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feine Biere, wo und wie wir sie am liebsten haben

1. Hausbrauerei Alt-Giessen

giessen_brauerei_schild.jpg giessen_brauerei.jpg Bier ist nicht gleich Bier und Brauerei ist nicht gleich Brauerei. Wie bei den verschiedenen Biersorten gibt es auch bei den Braureien große Unterschiede. Der Augenscheinlichste ist wohl die Größe einer Brauerei. Während in den letzten 20 Jahren die größten Brauereien durch Übernahmeschlachten immer weniger werden, lässt sich in der jüngsten Zeit am unteren Ende der Größenskala ein gegenläufiger Trend beobachten: Fast in jeder größeren Stadt gibt es inzwischen eine junge Hausbraurei, meist mit den Sudkesseln im Gastraum, die ihr Bier für den Eigenbedarf und für Abholer selbst herstellt. Mit bereits über 16 Jahren einer der ältesten Vertreter dieser Gattung Hausbrauerei ist die 1. Hausbraurei Alt-Giessen in der hessischen Universitätsstadt Gießen.

Biere

giessen_braukessel.jpg Die 1. Alt-Giessener braut drei Standardbiere: Ein Helles, ein Dunkles und ein Weizen. Je nach Saison kann es dann noch ein Spezialbier geben. Im Juli war das ein Sommerbier aus Pilsner Malz. Bei Hausbrauereien habe ich schon oft beobachtet, dass dort das Bier einen säuerlichen und etwas kratzenden Geschmackt aufweist. Meine Vermutung ist, dass dann das Bier einfach noch zu jung ausgeschenkt wird. Möglicherweise ist das dann ein erzwungener Kompromiss zwischen großer Nachfrage und geringer Lagerkapazität bei den kleinen Hausbrauereien. Nichts dergleichen aber war bei der Alt-Giessener zu merken. Ganz im Gegenteil! Was hier auf der Bierkarte geschrieben steht, ist wahrhaftig nicht übertrieben:

Im Keller lagert Altgiessener Bier dann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, bis sich der volle Biergeschmack entfaltet hat.

Gutes bier braucht seine Zeit, und die scheint man ihm in der Altgiessener zu gewähren. Zumindest schmecken die Biere so.

Helles

giessen_helles.jpg Das Helle hat ein vollmalzig fruchtiges Aroma und ist ganz fein gehopft. Wie bereits erwähnt ist es gut ausgereift, was es für den Gaumen angenehm rund macht.

Sommerbier

giessen_sommerbier.jpg giessen_sommerbier_schild.jpg Es schmeckt ganz ähnlich wie das Helle. Aber irgendwie ist es noch runder und etwas sanfter. Es rutscht viel leichter die Kehle hinunter. Obwohl es auf dem Werbeschild „Pilsner“ genannt wird, ist es eher süß als herb, was ja nicht schlecht ist. Ausreichend Hopfen für vollwertigen Biergenuss ist trotzdem drin. Mit 4,3% vol. ist es eigentlich eher ein leichtes Bier. Aber weil es nicht filtriert wird und so seine volle natürliche Geschmacksvielfalt behalten konnte, schmeckt es trotz weniger Alkohl nach mehr. In der Hopfigkeit ist das Sommerbier wie auf dem Werbetäfelchen beschrieben: „fein-herb“. Sehr fein! Ich möchte fast sagen: An diesem Blonden Pilsner könnt ich mich totsaufen! 😉

Dunkles

giessen_dunkles.jpg Als ob jetzt die beiden malzsüß-vollmundigen hellen Biere noch nicht malzig genug wären, gibt es als Steigerung der Malzigkeit noch das Dunkle Alt-Giessener. Das ist doch tatsächlich noch malziger, noch vollmundiger und dabei noch feiner gehopft. Dadurch tritt sehr stark betont das Dunkelmalzkaramelaroma zu Tage. Das ist fast schon zu viel von Röstmalzaroma. Aber nur fast. Ein naturbelassenes unfiltriertes Bier hat eben einfach so volle Aromen.

Biskuit-Weizen

giessen_weizen.jpg Zum Abschluss hatte ich noch das Weizen probiert. Es schmeckt natürlich nach Hefe, ansonsten aber nach süßem Weizenteig. Mich hat das ganz stark an Mutters Biskuitteig erinnert. Die Verwandtschaft wäre nicht so weit hergeholt. Biskuit wird ja auch aus Weizen(mehl) gemacht, nur ohne Hefe!? Tja, die Alt-Giessener braut also auch gutes obergäriges Bier.

Speisen

giessen_dessert.jpg Die 1. Alt-Giessener hat nicht nur einen exzellenten Braumeister. Der Koch ist mindestens genauso gut. Man werfe am besten selbst einen Blick in das WWW unter www.alt-giessen.de. Die Rinderzunge z.B. war ein großartiges Erlebnis. Und auch das Dessert, Hamburger Rote Grütze mit Vanillesoße war hervorragend. Und passte bestens zum „Biskuit-Weizen“.

Raucherraum

giessen_raucherraum_innen.jpg giessen_raucherraum_aussen.jpg Sehr gut fand ich das Konzept des Raucherraumes in der Alt-Giessener. Dort gibt es nämlich im Haus einen abgetrennten Raucherraum. Der Raum ist im wahrsten Wortsinn abgetrennt, und das sogar räumlich wie servicetechnisch. Räumlich: er liegt in der Hausecke neben den WCs. Servicetechnisch: Dort wird nicht bedient. Man darf aber sein Bier selbst holen und dort hin mitnehmen. Und ungemütlich ist der Raum auch nicht – siehe Foto. Ja, er hat sogar Fenster zum Lüften, wenn den Rauchern die Luft mal selber zu dick wird.

Fazit

In der 1. Alt-Giessener Hausbrauerei wird das Malz in Vollmundigkeit zelebriert, und der Hopfen, der kleine Bruder des Malzes, wirkt im Hintergrund. Ein perfektes Team, die beiden. Genauso wie der Braumeister und der Koch, die beide ihr bestes für die Hausbrauerei geben. In der 1. Alt-Giessener Hausbrauerei kann man sich – auch als Raucher – rundum wohlfühlen.

Merke:

Zum malzigen Genießen
Auf nach Gießen!!!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 17. Juli 2008 und wurde abgelegt unter "Dunkles, Fassbier, Gasthausbrauerei, Gaststätten, Helles, Hessen, ralf, Sommerbier, Weizenbier". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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