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Hopfenhäcker: das Standard-Sortiment

Heute gibt es bei mir ein Handgehopftes (Helles) vom Hopfenhäcker, der kleinen Hinterhofbrauerei in Haidhausen. Das gehört zum Standard-Sortiment von Brauer Werner Schuegraf. Immer mal wieder verwirrt mich der Name, ob es nun Hopfenhacker oder -häcker ist, früher war definitiv nix über dem „a“, jetzt ist aber da so ein neckischen Häkchen, und auch die Webadresse ist mit nun mit „ae“… Egal, das Bier ist dasselbe! Sofern man bei kleinen handwerklichen Suden überhaupt vom Selben sprechen kann, natürlich ;-).

Also, es handelt sich um ein unfiltriertes helles Lagerbier mit 4,9% alc. Als Hopfen werden ausdrücklich genannt die Perle und Simcoe und Centennial. Für ein unfiltriertes Bier ist es verblüffend klar, schön sieht man die milde Perlage, gelb bis hellgold die Farbe, und auch der Schaum ist perfekt für ein Helles. Aber der Duft ist deutlich nach den fruchtigen Noten, nicht nur Zitrus, auch ein bischen blumig – das ist ganz die Beschreibung vom Centennial. Im Antrunk merkt man auch die karamelligen Noten vom Malz, aber nicht zu süß, gerade so ein schöner tragender Körper für die Hopfenaromen, die auch im Gaumen mit den zitrus- oder Grapefruit-ähnlichen und den leicht blumigen Noten punkten. Die Bittere ist gering, wie ich das bei einem Hellen auch erwarte, und nimmt damit alle Aromen schön lange bis weit hinten in den Gaumen mit. Ein ganz tolles Helles, für alle, denen die üblichen Hellen zu langweilig sind, die aber trotzdem ein HELLES wollen! Super gemacht!

Zum normalen Sortiment gehört auch ein Märzen, das auf den Namen Roter Münchner hört: Das ist genauso klar, aber natürlich von rötlicher Farbe, tief leuchtend, auch mit einem wunderschönen Schaum. Der Duft verströmt ein kräuterig-blumiges Aroma. Der Rote ist gestopft mit Amarillo, daneben ist auch Centennial, Citra und Taurus drin. Mit diesem Münchner Märzen hadere ich als Märzen-liebender Franke immer ein wenig: nicht weil es nicht fein wäre, aber es geht einfach nicht in die Richtung, in der ein Franke ein Märzen gerne hat. Der Körper ist wohl malziger als bei einem Lager, aber es fehlt ein wenig die Süße, das Karamell. Schon im Antrunk trocken, würzig und kräuterig und ein Hauch von Aprikose. Ich finde, es geht eher in die Richtung eines Rotbiers, oder auch Red Ale (was dann aber obergärig wäre). Wenn ich einfach vergesse, daß es sich Märzen nennt, dann paßt das trotzdem wunderbar, taugt sogar zur Brotzeit.

Das dritte Halbe im Bunde ist ein Weißbier. Aber natürlich auch kein „normales“: die Hanfblüte ist mit Citra, Sorachi Ace und Hanf gestopft! Optisch fasziniert es: trübes schönes Orange, und ein richtig plastischer Schaum. Trotzdem hat man einen fruchtigen Duft, dazu Blütennoten und ein wenig bananenartigen Weißbierduft. Im Antrunk aber kommt es eher wie ein IPA: frisch, leicht und fruchtig-trocken. Weich und irgendwie säuerlich-süß kommt das Aroma dann durch. Das ist schon recht unerwartet, aber doch spannend und auch süffig. Nebenbei finde ich bei verschiedenen Chargen über die Zeit am meisten Varianz bei dieser Sorte …

Die anderen drei Standard-Sorten kommen nun aber in 0,33l-Flaschen und sind auch eher die Craftbeer-Sorten:

Das IP Brothers‘ IPL ist eine untergärige Variante eines IPA, mit 6,5% alc. Als Hopfen kommen zum Einsatz Amarillo, Centennial, Citra, Chinook und Taurus. Die Farbe ist braun, nur ein bischen rötlich, der schöne Schaum hält wirklich gut. Würzig und kräuterig ist der Duft. Das Lager hat einen schönen Malzkörper, der die kräuterig-würzigen und fruchtfleischigen Aromen schön trägt. Es hat wenig Bittere, nur ein wenig genau passende Trockenheit, gemeinsam mit ein bischen Malz-Süße. Das ist recht vielschichtig und komplex, aber in sich so stimmig, dass es doch wieder einfach zu genießen und auch echt süffig ist. Tipp: eher wärmer trinken, dann bekommt man richtig viel Aroma.

Der Wuiderer ist ein Imperial Red Ale, mit 5,9% alc. allerdings nur mäßig über dem Normalen. Auch eher dunkelbraun, gegen das Licht aber rubinrot leuchtend, macht er mit seinem festen Schaum schon was her. Ein herrlicher Duft nach grasigen und zitrusartigen Hopfennoten gefällt – die fanden wir am Beginn der Craftbierwelle noch so spektakulär, inzwischen könnte man sie unter all den Special Effects direkt wieder vermissen. Dazu kommt im Antrunk noch ein deutliches Malzaroma. Die fehlende Bittere vermißt man hier nicht. Das ist ein Bier für alle, die sich nicht zwischen Hopfen und Malz entscheiden können, hier bekommen sie beide Aromenspektren schön gemeinsam.

Vom Kill Bill Witbier hatte ich ja schon berichtet.

Und zur Zeit gibt’s auch noch das BLOCK IPA in Flaschen, auch ohne die Musik.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 20. Januar 2018 und wurde abgelegt unter "benhur, Helles, Oberbayern". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

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