Kategorie: Bockbier
Während einer Spazierfahrt durch das immer noch sehr winterliche Umland Mittelfrankens sind mir wieder einmal ein paar außergewöhnliche Flaschenbiere untergekommen. Als Mitbringsel für mich selbst natürlich. Aus der gleichen Lieferung hat ja benur schon übers Gundel berichtet.
Neulich war ich mal wieder in einer erklärten Ayinger-Kneipe und konnte doch der Versuchung widerstehen, ein Jahrhundertbier zu nehmen – weil es nämlich einen Weizenbock gab, der sonst eher selten in Gasthäusern angeboten wird. Nun bin ich ja noch immer nicht ganz zum Weißbiertrinker geläutert, aber wenn’s doch gleichzeitig ein Bockbier ist …
Tatsächlich ist das Bier für alle Sinne interessant: zunächst ein sehr schöner Schaum auf trübem Gelb; dann ein Geruch, der ein wenig verwirt: nach Weißbier, ja, aber irgendwie auch wieder nicht; und letztlich ein Geschmack, der scheinbar ebenfalls zwei Welten zu vereinen scheint: das hefige obergärige eines Weissbiers (wie angenehm: nicht so bananig) mit dem würzigen eines etwas mehr gemalzten Spezialbieres. Es fehlt mir zwar die Geschmeidigkeit, aber Komplexität ist ja auch eine sehr schöne Genuß-Erfahrung!
Zugegeben, am meisten hat mich das dunkelbraune Etikett mit dem Bock der Bügelflasche dazu bewegt, zwei Flaschen des Bockbieres der Kulmbacher Brauei einzukaufen. Der oberfränkische Konzern wird auf Wikipedia gut beschrieben.
Mit einem beeindruckendem “Plopp” springt der Bügel zur seite. Und schon strömt mir sehr angenehmer Hopfenduft entgegen. Hoffentlich war das nicht schon alles!?
Dichter, feiner Schaum der lange stehen bleibt. Bierglasflaschige Farbe, wie auf dem Bild schön zu sehen ist. Alles richtig toll. Sehr malzbetont und kräftig ist der erste Antrunk. Das hopfige kommt sehr angenehm im Gaumen zur Geltung. Ich bin echt begeisert! Da werde ich mir noch ein paar Flaschen organisieren. Oder doch gleich eine Tour nach Kulmbach planen.
Prost!
Mit Ostern, bzw. eigentlich ja schon mit dem Beginn der Karwoche am Palmsonntag endet in der Regel die Starkbierzeit in Bayern. Mein Bruder hatte aber noch ein paar Restflaschen vom Kaltenberger Ritterbock im Keller, über die ich mich dann am Ostersonntag noch schnell her gemacht habe – für meinen letzten Test eines dunklen Doppelbocks in der Saison 2010. Mit 9% vol. alc. war das dann auch der stärkste, den ich heuer probiert habe. Aber halt! Doppelbock stimmt ja gar nicht. Über 20° Stammwürze hat der Kaltenberger Ritter laut Etikett und darf sich damit sogar Dreifach-Bock nennen!
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Die Weihnachtszeit (“staade Zeit”) hält viele schöne, ruhige (Abend-)Stunden bereit, in denen man gerne auch einmal ein etwas stärkeres Bier geniessen kann. Als Weizenbier-Trinker greife ich dann zum Gutmann Weizenbock. Er hat mit 7,2% Alkohol nicht allzuviel “Umdrehungen” (kein Vergleich z.B. zu den berüchtigten Doppelbock-Spezialitäten wie Schneiders Aventinus), ist aber deutlich mehr “Essen” als “Trinken”. Für den Durst absolut die falsche Wahl, aber als Nachtisch schlägt er das Tiramisu um Längen! weiterlesen… »
Ralf mußte nicht lange reden, um mich heute zum Ayinger am Platzl zu locken, obwohl das schon eine sehr touristische Location ist:
Natürlich bekommen Sie auch ein ordentliches Bier aus der zur Familie gehörenden Brauerei in Aying. Sechs frische Biere gibt es täglich vom Fass.
Und eins davon ist der Winterbock, den ich so lange schon versuchen wollte! Noch dazu aus dem Holzfaß!
Zur Bockbierzeit gibt es von der nahe meiner Heimat liegenden Brauerei Anmmerndorfer wieder einen Bock. Lange hat es gedauert bis ich euch endlich dieses Spitzenbier vorstellen kann. Das Spezial werde ich in einem eigenen Beitrag angesprechen.
Im Glas sieht man die dunkle, schöne Bockfarbe. Leider hält der Schaum nicht lange. Ein Hinweis auf die Stärke?! 6,2% vol. Dazu paßt auch der scheinheilige, leichte Malzduft. Sehr leicht gleitet der Bock in meinen Rachen. Etwas süßlich und natürlich auch malzig!
Insgesamt ist es dem Spezial aus Ammerndorf sehr ähnlich. Ein absoluter TIPP!
Prost!
Immer am Nikolaustag wird beim Berabecka Boandlbräu der Mannipulator angestochen. Der dunkle Mannipulator. Den hellen gibt’s im Frühjahr. So ein Bock aus einer kleinen Brauerei ist immer eine spannende Sache. Denn er wird in der Regel nur ein einziges mal im Jahr gebraut und ist damit quasi ein “Einzelstück”. Die Grundrichtung des Biergeschmacks ist natürlich schon immer gleich. Aber trotzdem gibt es von Jahr zu Jahr feine Unterschiede, sei es durch Schwankungen in der Beschaffenheit der Zutaten, oder durch die Tagesform des Brauers. In einer Großbrauerei wäre dies nicht tragbar. Daher haben diese ihre Methoden, solche Schwankungen auszugleichen. Beim Kleinbrauer aber machen genau diese den Reiz der Sache aus.
Unsere Lieblingsbrauerei in Nürnberg liegt ja bekanntlich in Gostenhof, so war es endlich einmal wieder angesagt, dorthin zu pilgern, um mit Freunden nicht nur ein leckeres Bier vom Faß vom Brauer zu geniessen, sondern sich auch noch mit fränkischer Speis’ verwöhnen zu lassen. Aber an diesem Abend gab es einige Überraschungen für uns:
Zwei Freunde hatte mich eingaladen, mit ihnen in der Haidhauser Unionsbräu den Nikolausbock zu probieren. Tja, da war ich doch im Frühjahr schon mal zur Bockbierprobe, damals zum “Unimator”. Mein Urteil über jenen gibt es hier nachzulesen. Ich musste also aufpassen, dass ich dieses nicht als Vor-Urteil mitnahm, was mir aber dank der lieben Einladung meiner Freunde ganz leicht fiel. Entsprechend groß war dann auch die Überraschung, als ich mit der Erinnerung an den Unimator vom Frühjahr jetzt den winterlichen Nikolausbock testete.