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feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

Gusswerk: Bio-Craftbeer aus Salzburg

Eigentlich wollte ich euch heute nur meine neueste Entdeckung einer „Betty“ vorstellen, dabei ist mir aber aufgefallen, dass ich bisher noch gar nichts vom österreichischen Brauhaus Gusswerk geschrieben habe. Willi hat das Stout „Black Sheep“ und die „Horny Betty“ vorgestellt. Die trinke auch immer wieder gern, mein lokaler Biomarkt hat aber auch noch ein paar andere …

Horny Betty: Willi hat gar nichts zur tollen dunkelrot leuchtenden Farbe gesagt, es läßt sich aber auf seinem Foto erahnen. Bei mir war auch der Schaum schön kräftig, vielleicht war Willis Glas zu warm. Auch am Aroma finde ich gefallen, da auch Leder-, Holz- und Faß-Aromen erkennbar sind, was ich nicht so oft finde.  Am beeindruckendsten sind aber tatsächlich die beerigen Aromen! Das besondere Aroma kommt sicherlich von der 3fachen Maische und der doppelten Gärung.

Black Sheep: Mir gefällt es besser als Willi! Ergänzend zu Willis Eindrücken finde ich die Optik sehr gelungen, mit dem dichten, festen braunen Schaum. Der starke Duft nach schwarzen Kaffeebohnen kommt trotzdem durch, dazu Lakritz, Kakaobohnen. Es ist erstaunlich spritzig. Durch den leider nur kurzen Abgang schafft es aber auch Raum für den nächsten Schluck, insofern stimme ich mit Willi überein, dass es eher ein Trinkbier ist, das korrekt und „well-formed“ ist, aber nicht überfordert.

Das schwarze Schaf: Irgendwann habe ich Black Sheep und Schwarzes Schaf nebeneinander im Biomarkt stehen sehen und auch beide mitgenommen – allerdings hatte ich sie dann leider doch nicht gleichzeitig verkostet. So blieb mir aus dem Gedächtnis nur, dass ich keinen direkten Unterschied feststellen konnte, wiewohl ich das Schwarze Schaf ähnlich als etwas „normaler“, schwächer, als die Horny Betty und mit weniger säuerlichen Aromen einsortieren würde. Ich nehme also an, dass es dasselbe Bier ist, nur jetzt in deutsch benannt wird (oder kleine Änderungen am Rezept/den Rohstoffen hinnehmen mußte).

Die schwarze Kuh ist ein Imperial Stout, und durchaus ähnlich mit dem Stout Black Sheep, nur von allem mehr: schwärzer, mehr Schaum, ein wenig bitterer, ein wenig öliger, zäher. Insgesamt die selbe Richtung der Aromen, nur etwas anspruchsvoller. Das trinke ich gerne wieder mal!

Nun aber endlich zur Green Betty: Ich erwarte bei einer „Betty“ nun ein schwarzes Bier, was heißt hier also „grün“? Ganz einfach, es steht für „Kräuter“, weil nämlich die klassischen Grutbier-Kräuter mit verbraut wurden: Wermuth, Gundelrebe, Giersch und Mädesüß! Das Bier ist tatsächlich sehr dunkel kastanienbraun, mit eine roten Schimmer und unglaublich klar-glänzend, trotz des schnell zerfallenden feinen Schaums wunderbar anzusehen. In der Nase nimmt man vor allem malzig-süße Noten war, nach Blockmalz-Bonbons, ein bisschen Pumpernickel und Dörrpflaumen. Überraschen wenig süß ist der Antrunk, zwar malzig, aber eben ohne Süße, das taugt mir. Es entwickelt sich schnell auch eine Fruchtigkeit (frische Pflaumen, Kirschen, Brombeeren) und ein deutlich alkoholisches Aroma, obwohl das Bier nur 5,4% Alkohol hat. Im Abgang wird es sogar trocken, mit leichter Bittere. Hier merkt man noch am ehesten Kräuteraromen. Für mich ist das Aroma und seine Entwicklung überraschend, aber sehr stimmig, ganz fein gemacht. Trotz aller Komplexität ist es auch noch gut trinkbar. 

Aber es gibt nicht nur die dunklen Sorten, vor vielen Jahren ist mir auch einmal das Steinbier untergekommen. Leider habe ich keine Notiz, und in den hiesigen Biomärkten bekomme ich von den zahlreichen restlichen Sorten auch nur noch das AAA, das Austrian Amber Ale: orange-gelblich, ein wenig trüb, macht es durchaus Lust. Zarter fruchtiger Duft, mehr aber noch Karamel und Malz bestimmen die Richtung. aber im Gaumen kommt dann auch eine Bittere hinzu, ich würde sogar sagen: Säure. Durchaus komplex, aber trinkbar.

Ein IPA gibt es hin und wieder auch, das Nicobar. Es ist 

inspiriert von der Reise der österreichischen Flotte von Triest zu den Nikobaren … die einzige österreichische Kolonie im indischen Ozean …

Wieder was gelernt! Das IPA ist bernsteinfarben und spritzig, mit dezenten tropischen Fruchtaromen. Es kommen aber durchaus auch malzige Noten durch, Karamellsüße. Und, wie es sich gehört, auch ein bischen Bittere. Irgendwie anders, stimmig, und ich fände es auch noch schön trinkbar, wenn die Kohlensäure etwas weniger wäre – so ist es mir zu schwer zu schlucken.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 21. Juni 2018 und wurde abgelegt unter "benhur, Biobier, Österreich". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

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