schluck sitze ich fast erschlagen von so viel Sinnesreizen einfach nur staunend vor dem Fiege. Und jeder weitere Schluck bereitet mir dasselbe Vergnügen. Unglaublich!

Fiege ist Musik

Viele Biere begnügen sich damit, sich eine oder zwei der Geschmackseigenschaften von Bier herauszusuchen und damit zu blenden. Sie schmecken am Anfang z.B. malzkräftig oder stark hopfig und flachen oft schnell ab bevor man zum Schlucken kommt. Beim Fiege ist das genau andersrum. Langsam und leise fängt es mit dem Malz an, entwickelt auf dem Weg gen Schlund in der Mitte die feine Säure und ertönt am Ende in voller Lautstärke mit höchster Intensität in diesem lang anhaltenden bitterhopfigen Schlussakkord, der von einer trommelnd feuernden Rhythmusgruppe aus unerhörtem Gaumenkitzeln begleitet wird. Und die Tonart, in der hier gespielt wird, heißt:

Pils!

Fazit

Nicht „Moritz Fiege“ müsste die Brauerei heißen, sondern viel eher „‚Mozart‘ Fiege“. 😎

Lasst uns aufbrechen nach Bochum!

Und wenn kein Zug mehr fährt, dann gehen wir zu Fuß.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 18. Januar 2010 und wurde abgelegt unter "Nordrhein-Westfalen, Pils, Privatbrauerei, ralf". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

3 Kommentare

  1. Hasenbasi sagt:

    Als Ex-Bochumer kann ich Deine Erfahrung nur bestätigen. Köstlich, das gute Fiege!

  2. Mattes sagt:

    Laaangweilig! Wissen wir doch schon lange in Bochum. Seit Jahrzehnten! 😉

  3. Tim sagt:

    Und auch in Düsseldorf trinken wir Fiege 😉 Ist wirklich ein Spitzen-Bier!

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