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I.P.A. Verkostung: Hans Müller Bayrisch Nizza, Braukunstkeller Amarsi und Mandarina

Heute gibt’s mal eine kleine Verkostung von drei Indian Pale Ales von in der Craft Brew Szene recht bekannten Brauern, die allesamt keine eigene Brauerei haben, sondern anderswo brauen lassen.

Bayrisch Nizza Clubbier von Hans Müller

 

Clubbier, was soll das denn sein?

Bajuwarische Braukunst, vereint mit dem extravaganten Flair der Côte d’Azur.

Mit Weizenmalz, Aromahopfen und Hopfen-Extrakt (!). Mein Vorurteil steht: das klingt nach mehr Scheinen als Sein. Aber nein, wir wollen unvoreingenommen sein, also darf dieses Bier das erste heute werden.

Hellgelb und trüb, das sieht schon mal sehr schön aus im Glas. Der Schaum ist auch mehr als ordentlich. Und dann der hübsche, nicht allzustarke fruchtig-exotische Duft, nach Ananas, würde ich sagen. Ein sehr spritziger, fruchtiger Antrunk wird gefolgt von einem doch sehr zarten Körper, das Ganze klingt dann mit einem etwas grasigen, gar nicht bitteren Abgang aus. Stimmig, sehr trinkbar, erfrischend, aber für die Freunde von Deutlichkeit (also die fränkischen Kellerbiergenießer) wohl eher zu leicht, zu zart, zu wenig Körper. Tatsächlich also ein „Clubbier“ zum Ausgehen, im Kino, in der Disco…

Gestopft ist es übrigens mit den drei amerikanischen Hopfensorten Citra (tropische Früchte), Centennial (blumige Zitrusnoten) und Chinook (Grapefruit).

Braukunstkeller: Amarsi

 

Das Amarsi ist deutlich rötlicher und seidenmatt, eine wunderbare Farbe! Sein Duft ist deutlich nach Blutorange. Das Geschmackserlebnis ist doch recht komplex: Im Antrunk sehr fruchtig, die Aromen der Nase werden gut mitgenommen. Dann folgt ein relativ „kurzer“ Körper, also nur ganz kurz ein Volumengefühl mit malzigen Aromen. Der absolute Hammer ist aber der starke Wermuth-trockene, bittere Abgang. Das ist der Martini unter den Bieren! Ein ganz tolles Bier mit eigenständigem Charakter, das sich z. B. als Digestif anbietet, auch mit einem Espresso vertägt oder einfach so zu später Stunde genossen werden mag.

Ein paar Daten noch dazu: 7% alc. aus 17° Stammwürze, 62 IBU Bittereinheiten, mit den Hopfensorten Amarillo (Orange-Noten) und Simcoe (waldige Aromen).

Braukunstkeller: Mandarina I.P.A.

 

Jetzt liegt die Messlatte aber hoch, und der Name löst ja schon Geschmacksnoten im Kopf aus, aus den Bieren mit dem Mandarina-Bavaria-Hopfen, die wir so kennen. Mit ganzen Dolden gebraut (also nicht nur Pellets oder gar Extrakt)!

Rotgold ist auch eine sehr schöne Farbe, leider zerfällt der schöne Schaum recht schnell (kann ja immer auch am Glas liegen). Der Duft erfüllt die Erwartungen nach Mandarinen und Orangen wunderbar. Der fruchtig-bittere, gar nicht süßliche Geschmack ist aber sehr verstörend. Metallen, schon vorne bitter, direkt unangnehm wie Medizin empfinden wir alle das. Oh nee, da haben wir bessere „Mandarinen“ getrunken!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 2. Mai 2014 und wurde abgelegt unter "benhur, I.P.A., Lohnbrauer". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

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